Wie man mit dem Gummihandschuh philosophiert.
Topologische Operationen in Kunst und Theorie
Workshop: 2. April, 10–17:30 Uhr
Eröffnung: 2. April, 18 Uhr, mit Performance von Jens Vetter
Ausstellung bis 9. April, täglich 16–19 Uhr
Innerhalb der letzten Jahrzehnte haben topologische Denkansätze in der Kunst und Kunsttheorie eine Vielzahl neuer Konzepte und Praktiken zutage gefördert, die Operationen wie das Vernetzen, Verzerren und Umstülpen ins Zentrum ihres Interesses stellen und dem modernistischen Topos der Essenz ein Denken in Relationen, Transformationen und Uneindeutigkeiten entgegensetzen. Das in diesem Zusammenhang oft zitierte Denkbild des umstülpbaren Handschuhs, das binäre Kategorien wie rechts und links, oberflächlich oder tiefgründig gezielt unterwandert, erfährt mit dem Fokus auf den Eigensinn des Materials eine weitere Wendung: Wer mit dem Gummihandschuh philosophiert, öffnet sich dem Dehnbaren und Ambivalenten, allerlei Komplikationen und Entwicklungen, die von einer Form zur anderen führen und erst im Zusammenspiel theoretischer Perspektiven und materieller Praktiken greifbar werden. Jenseits der vielen inhaltlichen Wenden/turns der letzten Jahrzehnte gilt es damit auch Forschungsansätze und Kunstpraktiken zu erkunden, die einem Prinzip der Durchlässigkeit und einer Logik der stetigen Transformation folgen.
Programm | Dienstag 2. April 2019
10.00 Uhr
Begrüßung mit gemeinsamem Rundgang durch die Ausstellung
Sarah Kolb, Anne von der Heiden
Panel 1: Historische Grundlagen und theoretische Extrapolationen
Moderation: Anne von der Heiden
10.15 Uhr
Produktive Uneindeutigkeit. Zur topologischen Wende in Kunst und Theorie
Sarah Kolb (Linz/Wien)
11.00 Uhr
Innen/Außen. Topologisches bei Donald Judd und Robert Smithson
Michael Rottmann (Basel)
11.45 Uhr
Kaffeepause
12.00 Uhr
Topologische Grundlagen diagrammatischer Ordnungsmuster
Gerhard Dirmoser (Linz)
12.45 Uhr
Mittagspause
Panel 2: Topologische Operationen in der künstlerischen Praxis
Moderation: Sarah Kolb
14.15 Uhr
Artist Statements I
Katrin Mayer (Düsseldorf/Berlin) | Pauline M’barek (Köln/Brüssel)
15.45 Uhr
Kaffeepause
16.00 Uhr
Artist Statements II
Matthias Sohr (Lausanne) | Max Schaffer (Berlin)| Jens Vetter (Linz)
17.30 Uhr
Ende des Workshops
Im Anschluss Ausstellungseröffnung mit Performance von Jens Vetter
Mit Arbeiten und Beiträgen von Gerhard Dirmoser (Linz), Sarah Kolb (Linz/Wien), Katrin Mayer (Düsseldorf/Berlin), Pauline M’barek (Köln/Brüssel), Max Schaffer (Berlin), Matthias Sohr (Lausanne), Michael Rottmann (Basel) und Jens Vetter (Linz).
Organisiert und kuratiert von Sarah Kolb, Abteilung für Kunstgeschichte und Kunsttheorie, Kunstuniversität Linz.
Nähere Informationen: http://www.kulturtankstelle.at/
Quellennachweis:
CONF: Topologische Operationen (Linz, 2 Apr 19). In: ArtHist.net, 26.03.2019. Letzter Zugriff 04.04.2026. <https://arthist.net/archive/20477>.