Das DFG-Forschungsprojekt „Mittelalterliche Retabel in Hessen“ richtet vom 20. bis 22. März 2014 im Hessischen Staatsarchiv in Marburg eine wissenschaftliche Tagung aus.
Das seit 2011 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt „Mittelalterliche Retabel in Hessen“ wird an den kunsthistorischen Instituten in Marburg, Osnabrück und Frankfurt/Main in Verbindung mit dem Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg durchgeführt.
Das Projekt steht unter der Leitung von Ulrich Schütte, Hubert Locher, Christian Bracht, Xenia Stolzenburg (Marburg) sowie Klaus Niehr (Osnabrück) und Jochen Sander (Frankfurt/Main).
Im Zuge des Forschungsvorhabens wird der innerhalb der heutigen Grenzen des Bundeslandes Hessen erhaltene Bestand mittelalterlicher Altarretabel in kirchlichen Institutionen und musealen Sammlungen bearbeitet. Da das umfangreiche Material bisher nur unzureichend erschlossen wurde, ist eine Erfassung sämtlicher Retabel und Retabelfragmente in Hessen sowie deren Auswertung unter Berücksichtigung der kunsthistorischen Forschungsdiskussion beabsichtigt. Dabei werden die Werke hinsichtlich ihrer formalen und typenmäßigen Gestaltung, ihrer materiellen und ikonographischen Genese, ihrer Nutzungsgeschichte und ihrer kontextuellen Bezüge zu anderen künstlerischen Gattungen innerhalb des Sakralraums analysiert.
Die wissenschaftliche Erfassung geht einher mit der fotografischen Neudokumentation und digitalen Erschließung (Bildarchiv Foto Marburg). An ausgewählten Objekten werden Infrarotuntersuchungen vorgenommen (Kunsthistorisches Institut Frankfurt/Main). Die Ergebnisse werden in einer vielseitig recherchierbaren Datenbank einem breiten Nutzerkreis online zur Verfügung gestellt.
Die vom 20. bis 22. März 2014 stattfindende Tagung vertieft die Fragestellungen des Projektes und diskutiert diese in einem geographisch und inhaltlich ausgeweiteten Rahmen. Dazu werden 16 Wissenschaftlicher aus dem In- und Ausland nicht nur Retabel des hessischen Raumes behandeln, sondern auch allgemeine historische, kunsthistorische und liturgische Themen erörtert.
PROGRAMM
Donnerstag, 20. März 2014
Bis 14.00 Uhr
Ankunft
Regionale und internationale Bezüge
14.00-14.30 Uhr
Begrüßung
14.30-15.15 Uhr
Stephan Kemperdick (Berlin)
Aktualisierung des Alten: Neue Elemente in der Braunfelser Dreikönigstafel aus Kloster Altenberg und dem Retabel in Aufenau
15.15-16.00 Uhr
Klaus Niehr (Osnabrück)
Das Retabel als Bauwerk. Der Hochaltaraufsatz der Marburger Elisabethkirche im Kontext von Architektur, Malerei und Goldschmiedekunst um 1300
16.00-16.30 Uhr
Kaffeepause
Materielle und künstlerische Gestaltung
16.30-17.15 Uhr
Alexandra König und Jochen Sander (Frankfurt/Main)
Beobachtungen zur Werkgenese an ausgewählten hessischen Retabeln
17.15-18.00 Uhr
Angela Kappeler (Marburg)
Hebräische und hebraisierende Inschriften auf mittelalterlichen Retabeln in Hessen
19.00 Uhr
Gerhard Weilandt (Greifswald)
Öffentlicher Abendvortrag mit Empfang:
Enthüllen – Verhüllen. Der Blick auf das Heilige in der Kunst der Gotik
Freitag, 21. März 2014
Räumliche Kontexte
9.00-9.45 Uhr
Justin Kroesen (Groningen)
Retabel und Raum. Bedingungen und Formenvielfalt
9.45-10.30 Uhr
Uwe Gast (Freiburg)
Altarretabel und Glasmalereien im mittelalterlichen Sakralraum – formale und inhaltliche Bezüge
10.30-11.00 Uhr
Kaffeepause
11.00-11.45 Uhr
Xenia Stolzenburg (Marburg)
Die spätmittelalterliche Neuausstattung der Marburger Elisabethkirche in Bezug auf Grabmal und Hochaltar
11.45-12.30 Uhr
Matthias Weniger (München)
Zur ursprünglichen Aufstellung der Schönen Vesperbilder
12.30-14.00 Uhr
Mittagspause
Aufträge/Intentionen/Nachleben
14.00-14.45 Uhr
Thomas Lentes (Münster)
Ex devotione benedicere. Bildweihen im Mittelalter
14.45-15.30 Uhr
Johann Schulz (Frankfurt/Main)
Der Heiligkreuzaltar und der Marienaltar in der Dominikanerkirche zu Frankfurt am Main
15.30-16.00 Uhr
Kaffeepause
16.00-16.45 Uhr
Inga Brinkmann (Marburg)
Mittelalterliche Altarretabel im 19. Jahrhundert – Präsentation und Rezeption
Ikonographie
16.45-17.30 Uhr
Karina Steege (Osnabrück)
Der Lüderbacher Beweinungsaltar
Samstag, 22. März 2014
9.00-9.45 Uhr
Daniela Bohde (Marburg)
Ortsbesetzungen und Blickbeziehungen – oder: Was macht Magdalena unter dem Kreuz?
9.45-10.30 Uhr
Iris Grötecke (Köln)
Longinus und Centurio. Alterität und Gotteserkenntnis im spätmittelalterlichen Kalvarienberg
10.30-11.00 Uhr
Schlussdiskussion
11.00-13.00 Uhr
Mittagspause
13.00-18.00 Uhr
Exkursion zu den Retabeln
Tagungsort
Hessisches Staatsarchiv Marburg
Landgrafensaal
Friedrichsplatz 15
35037 Marburg
Anmeldung:
Tagungsinteressierte werden gebeten, sich bis zum 27.02.2014 anzumelden. Für die Teilnahme an der Tagung wird kein Beitrag erhoben.
Die Anmeldung ist zu richten an:
Andrea Schutte
Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte
– Bildarchiv Foto Marburg
Biegenstraße 11
35037 Marburg
Telefon: 06421/28-23676
Telefax: 06421/28-28931
E-Mail: schuttefotomarburg.de
Exkursion:
Im Rahmen der Tagung wird am Samstag, den 22. März von 13.00 bis 18.00 Uhr eine Exkursion zu den Retabeln in Netze und Bad Wildungen angeboten. Ein Bus wird bereitgestellt. Da maximal 50 Personen an der Exkursion teilnehmen können, ist es erforderlich bei der Anmeldung bis zum 27.02.2014 anzugeben, ob eine Teilnahme erwünscht ist.
Für die Teilnahme an der Exkursion wird ein Beitrag von 15 Euro erhoben.
Öffentlicher Abendvortrag:
An die allgemeine Öffentlichkeit richtet sich der Abendvortrag von Prof. Dr. Gerhard Weilandt (Greifswald) über „Enthüllen – Verhüllen. Der Blick auf das Heilige in der Kunst der Gotik“ am Donnerstag, den 20. März 2014 um 19.00 Uhr im Landgrafensaal des Hessischen Staatsarchivs. An den Abendvortrag schließt sich ein Empfang an.
Quellennachweis:
CONF: Mittelalterliche Retabel in Hessen (Marburg, 20-22 Mar 14). In: ArtHist.net, 01.02.2014. Letzter Zugriff 28.05.2026. <https://arthist.net/archive/6889>.