In der öffentlichen Debatte über Künstliche Intelligenz (KI) standen bislang vor allem Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT sowie generative Systeme zur Bildproduktion (z. B. DALL·E, Midjourney) im Zentrum. Diese Anwendungen bilden jedoch nur einen Teilbereich der KI-Forschung. Die zweite Ausgabe des Journals Spiegelkabinett. Reflexionen der Designforschung nimmt daher ein Feld in den Blick, in dem KI nicht nur „spricht“ oder Bilder erzeugt, sondern als verkörpertes System in der Welt handelt: die Robotik. Aus kulturwissenschaftlichen, philosophischen, medientheoretischen und designtheoretischen Perspektiven fragen wir, wie sich das Zusammenspiel von Mensch und Roboter historisch beschreiben lässt, wie es gegenwärtig gestaltet wird und welche Zukünfte dadurch denkbar werden.
Die Diskussion über Mensch-Maschine-Interaktionen pendelt dabei zwischen Unterwerfungsszenarien und Entwürfen einer gleichberechtigten Koexistenz (etwa im kritischen Posthumanismus). Gerade Robotik verschärft diese Fragen, weil hier die Interaktion nicht allein virtuell oder diskursiv bleibt, sondern leiblich, räumlich und situativ wird: Roboter koppeln KI-Modelle an Sensorik und Aktorik, müssen sich in einer Außenwelt orientieren und auf Unvorhergesehenes reagieren. Damit rücken Lernen, Verantwortung und Gestaltung unter realen Bedingungen in den Vordergrund. Ein (kulturell besonders aufgeladener) Fluchtpunkt solcher Entwicklungen ist die Figur des Androiden – und mit ihr die Frage, wie sich „künstliches“ und „natürliches“ Leben unterscheiden lassen und ob diese Unterscheidung in hybriden Konstellationen überhaupt stabil bleibt.
Wir laden dazu ein, Abstracts einzureichen, in denen eine klare These und Argumentation ersichtlich wird. Themen können beinhalten, sind jedoch nicht beschränkt auf:
1. Roboter und Industrialisierung
2. Historische Betrachtungen der Figur des Roboters
3. Robotik in Trans- und Posthumanismus
4. Robotik und Phänomenologie
5. Natürliches und künstliches Leben
6. Ethische Fragen in der Robotik
7. Roboter in Gestaltungsprozessen
Die endgültigen Papers werden in der zweiten Ausgabe der 2026 gegründeten Zeitschrift Spiegelkabinett. Reflexionen der Designforschung veröffentlicht.
EINREICHUNGSRICHTLINIEN
Abstracts
Bitte reichen Sie bis zum 15.06.2026 ein aussagekräftiges Abstract (max. 400 Wörter) ein. Abstracts können auf Deutsch oder Englisch verfasst sein und als Word- oder PDF-Datei eingereicht werden.
Bitte senden Sie Ihren Vorschlag mit Betreff „Spiegelkabinett Robotik“ an spiegelkabinetths-pforzheim.de
Benachrichtigung über Annahme der Abstracts
Bis zum 01.07.2026 informieren wir über die Annahme des Abstracts und laden zur Einreichung der Full Papers ein.
Einreichung der Full Papers
Nach Annahme des Abstracts bitten wir die Autor:innen, ihre ausgearbeiteten Beiträge bis zum 01.11.2026 einzureichen. Dazu wird ein Stylesheet bereitgestellt, anhand dessen die Beiträge formal zu gestalten sind. Die Full Papers sollten einen Umfang von 7.000 Wörtern (inklusive Fußnoten) nicht überschreiten. Sie können in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein.
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an spiegelkabinetths-pforzheim.de
Herausgeber der Ausgabe ist
Dr. Stefan W. Schmidt, Hochschule Pforzheim
Spiegelkabinett. Reflexionen der Designforschung wird herausgegeben von
Evelyn Echle (Pforzheim) und Thomas Hensel (Pforzheim).
Der wissenschaftliche Beirat setzt sich zusammen aus:
Elke Bippus (Zürich)
Nils Büttner (Antwerpen/Stuttgart)
Daniel Martin Feige (Stuttgart)
Olga Moskatova (Freiburg i.Br.).
Reference:
CFP: Spiegelkabinett, no. 2/2026: Robotik und neue künstliche Lebensformen. In: ArtHist.net, May 8, 2026 (accessed May 9, 2026), <https://arthist.net/archive/52408>.