"Ornament und Erkenntnis – Zur Überschneidung der künstlerischen und der wissenschaftlichen Sphäre im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts",
am 27. Februar 2026, Universität für Angewandte Kunst, Seminarraum 22, Vordere Zollamtsstraße 7, Wien.
Das Symposium Ornament und Erkenntnis widmet sich der Verflechtung künstlerischer und wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Verbindung der beiden Sphären wurde zeitgenössisch sowohl in der Kunst als auch in der Wissenschaft vielfach gefordert, um in der Zusammenschau einen Erkenntnisgewinn höherer Ordnung zu erzielen.
Wie dringend dieser Anspruch in den 1920er und 1930er Jahren war, zeigen zahlreiche Projekte europäischer Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Schriftsteller:innen. Zu denken ist hier neben vielen anderen an die wissenschaftlich-literarischen Arbeiten von Thomas Mann und die poetisch-theoretischen Schriften von Antonin Artaud, an die stilistisch experimentellen Studien der (germanistischen) Geistesgeschichte (u.a. Friedrich Gundolf, Fritz Strich und Marianne Thalmann), an die Linien- und Farbtheorien von Paul Klee und Wassily Kandinsky sowie an ästhetische Positionierungen der avantgardistischen „Wiener Frauenkunst“.
Bei der Zusammenschau künstlerischer sowie wissenschaftlicher Darstellungsformen und Erkenntnisprozesse handelte es sich bereits im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts um ein fächer- bzw. genreübergreifendes Bestreben. Aus diesem Grund ist das Symposium transdisziplinär konzipiert und vereint Vorträge aus Kunst, Kunstwissenschaft, Germanistik, vergleichender Literaturwissenschaft, Geschichte sowie den Kulturwissenschaften.
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PROGRAMM (27. Februar 2026)
13.00 Uhr s.t.: Begrüßung und Einführung: Alexander Damianisch (Support Kunst & Forschung), Elisabeth Grabenweger (Wien)
13.15 - 14.45 Uhr: Raphael Rosenberg (Wien): Farbe ≠ Formen: Kandinskys gescheitertes Experiment als Teil der Geschichte wissenschaftlicher Ästhetik
Deborah Holmes (Salzburg): Weibliche Kritik der Wissenschaft. Entwicklungslinien in und um Wien ab 1900
14.45 - 15.00 Uhr: Pause
15.00 - 16.30 Uhr: Elisabeth Grabenweger (Wien): Die Wahrheit der Abstraktion. Marianne Thalmanns Gestaltungsfragen der Lyrik von 1925
Elana Shapira (Wien): Wie sieht die Frau? Feminismus und Ästhetik in Wien 1930
16.30 - 16.45 Uhr: Pause
16.45 - 18.15 Uhr: Annette Wolf (Berlin): Verfehlte Begegnung? Fritz Strichs Bezugnahme auf Heinrich Wölfflins Kunstgeschichtliche Grundbegriffe
Sabine Mainberger (Bonn): Lave les lignes, Lava-Linien. Zu Antonin Artaud
19.00 Uhr (Heidi Horten Collection, Hanuschgasse 3, 1010 Wien): Abendvortrag, Régine Bonnefoit (Neuchâtel): Lineare Übersetzungen in der Kunst
Reference:
CONF: Ornament und Erkenntnis (Wien, 27 Feb 26). In: ArtHist.net, Feb 18, 2026 (accessed Feb 19, 2026), <https://arthist.net/archive/51784>.