Caring for Photography. Fürsorge in kuratorischer und fotografischer Praxis
Der aktuelle Jahrgang des Stipendienprogramms „Museumskurator:innen für Fotografie“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung veranstaltet am 24. und 25. April 2026 das Symposium Caring for Photography im Museum Folkwang.
Im Zuge der Tendenz vieler Institutionen, sich gesellschaftlich zu öffnen und inklusiver zu werden, gerät seit einiger Zeit verstärkt der Aspekt Care beim Kuratieren in den Fokus.
Durch die vielfältigen Bedeutungen, die dem lateinischen curare innewohnen – was sich unter anderem mit pflegen, sorgen, behandeln, sich kümmern oder heilen übersetzen lässt – ist der davon abgeleitete Begriff des „Kuratierens“ schwer zu fassen. Denn er begründet sowohl konservative Museums- und Ausstellungspraktiken als auch die Kritik daran. Care oder Fürsorge beschreibt eine Fähigkeit, sich mit der Welt auseinanderzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und Beziehungen bewusst und gemeinschaftlich zu gestalten. Damit wirkt sie sich auf alle Bereiche des musealen Arbeitens aus, wird aber nur vereinzelt in ihrer zentralen Bedeutung betrachtet.
Vor diesem Hintergrund rückt das Prinzip von Care zunehmend als verbindende und verantwortungsbewusste kuratorische Haltung in den Fokus. Angesichts globaler Krisen sowie zunehmender sozialer Spannungen, wird Fürsorge als Haltung, die Solidarität fördert, neu reflektiert und praktiziert.
Das Symposium widmet sich den Fragen: Was bedeutet Fürsorge heute und wie wird sie im Kunst- und Kulturbereich, insbesondere aber auch im Umgang mit Fotografie, implementiert? Welche Infrastrukturen, Strukturen und Fähigkeiten lassen sich angesichts globaler Krisen und wachsender sozialer Spannungen entwickeln, um unsere Mitwelt und Gesellschaft gemeinschaftlich zu gestalten? Wie lassen sich museale Institutionen, Arbeitsweisen und Auffassungen nachhaltig fürsorglicher gestalten?
Verschiedene Panels, Vorträge sowie ein Rundgang/Workshop laden dazu ein, Fürsorge als partizipative Praxis des voneinander Lernens gemeinsam zu reflektieren.
Das Symposium ist öffentlich und kostenfrei. Die Räume sind barrierefrei zugänglich. Die Veranstaltungssprachen sind Englisch und Deutsch. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Konzeption und Organisation: Dortje Fink, Esra Klein, Noa Lohrmann
Wann: 24./25.04.2026
Wo: Hirschlandsaal, Museum Folkwang
Kontakt: symposiumcaringforphotography.de
Details: https://www.museum-folkwang.de/de/blog/save-date-caring-photography-symposium-am-24-und-25-april
PROGRAMME
Friday, 24.04.2026
15:45 – 16:00 | Coffee
16:00 – 16:15 | Welcome
Ingomar Lorch, Thomas Seelig
16:15 – 16:30 | Introduction
Dortje Fink, Esra Klein, Noa Lohrmann
16:30 – 17:45 | Caring for Infrastructures (online)
Keynote, Sascia Bailer (EN)
18:00 – 19:30 | Caring for Structures
Guinevere Ras and Mark Sealy in conversation with Fiona McGovern (EN)
Saturday, 25.04.2026
10:00 – 10:15 | Coffee
10:15 – 10:30 | Introduction
Dortje Fink, Esra Klein, Noa Lohrmann
10:30 – 11:45 | Caring for Photographs / Archives
Vortrag, André Raatzsch (DE)
12:00 - 13:30 | Caring for Artistic Practice
Susanne Keichel und Roxana Rios im Gespräch mit Aslı Özdemir (DE)
13:30 - 14:30 | Lunch Break
14:30 - 16:00 | Caring for Community
Dawoud Bey and Cate Lartey in conversation with Lisa Klosterkötter (EN)
16:00 - 17:15 | Caring for Mediation
Einführung und Workshop L is for Look mit Johanna K Becker, Sarah Bockting, Peter Daners, Thomas Seelig (DE/EN)
17:15 - 17:45 | Feedback and Farewell
Quellennachweis:
CONF: Caring for Photography (Essen, 24-25 Apr 26). In: ArtHist.net, 18.04.2026. Letzter Zugriff 19.04.2026. <https://arthist.net/archive/52257>.