CONF Mar 13, 2026

Zur Kritik der Freiheit und ihrer Repression (Stuttgart, 13-15 Mar 26)

Württembergischer Kunstverein Stuttgart, Mar 13–15, 2026
Registration deadline: Mar 15, 2026

Württembergischer Kunstverein Stuttgart

SYMPOSIUM:
Zur Kritik der Freiheit und ihrer Repression in liberalen Demokratien.

Mit Lily Abichahine, Katja Diefenbach, Emily Dische-Becker, Denise Ferreira da Silva (zoom), Hanno Hauenstein, Sami Khatib, Henrike Kohpeiß, Ralf Michaels, Hannah Tzuberi, René Wildangel und anderen

Auslöser des geplanten Symposiums ist die wachsende Sorge um die Freiheit, Unabhängigkeit und Freiräume von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft in Deutschland und anderen liberalen Demokratien.
Über die Kontexte und Tragweiten dieser Sorge sowie über mögliche Strategien zum Umgang damit möchten wir auf transdisziplinärer Ebene diskutieren: Das heißt in und zwischen den Diskursen von Philosophie, Politik-, Rechts- und Kulturwissenschaften.

Die modernen Konzepte von Freiheit und Autonomie entstehen mit der Aufklärung, deren nicht nur emanzipatorische, sondern auch sexistische, rassistische, klassistische und koloniale Verflechtungen Gegenstand jüngerer transdisziplinärer Forschung und Theorie sind. Freiheit und Unabhängigkeit stellen keine fixen, sondern permanent zu erstreitende soziale Verhältnisse dar.

Das Symposium setzt an diesen Fragen an. Zudem diskutiert es die Beobachtung, dass sich kritische Diskurs- und Handlungsräume bei bestimmten Themen – insbesondere im Kontext der
Debatten um die deutsche Staatsräson, aber auch beim Klimaaktivismus oder beim Aktivismus gegen Rechtsextremismus – zunehmend verengen. Die Veranstaltung grenzt sich dabei ausdrücklich von rechtspopulistischen Positionen ab, die Diskriminierung – sei es in Form von Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus – als vermeintliches Freiheitsrecht zu legitimieren versuchen. Diskriminierung ist kein Recht.

Anmeldung: volkwkv-stuttgart.de

Sprache: Freitag, 13. März 2026: Deutsch und Englisch, begleitet von KI-unterstützter Übersetzung
Samstag, 14. März 2026: Deutsch und Englisch mit Simultanübersetzung (Deutsch–Englisch /
Englisch–Deutsch)
--------------------------------------------------------------------

PROGRAMM
(weitere Informationen zu den Vorträgen unter: https://www.wkv-stuttgart.de/programm/2026/veranstaltungen/freiheit/=

FR, 13. März 2026
SPRACHE: Deutsch und Englisch, begleitet von KI-unterstützter Übersetzung

# 1
Zur Kritik der Freiheit. Reflexionen zum Begriff der Freiheit aus philosophiekritischer, feministischer, post- und antikolonialer Perspektive

18:30 Uhr
Begrüßung / Einführung
Iris Dressler, Hans D. Christ
Direktor*innen des Württembergischen Kunstvereins

19 Uhr
Katja Diefenbach
Professorin für Kulturphilosophie / Philosophie der Kulturen an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder)
"Aneignen und Strafen: Zur Illiberalität des Liberalismus im Spiegel des 17. Jahrhunderts. Naturrechtliche Legitimationen von Krieg, kolonialer Landnahme und Versklavung bei Thomas Hobbes und John Locke"

19:30 Uhr
Denise Ferreira Da Silva (Zoom)
Professorin des Samuel-Rudin-Lehrstuhls für Geisteswissenschaften am Department of Spanish and Portuguese, Co-Direktorin des Critical Racial & Anti-Colonial Study Co-Laboratory an der New York University

20–21 Uhr
Podium / Gespräch
Katja Diefenbach, Denise Ferreira Da Silva (Zoom)
Moderation: Iris Dressler

SA, 14. März 2026
SPRACHE: Deutsch und Englisch mit Simultanübersetzung (Deutsch–Englisch / Englisch–Deutsch)

11:30 Uhr
Begrüßung / Einführung
Iris Dressler, Hans D. Christ
Direktor*innen des Württembergischen Kunstvereins

# 2
Zur Verengung kritischer Diskurs- und Handlungsräume in Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft

12 Uhr
Emily Dische-Becker
Journalistin, Redaktionsmitglied von theDiasporist, Mitgründerin von Diaspora Alliance, Forscherin von Forensis/Forensic Architecture, unter anderem im Kontext von Three Doors
"Einladungspolitik"

12:30 Uhr
Hanno Hauenstein
Journalist, Herausgeber des Podcast Nullpunkt
"Journalismus und die Ökonomie der Zensur"

13 Uhr
Henrike Kohpeiß
Postdoc, Leuphana Transformation Lab, Leuphana Universität Lüneburg
"Dialektiken der Freiheit: Treibende Praxis und Bürgerliche Institutionen"

13:30–14:30 Uhr
Mittagspause
(In begrenztem Rahmen kann ein Mittagessen vor Ort erworben werden)

14:30–15:30 Uhr
Podium
Emily Dische-Becker, Hanno Hauenstein, Henrike Kohpeiß
Moderation: Iris Dressler

Pause

# 3
15:45 Uhr
Lily Abichahine
Juristin, Forscherin und Künstlerin
"Über Grauzonen des Rechts und Geografien der Angst"

# 4
Politiken der deutschen Staatsräson und ihre Herausforderungen im Kontext nationaler und internationaler Rechtsräume

16:15 Uhr
Ralf Michaels
Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht. Professor an der Queen Mary University of London und an der Universität Hamburg
"Meinungsfreiheit und Demokratie"

16:45 Uhr
René Wildangel
Historiker und Autor, Berlin
"Zu den Hintergründen, Zielen und Auswirkungen des Expert*innenpapiers Jenseits der Staatsräson"

Pause

17:30–18:30 Uhr
Podium
Ralf Michaels, René Wildangel, Lily Abichahine
Moderation: Hans D. Christ

Pause

# 5
Phantasmen und Symptome der „Wiedergutwerdung“. Zu den Aporien des Anti-Antisemitismus in der deutschen Erinnerungskultur

19 Uhr
Sami Khatib
Professor für politische und soziale Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe
"Palästina als Symptom und Ursache"

19:30 Uhr
Hannah Tzuberi
Judaistik- und Islamwissenschaftlerin, Mitherausgeberin von Jewish Friends: Contemporary Figures of the Jew (2020), das sich der zeitgenössischen Figur des Juden widmet. Sie engagiert sich in der Salaam-Schalom Initiative und der Association of Palestinian and Jewish Academcis. Ihre Forschungsinteressen umfassen das zeitgenössische europäische Judentum, Nationsbildung, kollektives Gedächtnis, Religion und Säkularismus

20–21 Uhr
Podium
Sami Khatib, Hannah Tzuberi und andere
Moderation: Iris Dressler

SO, 15. März 2026
10–12 Uhr
PLENUM
Offene Diskussion
Sprache: Deutsch

Pause

13–14 Uhr
KÜNSTLERINNENRUNDGANG
Dominique Hurth
zur "Ausstellung Privathandtaschen dürfen zum Außendienst nicht mitgetragen werden" über weibliche NS-Täterinnenschaft am Beispiel des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück

Reference:
CONF: Zur Kritik der Freiheit und ihrer Repression (Stuttgart, 13-15 Mar 26). In: ArtHist.net, Mar 13, 2026 (accessed Mar 14, 2026), <https://arthist.net/archive/51970>.

^