Kartographische Episteme. Visuelle Praktiken Alexander von Humboldts
Tagung im Rahmen des Graduiertenkollegs »Sichtbarkeit und
Sichtbarmachung. Hybride Formen des Bildwissens« an der Universität
Potsdam
Die Tagung vertieft die Fragestellung des Kollegs im Hinblick auf
visuelle Praktiken der Kartographiegeschichte und Kartenherstellung.
Karten verzahnen und verzeichnen auf ihren Oberflächen seit jeher
verschiedene Wissens- und Medienformate, theoretische Reflexion und
experimentelle Forschung. Insbesondere Alexander von Humboldts Karten
weisen -- an der Schwelle zur standardisierten und disziplinär
verankerten Kartographie -- eine hohe Komplexität mit stark
experimentellem Charakter auf: Historische Reflexionen werden in ihnen
ebenso augenfällig wie neue Raumerfahrungen, aisthetische Praktiken und
u.a. politische, heuristische und technische Entwicklungen seiner Zeit.
Eine Beschäftigung mit Humboldts Karten zielt einerseits ins Zentrum
seiner Wissenschaft selbst, eröffnet andererseits aber auch einen
konkreten Zugang zu visuellen Praktiken Anfang des 19. Jahrhunderts und
deren Entwicklung insgesamt.
Eine Analyse der Karten erfordert die Zusammenarbeit verschiedener
Disziplinen, aus denen Vertreter auf der Tagung miteinander ins Gespräch
kommen sollen. Neben der generellen Fragestellung nach kartographischen
Epistemen, soll der von der Forschung erst in jüngster Zeit beachteten
Bedeutung der Kartographie für Alexander von Humboldts Denken und
Arbeiten nachgegangen werden.
Programm:
Freitag, 31.05.2013
(Universität Potsdam, Neues Palais, Haus 8, Raum 60/61)
18.00-20.00
Keynote von Bernard Debarbieux (Genf): Visual thinking: from Buache
to Humboldt (Veranstaltung auf Englisch)
ab 20.00
Empfang
Samstag, 01.06.2013
(Neues Palais, Obere Mensa)
09.45-10.00
Begrüßung
Sektion 1: Naturwissenschaftlicher Kontext
10.00-11.00
Birgit Schneider(Potsdam)/Thomas Nocke(Potsdam): Die Klimazonenkarte
Alexander von Humboldts im Spannungsfeld von Daten und Ästhetik:
Diskussion ihrer Entstehung und computerbasierten Rekonstruktion
11.00-11.45
Nils Güttler (Erfurt): Bildwissenschaft ohne Bild. Zum prekären
Status von Karten in der Pflanzengeographie des 19. Jahrhundert
Sektion 2: Aisthetische Praxis
13.00-13.55
Tanja Michalsky (Berlin): Karten unter sich. Kopie, Kommentar,
kartographische Intertextualität?
14.00-14.55
Andreas Christoph (Jena): Alexander von Humboldts Einfluss auf
die Abbildungspraxis der Vulkanologie im 19. Jahrhundert
Sektion 3: Politische Dimensionen
15.20-16.15
Francesca Azara(Jena): Ansätze für ein Nordamerika-Netzwerk - Alexander
von Humboldts kritische Auseinandersetzung mit Zebulon Pikes
Neu-Spanien-Karten
16.20-17.15
Tobias Kraft(Potsdam): Text Karte Politik. Humboldts kritische
Kartographie Neu-Spaniens
ca.17.20-17.40
Dominik Erdmann: Abschlusskommentar
Für eine Teilnahme ist keine Anmeldung erforderlich.
Kontakt:
Sichtbarkeit und Sichtbarmachung.
Hybride Formen des Bildwissens
DFG-Graduiertenkolleg 1539
Universität Potsdam
Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam
http://www.sichtbarkeit-sichtbarmachung.de/
Reference:
CONF: Kartographische Episteme (Potsdam, 31 May-1 Jun 13). In: ArtHist.net, May 21, 2013 (accessed Apr 5, 2026), <https://arthist.net/archive/5416>.