CFP 25.01.2014

Social Design (Hamburg, 23-24 May 14)

Hamburg, 23.–24.05.2014
Eingabeschluss : 24.02.2014

Christiane Göllner

Call for Papers
Social Design: Geschichte, Praxis, Perspektiven

Eine Tagung der Gesellschaft für Designgeschichte und des Museum für
Kunst und Gewerbe Hamburg

23. und 24. Mai 2014

Tagungsort: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Social Design hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erfahren
und erscheint omnipräsent. Aktuell wird Social Design geradezu
inflationär als eine Art "greenwashing-Begriff" für einen Großteil
unspezifischer designerischer Aktivitäten und Produktion
disqualifiziert. Social Design scheint in diesem Kontext einen
kulturellen Mehrwert zu bieten, aus dem sich zugleich ein ökonomischer
Gewinn abschöpfen lässt.

Diese Praxis verstellt den Blick auf die Tatsache, dass sich Design über
seine funktional-ästhetische Wirkungs-macht hinauswachsend in den
letzten Jahren weltweit zu einer immer wichtigeren Säule einer
nachhaltigen, sozial-politischen Agenda entwickelt.

Aber was macht die soziale Dimension im Design aus? Welches Potenzial
besitzt Social Design? Hat Social Design eine Geschichte? Können wir von
einer Theorie des sozialen Designs sprechen?

Der Begriff des "Social Design" konzentriert sich auf verschiedene
Aspekte, die das Soziale des Designs be-treffen. Seine heutige Relevanz
erhielt der Begriff zuerst in den 1970er Jahren im Zusammenhang mit der
Bürgerbeteiligung in der Architektur sowie in den Diskussionen um die
Einbindung der Lebenswelt in die Gestaltung: "Sozio-Design ist also
Entwurf und Realisation von Formen der Lebensorganisation für Einzelne
und Gruppen von Mitgliedern unser Gesellschaft." (Bazon Brock, 1977).
Mittlerweile haben die theoretischen Konzepte zu den sozialen
Wechselwirkungen zwischen Gegenständen und Menschen mit den "cultural
studies", der "material culture" und der ANT (Akteur-Netzwerk-Theorie)
eine enorme wissenschaftliche Vertiefung und Ausweitung erfahren.
Gleichzeitig sind in der Praxis zunehmend Produzenten und Benutzer aktiv
in den Designprozess einbezogen worden.

Historisch betrachtet hat das Soziale der gestalteten Dinge von Beginn
an - seit den Reformbewegungen im 19. Jahrhundert - die Zielsetzungen
des Designs geprägt. Somit lässt sich an den unterschiedlichen
Vorstellungen bis heute eine Geschichte des Sozialen im Design
rekonstruieren. Dabei wird häufig unterstellt, dass in der Vergangenheit
die Klassische Moderne das Soziale den Bedingungen der Produktion sowie
einem ästhetischen Dogmatismus unterworfen habe.

Neben der Geschichte und Theorie des Sozialen im Design soll die
aktuelle gestalterische Praxis des Social Design einen weiteren
Schwerpunkt der Tagung bilden (vgl. Kunstforum International, Bd. 207,
März-April 2011). Das Spektrum reicht von den Gartenstädten des 19.
Jahrhunderts über Victor Papaneks "Design for a real world" bis zu
aktuellen sozialen Designprojekten. Wir möchten in einem Dialog zwischen
Wissenschaft und Gestaltung zu einer kritischen Diskussion über die
gestalterischen Perspektiven eines sozial orientierten Designs
beitragen.

Die Tagung Social Design. Geschichte. Praxis. Perspektiven unterzieht
den Begriff einer inhaltlichen Revision und fragt nach der aktuellen
Relevanz in der gesellschaftlichen Praxis. Die kritische historische und
theoretisch fundierte Betrachtung soll dazu beisteuern, die Perspektiven
für ein sozial orientiertes Design besser einzuschätzen.


Call for papers bis zum 24. Februar 2014:
Die Beteiligung erfolgt in Form von Vorträgen sowie Arbeitsberichten aus
der Praxis von ca. 30 Minuten Länge. Bitte senden Sie ein Abstract mit
max. 1700 Zeichen und eine Kurzbiografie bis zum 24. Februar 2014 an:
claudia.banzmkg-hamburg.de

Die Beiträge sollten auf eines der folgenden Themen fokussieren:

1. Geschichte des Social Design
2. Theorie des Social Design: Social Design als Disziplin
3. Praxis des Social Design: Wie sehen die Handlungsfelder aus? Wo
befinden sich die Inkubatoren? Welche Rolle spielt die Ausbildung,
welche Rolle spielen die Designer, welche Rolle die Institutionen?
4. Perspektiven des Social Design: Welches sind die Wirkungsweisen
von Social Design? Welchen Anteil kann Design als Katalysator
gesellschaftlicher Transformationsprozesse haben? Welche Bedeutung
besitzt Design in der internationalen politischen Agenda?
5. Wie kann Social Design ausgestellt werden? Ausstellungen sozial
orientierter Gestaltungen erfordern andere Herangehensweisen als eine
Schau der schönen Dinge, die in Vitrinen ihrer Betrachtung harren.

Organisation: Claudia Banz (Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg);
Siegfried Gronert, Wolfgang Schepers, Petra Eisele (Gesellschaft für
Designgeschichte)

Die Gesellschaft für Designgeschichte e. V. wurde 2008 gegründet und
verfolgt das Ziel, die Auseinander-setzung mit der Geschichte des
Designs zu intensivieren sowie historische Forschung und Praxis
miteinander zu vernetzen.

Mit rund 500.000 Objekten aus 4.000 Jahren gehört das Museum für Kunst
und Gewerbe Hamburg zu den führenden Museen für Kunst und Design in
Europa. 2012 hat das Museum mit der Eröffnung der Designabteilung neue
Maßstäbe in der Präsentation und Vermittlung von Design gesetzt. Mit
unterschiedlichen Ausstellungsformaten, Symposien und Debatten mischt
sich das MKG in aktuelle Diskurse ein, die die komplexe Bedeutung von
Design in der heutigen Gesellschaft beleuchten und hinterfragen.

Quellennachweis:
CFP: Social Design (Hamburg, 23-24 May 14). In: ArtHist.net, 25.01.2014. Letzter Zugriff 07.04.2026. <https://arthist.net/archive/6847>.

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