ANN 31.03.2026

Redebedarf. Lunchtalks des Ulmer Vereins (online, 20 Apr – 29 Jun 26)

online, 20.04.–29.06.2026

Ulmer Verein

Der Ulmer Verein – Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V. bietet seit Februar 2021 ein eigenes digitales Forum für Diskussion und Austausch an. Einmal im Monat werden aktuelle Themen der kritischen Kunstgeschichte vorgestellt und diskutiert. Die Lunchtalks sollen zur Vernetzung von Studierenden und der in Hochschule, Museum oder als Selbstständige tätigen Kunsthistoriker:innen und Kulturwissenschaftler:innen beitragen, ihren – und unseren – Fragen Raum bieten und zur Debatte anregen. 60 Minuten für einen engagierten und offenen Austausch, der die Community an einen gemeinsamen virtuellen Tisch bringt.

Überblick Lunchtalks:
20. April 2026: Antirassistische Kunstgeschichte - Kritik, Methoden, Perspektiven
1. Juni 2026: De-Zentralbild - Private Fotos von Migrant:innen in der DDR
29. Juni 2026: Sprache finden - Kritische Gemeinschaften zwischen Kunstwissenschaften und Kunstkritik

Zusätzlicher Veranstaltungshinweis:
12. Juni 2026: Heftlaunch kritische berichte 2/26 - To Gaze at the Ethnographic. Ethnography, Contemporary art, and Heritage Communities.
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Montag, 20. April 2026, 13.–14.00 Uhr

Antirassistische Kunstgeschichte - Kritik, Methoden, Perspektiven
Henry Kaap im Gespräch mit Chanyoung Park sowie Rosa Sancarlo und Daniel Berndt von CARAH

Welche Rolle spielt die Kunst bei der Festigung rassistischer Stereotypen und kolonialer Weltbilder? Welchen Beitrag kann die Kunstgeschichte dazu leisten, rassistische Strukturen zu erkennen, zu befragen und aktiv zu verändern? Was bedeutet es, Kunstgeschichte zu dekolonisieren? In den letzten Jahren haben Ansätze der Critical Race Theory sowie repräsentationskritische Perspektiven der Visual Studies zunehmend Eingang in die Kunstgeschichte gefunden. Sie eröffnen neue Wege für eine kritische Auseinandersetzung mit den ausgrenzenden Prozessen, die kunsthistorische Narrative und den Kanon geprägt haben und weiterhin beeinflussen. Anlässlich der Veröffentlichung ihres Heftes in den kritischen berichten möchten wir mit den Herausgeber:innen Rosa Sancarlo und Daniel Berndt von CARAH, Henry Kaap sowie der Autorin Chanyoung Park diskutieren, inwiefern eine antirassistische Kunstgeschichte dazu beitragen kann, eine diskriminierungssensible und machtkritische Perspektive auf Kunstwerke, Institutionen und Wissensordnungen zu entwickeln.

Zoom-Meeting beitreten: https://us06web.zoom.us/j/86775370041?pwd=HC6NlOokBT9cZ6Ao8mHuZnCHqjo7sS.1
Meeting-ID: 867 7537 0041 // Kenncode: 071142

Montag, 1. Juni 2026, 13.–14.00 Uhr

De-Zentralbild - Private Fotos von Migrant:innen in der DDR
Nina Lucia Groß im Gespräch mit Isabel Enzenbach und Julia Oelkers

Die Online-Ausstellung und das Archiv dezentralbild.net erweitert mit privaten Fotos und Erinnerungen das visuelle Gedächtnis der DDR. Schließlich war die DDR-Gesellschaft nicht so homogen und weiß, wie sie oft erinnert wird. Bilder vom Alltagsleben ehemaliger Vertragsarbeiter:innen, ausländischer Studierender oder politischer Emigrant:innen in der DDR sind kaum bekannt. Selten gelangen sie in Veröffentlichungen, in Museen oder Archive, obwohl sie wichtige Perspektiven auf die Geschichte der Migration in die DDR eröffnen.
De-Zentralbild präsentiert private Fotos von Menschen, die zwischen 1957 und 1990 in der DDR gelebt haben. Die Bilder werden verknüpft mit Erinnerungen an die darin festgehaltenen Augenblicke und mit Erzählungen über das Leben in der DDR. Die Online-Ausstellung und das Archiv beinhalten auch Fotos und Geschichten von Menschen, die freiwillig oder unfreiwillig in die Herkunftsländer zurückkehrten und sich heute aus Kuba, Mosambik und Vietnam an ihre Zeit in Deutschland erinnern.

Zoom-Meeting beitreten: https://us06web.zoom.us/j/84171816481?pwd=FbxiJbiXao9uE6ms5KLodxB9HaIkfe.1
Meeting-ID: 841 7181 6481 // Kenncode: 882789

Montag, 29. Juni 2026, 13.–14.00 Uhr

Sprache finden - Kritische Gemeinschaften zwischen Kunstwissenschaften und Kunstkritik
Isabelle Lindermann im Gespräch mit Sabeth Buchmann und Carsten Probst

Kunstkritik nähert sich einer künstlerischen Bildpraxis oder Arbeit oftmals als ein erster Versuch der konzisen Beschreibung, für die eine Sprache erst gefunden werden muss. Dagegen vermag die kunstwissenschaftliche Beschreibung mit größerem zeitlichem Abstand meist auf einen Fundus von Rezeptionen und Deutungen zurückzugreifen und die Kriterien der Beschreibung kritisch zu hinterfragen.
Die beiden verschiedenen Sprachfindungsprozesse teilen unter den Bedingungen der Gegenwart eine – womöglich wachsende – Schnittmenge kritischer Methoden und sprachlicher Bezugnahmen, insbesondere was die begrifflichen Rahmungen der westlichen Art World, ihre politischen, sozioökologischen oder machtanalytischen Implikationen angeht.
Der Lunchtalk mit Sabeth Buchmann (Berlin/ Wien), Kunsthistorikerin und -kritikerin, Professorin für die Geschichte der modernen und postmodernen Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien und Carsten Probst (Berlin), Kunsthistoriker und -kritiker und derzeit Präsident der deutschen Sektion des Kunstkritiker:innenverbandes AICA, fragt danach, wie diese Schnittmengen angesichts einer mittlerweile offen restriktiven Kulturpolitik, der „Kulturkämpfe“ und Debatten um „post-kritische“ Kritikbegriffe aktiv verteidigt und strategische Vernetzungen von Kunstkritik und kritischer Wissenschaft gestärkt werden können.

Zoom-Meeting beitreten: https://us06web.zoom.us/j/84834542989?pwd=b6ssqbwsGFmE45wSawbPZJpw4aWzgP.1
Meeting-ID: 848 3454 2989 // Kenncode: 285562

Heftlaunch kritische berichte 2/26
Hybrid event in English
12. Juni 2026 - 19:00 Uhr, Berlin (place t.b.a.)
To Gaze at the Ethnographic. Ethnography, Contemporary art, and Heritage Communities.

The contributors to this issue look at the ethnographic as it emerges in the history and practice of contemporary art, in museums, and in the struggles of heritage communities. Through artistic, curatorial, and writing practices, they bring ethnographic collections, heritage communities, and art contexts into relation and explore ways of transforming the ethnographic gaze and orienting it toward collaborative and reparative aims.

Zoom-Meeting beitreten:
https://leuphana.zoom.us/j/92751477704?pwd=HMWCnqmzkKlYlQWrJ4muNKtiS6jgzb.1

Quellennachweis:
ANN: Redebedarf. Lunchtalks des Ulmer Vereins (online, 20 Apr – 29 Jun 26). In: ArtHist.net, 31.03.2026. Letzter Zugriff 31.03.2026. <https://arthist.net/archive/52106>.

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