Angewandte Künste – Aktuelle Perspektiven auf ein vielgestaltiges Forschungsfeld.
Kaum ein Forschungsfeld ist so vielfältig und breit gefächert wie das der angewandten Künste. Es umfasst eine Vielzahl von Objekten, Gattungen, Materialgruppen und Techniken – von der Goldschmiedekunst über Keramik und Glaskunst bis hin zur Kunsttischlerei und den textilen Künsten. Sie alle eint der Anspruch, die Lebenswelten von Menschen und die Dinge, mit denen sie sich umgeben, künstlerisch zu gestalten. Kostbare Materialien und deren virtuose Bearbeitung ließen Objekte
entstehen, die höchsten repräsentativen Ansprüchen genügten.
Angeregt etwa durch den material turn haben sich die Geistes- und Kulturwissenschaften in den letzten Jahren verstärkt den in der universitären Forschung und Lehre lange vernachlässigten angewandten Künsten zugewandt. Wichtige Impulse gingen hier auch von Museen aus, die ihre Bestände im Lichte sammlungsgeschichtlicher sowie innovativer methodisch-theoretischer Zugänge neu befragten, ausstellten und publizierten. Auch die Kunsttechnologie und die Restaurierungswissenschaften haben Wesentliches zur Erforschung und Neubewertung beigetragen. Mittlerweile haben sich die angewandten Künste im Forschungskanon etabliert. Über die Disziplinen und Institutionen hinweg sind in den letzten Jahren vielfältige neue Forschungsansätze ausprobiert und wegweisende Projekte ins Leben gerufen worden. Es ist an der Zeit für eine Bestandsaufnahme und einen Blick in die Zukunft: Mit welchen aktuellen Fragestellungen und methodisch-theoretischen Zugängen nähern sich Forscher:innen den angewandten Künsten? Auf welche Forschungstraditionen können sie dabei aufbauen und wie können diese weiterentwickelt werden? Welche innovativen Ansätze gibt es, Objekte der angewandten Kunst auszustellen und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen?
Zu diesen Fragen lädt das Herzog-Anton-Ulrich-Museum zusammen mit Hessen Kassel Heritage und Expert:innen aus Kunst- und Kulturgeschichte, Restaurierung und Museum ein, ihre aktuellen Projekte auf einer interdisziplinären Tagung vorzustellen. Vorrangiges Ziel der Tagung ist es, sich über die einzelnen Projekte auszutauschen und übergreifende, richtungsweisende Tendenzen in der Forschung zu Werken der angewandten Kunst herauszuarbeiten.
Die Tagung richtet ihren zeitlichen Fokus auf die Frühe Neuzeit und das 19. Jahrhundert und ist dabei bewusst offen für Einsendungen zu unterschiedlichsten Material- und Objektgruppen. Da die Beiträge der Tagung in der Schriftenreihe „Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte“ publiziert werden, begrüßen wir solche Einsendungen, die ihren geografischen Schwerpunkt auf Mittel- und Norddeutschland richten. Ausdrücklich möchten wir jüngere, noch in der Qualifikationsphase befindliche Forscher:innen ermutigen, ihre Projekte einzureichen.
Das Herzog Anton Ulrich-Museum übernimmt für die Vortragenden Übernachtungs- und Fahrtkosten (DB, 2. Klasse).
Bitte senden Sie Ihren Beitragsvorschlag (max. 300 Wörter) und einen kurzen CV bis zum 30.04.2026
an:
Dr. Martina Minning
Leiterin der Abteilung Angewandte Kunst
Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig
m.minning3landesmuseen.de
Reference:
CFP: Angewandte Künste (Braunschweig, 28-30 Oct 26). In: ArtHist.net, Mar 16, 2026 (accessed Mar 16, 2026), <https://arthist.net/archive/51987>.