ANN 01.04.2026

Nachrichtenbilder: Summer School of Photography (Berlin, 31 Aug - 4 Sep 26)

Staatsbibliothek zu Berlin, 31.08.–04.09.2026
Deadline/Anmeldeschluss: 17.05.2026

Tatjana von Schoenaich-Carolath; Staatsbibliothek zu Berlin

Nachrichtenbilder: Von den News zum Kulturgut Berlin Summer School of Photography 2026.

Täglich informieren uns nicht alleine Texte, sondern auch eine Vielzahl von Bildern darüber, was in der Welt geschieht – und fast immer handelt es sich um Fotografien und Videos. Online auf Nachrichtenportalen und in den Sozialen Medien, im Fernsehen oder auch in der Zeitung: Nachrichtenbilder prägen maßgeblich unsere Orientierung in der Welt, sie erzeugen Evidenz und strukturieren unsere Wahrnehmung.

Was aber geschieht mit allen diesen Bildern, wenn sie ihre unmittelbare Aktualität verlieren? Unter welchen Bedingungen verwandeln sich „News“ in zeithistorische Quellen und im besten Fall sogar in ein wertvolles Kulturgut? Wie werden Nachrichtenbilder überhaupt gesammelt – und durch wen? Und wie verändern sich Status, Funktion und Lesbarkeit von Nachrichtenbildern mit ihrem Übergang ins Archiv?

Genau diese Fragen wollen wir stellen – anlässlich der ersten Berlin Summer School of Photography, die die Staatsbibliothek zu Berlin vom 31. August bis zum 4. September ausrichten wird. Das Manfred Heiting Stipendium für Fotografie eröffnet Master-Studierenden und Doktorand:innen die Gelegenheit, sich anhand des reichen fotografischen Bestandes des bpk-Fotoarchivs in der Staatsbibliothek zu Berlin mit mehr als einem Jahrhundert faszinierender Fotogeschichte auseinanderzusetzen.

Geleitet wird die Summer School von Prof. Dr. Steffen Siegel (Professor für Theorie und Geschichte der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste) und Miriam Zlobinski (Kuratorin der Ausstellung „Im Rhythmus der Großstadt – 100 Jahre Fotografie und Presse in Berlin“) in Kooperation mit Christina Stehr (Staatsbibliothek zu Berlin, Referatsleiterin des bpk-Fotoarchivs).

Im Zentrum der ersten, durch das Engagement Manfred Heitings finanzierten Berlin Summer School of Photography stehen Bestände seit 1920, die wir im Hinblick auf Fragen nach Indexikalität und Evidenz, nach Autorschaft und Zirkulation sowie Materialität und Medialität befragen wollen. Nicht zuletzt wird der institutionelle Rahmen von Bibliotheken, Archiven und Museen kritisch betrachtet werden. Wie wirken solche Orte als Instanzen von Kanonisierung, Wissensproduktion und kultureller Wertzuschreibung?

Die Staatsbibliothek zu Berlin bietet hierfür einen idealen Rahmen. Neben ihrer Funktion als eine der größten wissenschaftlichen Bibliotheken weltweit verfügt sie über eines der bedeutendsten Bildarchive Deutschlands mit umfangreichen Beständen fotografischer Medien – im Ganzen ca. 12 Millionen Bilder, die Darunter befinden sich unter anderem Vor- und Nachlässe sowie umfangreiche Konvolute von 150 Fotografinnen und Fotografen, zum Beispiel von Erich Salomon, Friedrich Seidenstücker, Willi Moegle, Leonore Mau, Abisag Tüllmann, Bernd Heyden oder Gerhard Kiesling.

Das bpk-Fotoarchiv der Abteilung „Presse und Bild“ widmet sich insbesondere der Bild- und Pressegeschichte des 20. Jahrhunderts und ermöglicht die Arbeit mit diesen Beständen in den Räumen der Sammlung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten im Lauf der Woche direkt vor Ort einen tiefen Einblick in diese reichen Bestände.

Zugleich wird die Summer School umfangreiche Gelegenheit bieten, durch persönliche Begegnungen an anderen Orten die gemeinsame Diskussion zu erweitern. Zum Programm gehören Gespräche bei der Fotoagentur OSTKREUZ, beim Ausstellungshaus für Fotografie C/O Berlin, im Bildarchiv des Ullstein Verlags und in der Bildredaktion von DIE ZEIT.

Die Berlin Summer School of Photography richtet sich an Master-Studierende und Doktorand:innen, die sich vertieft mit Theorie und Geschichte der Fotografie auseinandersetzen möchten. Die Veranstaltung ist ausdrücklich interdisziplinär angelegt und offen für Teilnehmende aus einem breiten Feld akademischer Disziplinen, zum Beispiel Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Soziologie, Philosophie, Ethnologie, Geschichts- oder Kommunikationswissenschaft.

Alle Teilnehmer:innen erhalten vor Beginn der Summer School digitalen Zugang zu ausgewählten Beständen des bpk-Fotoarchivs. In Tandem-Teams sollen diese Bestände so erschlossen werden, dass sie während der Summer School einführend präsentiert werden können. Die Auswahl der Konvolute wurde so getroffen, dass sie eine Vielzahl beziehungsreicher Forschungsfragen erlauben werden.

Mit der Zusage bis Ende Mai erfolgt gleichzeitig die digitale Bereitstellung des jeweiligen Konvoluts und die Bildung der Tandem-Teams. Das Manfred Heiting Stipendium ermöglicht allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Übernahme der Reisekosten (aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz) sowie für die Unterkunft und Verpflegung vor Ort.

Im Anschluss an die Summer School of Photography besteht für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich auf ein mehrwöchiges Stipendium an der Staatsbibliothek zu bewerben, das der weiteren Forschungsarbeit – zum Beispiel im Rahmen Masterarbeit, einer Promotion oder eines Postdoc-Projekts – dient.

Ihre Bewerbung für die Summer School of Photography richten Sie mit einem kurzen Lebenslauf und Motivationsschreiben (max. 3.000 Zeichen) bis 17. Mai 2026 in einem PDF-Dokument bitte unter Angabe des Betreffs „Summer School 2026“ an die folgende E-Mail-Adresse:

stipendiensbb.spk-berlin.de

Kontaktperson: Prof. Dr. Steffen Siegel (steffen.siegelfolkwang-uni.de)

Quellennachweis:
ANN: Nachrichtenbilder: Summer School of Photography (Berlin, 31 Aug - 4 Sep 26). In: ArtHist.net, 01.04.2026. Letzter Zugriff 02.04.2026. <https://arthist.net/archive/52115>.

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