Neue Trauerorte. Kirchenkolumbarien und mehr.
Das Modell „Kirchenkolumbarium“ für umzunutzende Kirchengebäude ist inzwischen in Westdeutschland ein anerkanntes und weit verbreitetes Konzept im Rahmen der Entstehung neuer Orte der Trauerpastoral. Die Kirche St. Josef in Aachen, umgebaut zur Urnenkirche vom Architekturbüro Hahn Helten 2006, steht am Beginn dieser neuen Entwicklung und markiert einen „Prototyp“, der inzwischen viele Nachfolger gefunden hat. Allein im Bistum Aachen sind seitdem über zwölf neue Kirchenkolumbarien entstanden. Aber auch in anderen Regionen Nordrhein-Westfalens, wie z.B. im westfälischen Raum, etablierte sich dieser Umbautypus der Urnenkirche, so z.B. bei der Liebfrauenkirche in Dortmund (Staab Architekten) oder jüngst bei der Christuskirche in Marl, umgebaut durch das Büro Deen Architekten aus Münster. Neben dieser baulich aufwendigen Gestaltung einer Kirche zu einem neuen Trauerort gibt es auch kleiner dimensionierte pastorale Impulse für neue Friedhofsgestaltungen oder künstlerische Interventionen als trauerbegleitende Formate, die im Rahmen der Tagung vorgestellt werden sollen.
In der zweiteiligen Veranstaltung soll zunächst in einem Workshop am Vormittag zusammen mit dem Kooperationspartner TRANSARA (DFG-Forschungsgruppe zu Sakralraumtransformation, FOR 2733) der Forschungsansatz zum Transformationsmodell „Kirchenkolumbarium“ mit einem Interview des Architekten Ulrich Hahn (Aachen) vorgestellt sowie aus den Untersuchungsräumen Aachen und Leipzig berichtet werden. Eine Schilderung über neue Ansätze von Trauerpastoral im Erzbistum Paderborn und eine Arbeit in Kleingruppen beschließen den Workshop. Im Tagungsteil am Nachmittag stehen als Referent:innen Dr. theol. Antje Mickan (TU Braunschweig) zum Thema „Bestattungsräume als Erinnerungsräume“, Madeleine Dietz als Künstlerin des Sepulkralen, das Architekturbüro Ringelhan für die Planung zur Aussegnungshalle in Wenden und Deen Architekten zum Kolumbarium Christuskirche in Marl auf dem Programm.
Programm
09:30 Uhr Stehkaffee
10:00 Uhr Begrüßung, Einführung
Prof. Dr. Stefanie Lieb
10:15-11:00 Uhr Der Prototyp „Kirchenkolumbarium“ – historische Herleitung und Interview mit Architekt Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Hahn (Aachen), Prof. em. Dr. Albert Gerhards, DFG-Forschungsgruppe TRANSARA
11:00-11:15 Uhr Kaffeepause
11:15-12:00 Uhr Gedanken zur Trauer und Trauerorten im Erzbistum Paderborn:
- Irmtrud v. Plettenberg, Gemeindereferentin für Trauerbegleitung „Kolumbariumskirche Siegen“
- Pastor Andreas Kreutzmann, Diözesanbeauftragter für die Ständigen Diakone, Trauerbegleiter
- Dipl.-Ing. Carmen Matery-Meding, Diözesanbaumeisterin
12:00-12:45 Uhr Arbeit in Kleingruppen zu ausgewählten Trauerort-Projekten
Organisation: TRANSARA-Mitarbeitende
12:45-13:00 Uhr Ergebnissicherung der Kleingruppen-Arbeit, Diskussion
13:00-14:00 Uhr Mittagessen
14:00-14:30 Uhr Vortrag
Bestattungsräume als Erinnerungsräume
Dr. theol. Antje Mickan, TU Braunschweig
14:40-15:10 Uhr Vortrag
„Side by side“ – Kunst als Medium des Sepulkralen
Madeleine Dietz, Künstlerin
15:20-15:50 Uhr Vortrag
Die Aussegnungshalle St. Severinus in Wenden
Ringelhan Architekten, Wenden
15:50-16:20 Uhr Kaffeepause
16:20-16:50 Uhr Vortrag
Das Kolumbarium Christuskirche in Marl, 2018
Deen Architekten, Münster
17:00-17:45 Uhr Abschlussdiskussion
18:00-20:00 Uhr Abendimbiss
Anmeldung:
Manuela Siepmann; siepmannakademie-schwerte.de; Tel. 02304-477-153
Teilnahmegebühr: 49,00 €
Die Veranstaltung ist von der Architektenkammer als Fortbildung anerkannt.
Quellennachweis:
CONF: Kirche weitergebaut XIII: Neue Trauerorte (Schwerte, 27 Mar 23). In: ArtHist.net, 21.02.2023. Letzter Zugriff 04.04.2026. <https://arthist.net/archive/38609>.