CONF 20.01.2016

Kleidung zwischen Bild und Realie (Berlin, 18-21 Feb 16)

Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, 18.–21.02.2016
Anmeldeschluss: 14.02.2016

Sabine de Günther

Zeichen und Symbole. Kleidung zwischen Bild und Realie

Die vestimentären Wissenschaften können zwischen den Disziplinen der Bild-, Sprach- und Kulturwissenschaft bzw. den empirisch-materialkundlichen Analysen und deren Deutungen verortet werden. Die Tagung möchte Synergien bilden, das »Cross-Reading« von Quellen durch transdiziplinäre Forschung stärken, angewandte Methoden reflektieren und damit Positionen der verschiedenen Fachrichtungen in Bezug auf Kleidung und ihre Bilder verbinden. Im Zentrum der Debatte stehen methodische Fragestellungen, die sich mit Realien, der Rekonstruktion von Kleidung und ihrer medialen Bedeutung befassen. Dabei oszilliert Kleidung als »Zeichen« oder »Symbol« in ihrer Bedeutung zwischen zeichentheoretischer Metapher und ästhetisch-bildwissenschaftlichen Terminologien (Hegel, Vischer, Warburg, Cassirer, Panofsky, Gombrich u.a.). Vor diesem kunst- und kulturhistorischen Hintergrund werden Kleidung und deren bildliche bzw. skulpturale Darstellung nach ihren ästhetischen, anthropologischen, ikonologischen und materiellen Wurzeln befragt. Ziel der Tagung ist es, primär an der Schnittstelle zwischen Bild-, Schrift- und Objektquellen zu arbeiten, methodische Optionen auszuloten und den jeweils disziplinären Blick zu erweitern. Allen Disziplinen gemeinsam stellt sich darüber hinaus die Frage nach einer präziseren Definition der begrifflichen Trias von Bild-Kleidung-Mode.


PROGRAMM

Donnerstag, 18. Februar 2016

Ort: Heilig-Geist-Kapelle, Spandauer Str. 1, 10178 Berlin

Eröffnungsvortrag und Empfang
18:00 Uhr / Horst Bredekamp (Exzellenzcluster »Image Knowledge Gestaltung. An Interdisciplinary Laboratory«): Introduction | Einführung

18:15 Uhr / Aileen Ribeiro (Courtauld Institute of Art, London): How real is dress in art? | Wie real ist Kleidung im Bild?


Freitag, 19. Februar 2016

Ort: Humboldt Graduate School, Festsaal, Luisenstr. 56, 10115 Berlin

09:30 Uhr / Registrierung

"KleiderBilder als heuristisches Problem"
10:15 Uhr / William Kynan-Wilson (Aalborg Universitet): Limitations and possibilities – Ottoman costume albums as sources of clothing | Grenzen und Möglichkeiten – Osmanische Trachtenbücher als Kleiderquellen

"Form und Norm zwischen Bild und Realie"
11:00 Uhr / Juliane von Fircks (Johannes Gutenberg-Universität Mainz): Der Pourpoint des Charles de Blois. Männermode im 14. Jahrhundert | The pourpoint of Charles de Blois. Fourteenth century men’s fashion

11:45 Uhr / Thomas Weißbrich (Deutsches Historisches Museum, Berlin): Des Königs Rock zwischen Sein und Schein | The emperor’s new clothes between appearance and reality

"Textilien im Porträt"
14:00 Uhr / Karen Hearn (University College, London): From the life? Representing textlies in Tudor portraits | Nach der Natur gemalt? Die Darstellung von Textilien in Bildnissen der Tudor-Zeit

14:45 Uhr / Marcia Pointon (University of Manchester): Enduring characteristics and unstable hues: Men in black in French painting in the 1860s and 1870s | Dauerhafte Eigenschaften und unbeständige Farbtöne: Schwarz gekleidete Männer in französischen Gemälden der 1860er und 1870er Jahre

"Gender, Kleidermode und ihre visuelle Inszenierung"
16:00 Uhr / Barbara Schmelzer-Ziringer (Berlin): Modegeschichte als Machtgeschichte in Bildern. Zur Genese der vergeschlechtlichten bürgerlichen Silhouetten zur Zeit des höfischen Absolutismus | On the evolution of gendered bourgeois silhouettes in the age of courtly absolutism

16:45 Uhr / Änne Söll (Ruhr-Universität Bochum): Tyrann oder Pantoffelheld? Die modische Ratgeberliteratur für Männer der 1920er Jahre und ihr Verhältnis zum neu-sachlichen Männerporträt | Tyrant or henpecked husband? Fashion advice literature for men in the 1920s and its relation to New Objectivist image of masculinity

17:30 Uhr / Anne K. Reimers (University for the Creative Arts, Rochester/University College, London): Temporality, style and the vocabulary of fashion in 1920s German arts criticism | Zeithaftigkeit, Stil und Modewörter in der deutschen Kunstkritik der 1920er Jahre


Samstag, 20. Februar 2016

"Textile und vestimentäre Quellen"
09:30 Uhr / Clare Rose (Royal School of Needlework, London): Textile and texts – Sources for studying 18th-century quilted petticoats | Textilien und Schrift – Quellen für die Erforschung von abgesteppten Röcken des 18. Jahrhunderts

10:15 Uhr / Johannes Pietsch (Bayerisches Nationalmuseum, München): Historische Gewänder als Primärquellen der Kleidungsforschung | Historic garments as primary sources for dress research

"Quellenkritik zwischen Bild und Schrift"
11:30 Uhr / Leoni Heeger (Halle): Bilder in Zahlen – Die statistische Untersuchung von Kleidung in mittelalterlichen Bildquellen | Pictures in numbers: The statistical analysis of clothing in medieval visual sources

12:15 Uhr / Janine Jakob (Universität Zürich): Edler Putz macht Damen. Mode zwischen Mandat und Alltagspraxis in Basel, Zürich und Luzern 1650–1790 | The clothes make the lady. Fashion between mandate and everyday practice in Basel, Zurich and Lucerne 1650–1790

"KleiderBilder und Kleiderordnungen I"
14:30 Uhr / Giulia Galastro (University of Cambridge): Forbidden finery: Sumptuary laws in action in sixteenth-century Genoa | Verbotener Aufputz: Angewandte Luxusgesetze in Genua im 16. Jahrhundert

15:15 Uhr / Wilm Grunwaldt (Humboldt-Universität zu Berlin): Von der Vorschrift zum Vorbild. Popularisierung policeylicher Kleiderordnungen in moralischen Wochenschriften | From regulations to role models. Popularization of public dress codes in moral weeklies

"KleiderBilder und Kleiderordnungen II"
16:30 Uhr / Astrid Ackermann & Stefanie Freyer (Friedrich-Schiller-Universität Jena & Universität Osnabrück): Fehler im (ständischen) System? Die Uneindeutigkeit vestimentärer Kommunikation | Mistakes in the (feudal) system? The ambiguity of vestimentary communication

17:15 Uhr / Tatjana Petzer & Martin Treml (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin): “Kleiderordnungen”: Versuch zu einer Figur kulturwissenschaftlicher Forschung | “Dress Codes”: Exploring a figure of cultural studies


Sonntag, 21. Februar 2016

"Zeichen, Symbole und Bedeutungswandel im Bild"
10:00 Uhr / Sara van Dijk (Rijksmuseum, Amsterdam): Portrait of a jewel. Bianca Maria Sforza’s jewellery in word and image | Porträt eines Edelsteins. Das Geschmeide der Bianca Maria Sforza in Wort und Bild

10:45 Uhr / Herbert Kopp-Oberstebrink (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin): Von der Culotte zum “existenziellen Anzug”, vom Hof in die akademische Welt. Stationen in der Karriere der Kniebundhose | From the culotte to the “existential suit”, from the court to academia. Stations in the career of knee-lenght trousers

11:30 Uhr / Mateusz Kapustka (Universität Zürich): Clothes for the Mission | Kleidung für die Mission

Konzept und Organisation
Sabine de Günther M.A., »Bild Wissen Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor«
Prof. Dr. Philipp Zitzlsperger, Hochschule Fresenius, Fachbereich Design (AMD) und Associate Member, »Bild Wissen Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor«

Tagungssprache
Die Tagungssprachen sind deutsch und englisch. Deutsche Vorträge werden simultan ins Englische übersetzt. Im Tagungsprogramm sind die Vortragstitel an erster Stelle in der Sprache aufgeführt, in der sie gehalten werden.

Anmeldung
Wir bitten um verbindliche, kostenlose Anmeldung: http://zeichen-und-symbole.bwg.hu-berlin.de/de.html#Anmeldung

Quellennachweis:
CONF: Kleidung zwischen Bild und Realie (Berlin, 18-21 Feb 16). In: ArtHist.net, 20.01.2016. Letzter Zugriff 06.04.2025. <https://arthist.net/archive/12030>.

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