CFP 26.07.2022

100 Jahre Kulturerbe Niederösterreich (Krems/online, 7-8 Oct 22)

Krems (A) - Universität für Weiterbildung - Donau-Universität, 07.–08.10.2022
Eingabeschluss : 09.09.2022

Anja Grebe

Symposium „100 Jahre Kulturerbe Niederösterreich“

Veranstalter: Universität für Weiterbildung Krems – Department für Kunst- und Kulturwissenschaften (DKK) in Kooperation mit dem Institut für Österreichkunde Wien (IÖK)

Ort/Datum: Campus Krems, Audimax, 7.-8. Oktober 2022 (Präsenz und Digital)

Die Gründung des Bundeslandes Niederösterreich 1920 und die in der Folge beschlossene Trennung von Wien waren 1922 auch die Geburtsstunde des niederösterreichischen Kulturerbes. Selbstverständlich sind die einzelnen Orte, Objekte und kulturellen Ausdrucksformen, die das materielle und immaterielle kulturelle Erbe ausmachen, wesentlich älter – teilweise zehntausende Jahre. Doch als gemeinsames „Kulturerbe Niederösterreichs“ existieren sie erst seit 1922 – Grund genug, das Thema erstmals in den Mittelpunkt eines Symposiums zu stellen, das explizit auch den wissenschaftlichen Nachwuchs ansprechen, für das Thema sensibilisieren und aktiv einbinden soll.
Dabei verbirgt sich hinter dem Begriff „Kulturerbe Niederösterreich“ kein statisches Konstrukt. Vielmehr haben wir es mit einem äußerst dynamischen Phänomen zu tun, das eine Vielzahl von Kunst- und Objektgattungen, Traditionen, Akteur*innen und Institutionen umfasst und in vielfältigen Wechselbeziehungen nach innen und außen steht. Das geplante Symposium rückt historische, kunsthistorische und kulturwissenschaftliche Fragen in den Mittelpunkt und beleuchtet Genese und Entwicklung des „Kulturerbes Niederösterreich“ vor dem Hintergrund komplexer Themen wie Kulturpolitik, Recht, Identität, Eigenständigkeit, Wirtschaft und gesellschaftliche Diversität. Anhand von Fallbeispielen sollen mit dem kulturellen Erbe verbundene Praktiken des Sammelns, Bewahrens, Dokumentieren und Erforschens ebenso wie den unterschiedlichen Formen des Präsentierens und Vermittelns diskutiert werden. Dies umfasst auch die Frage, welche Chancen und Herausforderungen durch die Digitalisierung entstehen, etwa im Hinblick auf Bildung und Teilhabe. Das „Kulturerbe Niederösterreich“ erweist sich somit als permanenter Ausverhandlungsprozess – von den Trennungsverhandlungen 1920/21 über die Umbrüche in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur postdigitalen Migrationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts.
Das Symposium „100 Jahre Kulturerbe Niederösterreich“ bietet den Raum, neben Geschichte, Gegenwart und Zukunft bekannter Objekte, Traditionen und Institutionen auch bislang noch weniger beachtete Themen in den Blick zu nehmen, die jedoch als paradigmatisch für das kulturelle Erbe Niederösterreichs gelten können. Hierzu gehören etwa das reiche industriekulturelle Erbe, der Fokus auf neuen Präsentations- und Vermittlungsformaten (z.B. Landesausstellungen, Festivallandschaft), der Bezug zur Forschungs- und Wissenschaftslandschaft, aber auch die Rede vom „Verschwinden“ von Kulturlandschaften (z.B. „verschwundenes Mostviertel“), „unbequemes“ Kulturerbe, etwa im Hinblick auf das jüdische Kulturerbe, die NS-Zeit oder Gedenkstätten, aber auch die bewusste Bewahrung und wissenschaftliche Aufarbeitung, etwa durch die Schaffung von Archiven. Geplant sind rund 12 Fachvorträge, ein Abendvortrag, eine Nachwuchssektion mit Posterbeiträgen und Kurzpräsentationen sowie Führungen zu den Archiven am Campus Krems.

Call for Papers Nachwuchssektion:
12 Nachwuchswissenschaftler*innen werden eingeladen, ihre Bachelor-/Masterarbeiten, Dissertationen und Forschungsprojekte zum Thema "100 Jahre Kulturerbe Niederösterreich" in einer Postersektion und Kurzvorträgen zu präsentieren.

Die Veranstalter übernehmen die Reisekosten (Bahnfahrt 2. Klasse), 1 Übernachtung am Campus Krems und den Posterdruck.
Akzeptierte Abstracts werden im Abstractheft zur Tagung publiziert. Eine Publikation ausgewählter Tagungs- und Posterbeiträge ist geplant.

Bewerbungen mit Exposé (1 Seite) und Kurzbiographie/Publikationsliste bis 9. September 2022 per E-Mail an Univ.-Prof. Dr. Anja Grebe, Universität für Weiterbildung Krems/Department für Kunst- und Kulturwissenschaften: anja.grebe@donau-uni.ac.at

Die Nachwuchssektion wird vom Land Niederösterreich im Rahmen des Jubiläumsprogramms "100 Jahre Niederösterreich" gefördert.

Tagungskonzept: Univ.-Prof. Dr. Anja Grebe (Universität für Weiterbildung Krems), Univ.-Prof. Dr. Ernst Bruckmüller (Institut für Österreichkunde)

Quellennachweis:
CFP: 100 Jahre Kulturerbe Niederösterreich (Krems/online, 7-8 Oct 22). In: ArtHist.net, 26.07.2022. Letzter Zugriff 07.04.2026. <https://arthist.net/archive/37219>.

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