CFP 19.03.2026

Mittelalterliche Sakralräume (Ebsdorfergrund, 21-26 Sept 26)

Schloss Rauischholzhausen, 35085 Ebsdorfergrund, 21.–26.09.2026
Eingabeschluss : 30.04.2026

Sophia Wagner
9. Interdisziplinärer Doktorand:innen-Workshop zu mittelalterlichen Sakralräumen (MiSaR).
Ohne das Sakrale ist das Europäische Mittelalter kaum zu denken. Als sichtbarstes Zeichen des Sakralen begegnen uns bis heute prachtvolle Kirchenbauten und Klosteranlagen, Kapellen und Stationswege und gerade in den größeren Städten des Mittelalters auch Synagogen, Mikwen und jüdische Friedhöfe trotz wiederkehrender Versuche der Unterdrückung und Zerstörung der jüdischen Kultur. In Museen, Schatzkammern und Archiven finden wir kostbare Reliquiare, unschätzbar wertvolle Handschriften, Tapisserien, liturgisches Gerät und alle Arten religiöser Kunst vor: von den ornamentierten steinernen Chorschranken aus karolingischer Zeit bis zu den anrührenden Pietà-Skulpturen des Spätmittelalters. Vielfach ihres ursprünglichen Kotextes beraubt geben uns diese Objekte nur noch eine Ahnung davon, welchen Aufwand gerade die gesellschaftlichen Eliten betrieben, um ihrer Frömmigkeit sichtbaren Ausdruck zu verleihen.
Sakrales Handeln als Ausdruck einer tief empfundenen Frömmigkeit, durchdrang alle Aspekte der Gesellschaft und äußerte sich nicht zuletzt im politischen Handeln der Herrschenden. Die ihm gewidmeten Räume waren allgegenwärtig und konnten sich stets auch auf das Profane, den Stadtraum (Stationen, Prozessionen), zurückgelegte Wege (Pilgern, Prozessionen) etc. ausdehnen. Das Sakrale war fest mit dem Lauf der Jahreszeiten verbunden (Kirchenjahr, Hohe Fest, Heiligenfeste). Mitglieder geistlicher Gemeinschaften widmeten ihren gesamten Lebensalltag dem sakralen Handeln, das in seiner zentralen Funktion stets auf das Jenseits ausgerichtet war. So wie ihr Tag durch Gebetszeiten gegliedert war, setzte sich ihr Sakralraum durch religiöse Zeichenhandlungen, durch das Gebet, durch Altarstellen, durch Bildnisse, durch seine Architektur zusammen.

Um mittelalterliche Sakralräume durchdringen zu können, braucht es eine multiperspektivische, interdisziplinäre Herangehensweise – und es braucht Räume, um sich darüber austauschen zu können. Einen solchen Raum soll der 9. Interdisziplinäre Doktorand:innen-Workshop bieten:
Alle Teilnehmenden bekommen die Möglichkeit, mindestens eine Stunde lang das eigene Forschungsprojekt oder Aspekte daraus zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Darüber hinaus fördern wir im Rahmen des Workshops offene Formate zu Themen rund um das wissenschaftliche Arbeiten, den unbefangenen Austausch über Rahmenbedingungen und Lebensumstände während der Promotion, konstruktive Feedbacks in Kleingruppen und die persönliche Vernetzung.
Der Workshop wird von Doktorand:innen für Doktorand:innen veranstaltet – und das bereits seit über zehn Jahren mit großem Erfolg: abseits institutionalisierter Strukturen und zugleich als Teil eines lebendigen Netzwerks, das sich mit jeder neuen Generation von Promovierenden um wertvolle Perspektiven erweitert.
Um die Vielfalt der Forschungsmöglichkeiten rund um Sakralräume abbilden zu können, laden wir daher Nachwuchswissenschaftler*innen der Architektur- und Kunstgeschichte, Archäologie und Bauforschung, Liturgie- und Geschichtswissenschaften, der Digital Humanities (v.a. Digital (Art) History oder Archeology) und angrenzender Disziplinen ein, sich mit folgenden Unterlagen zu bewerben:
- Exposee zum Vortrag (max. 500 Worte, gerne mit Abbildungen)
- Lebenslauf (mit Angaben zu Art und Stand des Forschungsvorhabens sowie ggf. Betreuung)
Die Tagungskosten belaufen sich aktuell auf 431,35 € p.P. inkl. Unterkunft und Verpflegung. Sobald das Programm feststeht, werden wir uns um Fördermöglichkeiten bemühen, die zu einer deutlichen Senkung der Kosten beitragen. Dennoch empfehlen wir, sich darüber hinaus rechtzeitig über individuelle Fördermöglichkeiten zu informieren.
Die Bewerbungsunterlagen sind bis zum 30.04.2026 einzureichen an folgende E-Mail-Adresse:
mittelalterliche-sakralarchitekturweb.de

Veranstalterinnen:

Johanna Beutner, Alumna Universität Bonn
Madlen Gulitsch, Universität Bamberg,
Nina Kunze, Universität Passau
Sophia Wagner, Universität Regensburg

Quellennachweis:
CFP: Mittelalterliche Sakralräume (Ebsdorfergrund, 21-26 Sept 26). In: ArtHist.net, 19.03.2026. Letzter Zugriff 20.03.2026. <https://arthist.net/archive/52012>.

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