ANN 06.04.2021

Vortragsreihe: Facing reality (online, 18 May-22 Jun 21)

online / Fotofestival Nürnberg 2021, 18.05.–22.06.2021

Melinda Matern

Im Rahmen des Fotofestivals Nürnberg 2021 hat Melinda Matern in diesem Jahr eine Online-Vortragsreihe zum Festivalthema "Facing reality" gestaltet. Insgesamt finden zwischen dem 18.05.2021 und dem 22.06.2021, jeweils dienstags um 19.00 Uhr, sechs Vorträge statt.

Mit: Maxie Fischer, Mira Anneli Nass, Jan-Hendrik Steffan, Andreas Langfeld, Melinda Matern, Marie Meyerding
Die Moderation übernehmen Lena Mayer (fotoszene nürnberg e.V.) und Melinda Matern (Folkwang Universität der Künste).


PROGRAMM

18.05.2021, 19:00h

Maxie Fischer - "Archive lesen"

1955 wurde Bertolt Brechts Kriegsfibel in der DDR veröffentlicht. 1996 erschien Michael Schmidts Künstlerbuch Ein-heit im wiedervereinten Deutschland. Beide Publikationen setzen sich mit der deutschen Geschichte, insbesondere jener des Zweiten Weltkrieges, auseinander und untersuchen anhand von Medienbildern die Aussagekraft von Fotografie.
Was passiert, wenn man die Bücher miteinander liest, ihrer Entstehung nachgeht und sie in Beziehung zueinander setzt? Maxie Fischer hat dazu in den Archiven von Brecht und Schmidt an der Akademie der Künste und der Stiftung für Fotografie und Medienkunst geforscht.

Der Vortrag berührt den Titel in vielerlei Hinsicht: Wie kann man sich die künstlerische Praxis mit persönlichen Archiven vorstellen? Was für ein Verständnis von Geschichte wird in der Kriegsfibel und in Ein-heit archiviert? Und welche Realität finden wir heute in den physischen Archiven vor? Begleitend entstand eine Bildstrecke, die den Umgang mit Archivmaterial nachvollzieht und in dem Vortrag vorgestellt wird.

Maxie Fischer. Studium der Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, laufende Promotion an der Folkwang Universität der Künste. Sie war an Ausstellungsprojekten wie der documenta 14, documenta 13, Bergen Assembly und Berlin Documentary Forum beteiligt und hat für Institutionen wie den Martin-Gropius-Bau gearbeitet. Sie lebt in Berlin. www.maxiefischer.de

Uhrzeit: 18.Mai.2021 07:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien
Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/84750604246?pwd=MTJqSUR6RktTMXdFZ211bG5uZ0lDZz09
Meeting-ID: 847 5060 4246
Kenncode: FaRe2021

Facebook: https://fb.me/e/28lMUFafH


25.05.2021, 19:00h

Mira Anneli Naß - "Zum 'forensischen Imaginären'. Visuelle Verifizierungsstrategien zwischen Aktivismus und Verschwörungserzählung"

Praktiken der Bildforensik haben Konjunktur. Vielfach treten in den letzten Jahren renommierte Journalist*innen und aktivistische Kollektive mithilfe einer Counter-Forensics medienwirksam als politische Korrektive auf: Die New York Times und die Washington Post veröffentlichten nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd visual investigations, die die Ereignisse rund um die rassistisch motivierte Tat auf Basis von Auswertungen viral gegangenen Videomaterials und Aufnahmen lokaler Überwachungskameras etc. minutiös rekonstruierten – nicht zuletzt, um die Tat als Mord zu identifizieren. Meist geht es bei solchen Bild-Forschungen um das Kalkül, etwas in soziopolitischen Kontexten (de)legitimieren und im juridischen Feld beweisbar machen zu wollen. Mit den ästhetisch aufbereiteten Rechercheergebnissen der Londoner Forschungsgruppe Forensic Architecture hält die Bildforensik zudem Einzug ins Feld der Kunst: Auch sie setzen filmische und fotografische Aufnahmen wie Surveillance Footage oder Bilder aus den Sozialen Medien in architektonische 3D-Modelle und Raum-Simulationen ein, um vermeintlich fragwürdige militärische Einsätze zu rekonstruieren und sich gegen staatliche Informationspolitik zu wenden. Die Verfügbarkeit dieses (digitalen) (Bild)Materials generiert zugleich eine neue Form des Bürgerinnenjournalismus, in dem eine wachsende Anzahl an Zivilist*innen mithilfe von Open-Source Material private Nachforschungen zu globalen Ereignissen anstellen. Als "verteilte Zeug[*inn]enschaft" (Gerling/Holschbach/Löffler 2018) entwickelt sich Bildforensik damit zur kollektiven Suche nach einer vermeintlichen Bildevidenz. Diese "Wilde Forensis" (Meyer 2020), die bisweilen die Züge eines paranoiden Deutungswahn annimmt, wird aber von der Imagination einer dem Bild zugrundeliegenden Realität dominiert. Das ist insofern problematisch, als dass sie die Existenz eines ,echten Bildes‘ suggeriert und zugleich dazu tendiert, jegliche Form der Inszenierung als Lüge und Täuschungsversuch einer meist imaginierten Elite zu interpretieren. Das offenbart die rhetorische Nähe zu Verschwörungserzählungen, denn hier etabliert sich eine ,Wir gegen Die‘-, ,Volk gegen Elite‘-Rhetorik und damit auch ein (neu)rechter Diskurs über ,Wahrheit‘. Mein Beitrag will sich der Analyse verschiedener visueller Verifizierungsmechanismen, also spezifischen Strategien der Blicklenkung und dokumentarischen Modi der Bildforensik widmen – und damit die auffälligen ästhetischen Parallelen zwischen pseudowissenschaftlichen Verschwörungserzählungen, einem neuen Bürgerinnenjournalismus sowie aktivistischer und politischer Argumentationsstrategien in den Blick nehmen.

Mira Anneli Naß (*1989), M.A., studierte Kunstgeschichte, Literatur- und Theaterwissenschaft in München und Florenz sowie Theorie und Geschichte der Fotografie an der Folkwang UdK. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitet sie seit 2019 an der Universität Bremen. Ihr Dissertationsprojekt trägt den Arbeitstitel "Vom Sichtbarkeits- zum Sicherheitsdispositiv. Visuelle Strategien der Narration von Überwachung, Macht und Öffentlichkeit". Forschungsschwerpunkte sind Fotografie, zeitgen. Kunst, Überwachung, kritische Ästhetik und politische Ikonographie. Mira Anneli Naß ist zudem als Kunstkritikerin tätig, sie schreibt regelmäßig für die taz, camera austria u.a.

Uhrzeit: 25.Mai.2021 07:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien
Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/8480844096?pwd=bW9WUjFzL2ZJVjRDUGMzK3BrVGxjZz09
Meeting-ID: 848 084 4096
Kenncode: FaRe2021

Facebook: https://fb.me/e/1knVDUZvP


01.06.2021, 19:00h

Max Böhner - "Akt-Bilder, Bildakt, Bild-Aktivismus: Queerness in US-amerikanischen Physique-Fotografien und -Magazinen der 1950er und 1960er Jahre"

Die neue queere visuelle Kultur, die in den USA nach 1945 entstand, in den 1950er und frühen 1960er Jahren einen Höhepunkt in ihrer Beliebtheit und Verbreitung erreichte und in den späten 1960er Jahren allmählich verschwand bzw. obsolet wurde, lässt sich medien-, sparten und genreübergreifend finden. Sie setzt sich zusammen aus Kunst (bspw. Gemälden, Collagen und Siebdrucken), Untergrund- und Mainstream-Film, Buchcover-Illustrationen, Fotografien aus Privatsammlungen und, nicht zuletzt, Physique-Fotografien und -Magazinen. Physique- Fotografien, die sich als männliche Pin-up- oder Akt-Fotografien bezeichnen lassen können, wurden in den zahlreichen Physique Magazines, die nach dem zweiten Weltkrieg in den USA entstanden und sich an eine queere Klientel richteten, abgedruckt. Für den Heimgebrauch konnten außerdem Abzüge der Fotografien und, etwas später, gleichermaßen homoerotische Filme über die Magazine bestellt werden.

Zum ersten Mal wurden vorrangig bildlich arbeitende Magazine von queeren Produzenten für gleichgeschlechtlich begehrende Leser/Betrachter veröffentlicht und vertrieben, darunter Physique Pictorial, Grecian Guild Pictorial und Adonis. Auch wenn die queere visuelle Kultur der Zeit mehr als Physique-Fotografien und -Magazine einschließt, stellen diese einen zentralen Dreh- und Angelpunkt in der queeren Bildwelt und Geschichte dar, da sie sich nicht nur schnell und stark verbreiteten und queere Ästhetiken und Ikonografie nachhaltig beeinflussten, sondern auch, weil diverse Rechtsstreite der Fotografen und Publizisten eine Lockerung der Zensur in den USA bewirkten.

Der Vortrag soll die Entstehungsgeschichte dieser queeren Ästhetik und die fotografische Darstellung queerer Maskulinitäten und Homoerotik in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA nachzeichnen. Im Sinne einer sozialgeschichtlichen Kunst- und Bildgeschichte und in Anlehnung an die Theorie des Bildakts wird dabei die Agency dieser Bilder im Kampf gegen homofeindliche Zensur, Stigmatisierung, Kriminalisierung und Pathologisierung diskutiert. Bilder und Bildmedien werden nicht als Nebenschauplätze oder Nebenprodukte einer queeren Befreiungsbewegung betrachtet, sondern als aktivistische Agent*innen.

Max Böhner (*1992) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in Kunstgeschichte und -theorie der Moderne und Gegenwart an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und Doktorand in Kunst- und Bildgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. An der HU Berlin absolvierte er zuvor auch seinen Bachelor und Master und war 2020 Lehrbeauftragter. In seiner Dissertation, "Twilight Aesthetics: Queer Visual Culture in the United States between 1945 and 1969", setzt er sich mit der queeren visuellen Kultur in den USA auseinander. 2019/20 war er Stipendiat der Terra Foundation for American Art an der University of Southern California. Seine Forschungsschwerpunkte sind moderne und zeitgenössische Kunst und visuelle Kultur in Europa und den USA, Queer und Gender Studies, Ästhetik und Intermedialität.

Uhrzeit: 1. Juni.2021 07:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien
Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/8480844096?pwd=bW9WUjFzL2ZJVjRDUGMzK3BrVGxjZz09
Meeting-ID: 848 084 4096
Kenncode: FaRe2021

Facebook: https://fb.me/e/1hnjDMqeG


08.06.2021, 19:00h

Andreas Langfeld - "Souviens-toi. Dokumentarische Strategien Über etwas Vergangenes - ein Versuch über die Résistance"

"Souviens-toi", "Erinnere dich", heißt es an dem Mahnmal in Oradour-sur-Glane, für eines der größten Kriegsverbrechen deutscher SS-Truppen in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs.
Es scheint, das Gegenteil passiert gerade. Rechtspopulisten, und zwar nicht nur in Europa, finden großen Anklang und die Gefahr wächst, dass "vergessen" wird, aus der Geschichte zu lernen. Ich sehe große Aktualität in dem Thema und arbeite seit einiger Zeit daran, eine künstlerische Arbeit über die Résistance und Erinnerungskultur anzufertigen. 

Mit dokumentarischen Strategien setze ich mich mit etwas bereits Vergangenem auseinander, mit dem Ziel, eine Verknüpfung mit der Gegenwart zu schaffen.

Um mich diesem komplexen Thema zu nähern, arbeite ich in mehreren Werkgruppen und möchte dabei der Frage nachgehen, welchen Stellenwert die Résistance für die heutige Gesellschaft hat. Neben Fotografien an historisch wichtigen Schauplätzen im urbanen Raum, in den Wäldern von Nouvelle-Aquitaine, den Bergketten des Zentralmassivs und den Pyrenäen, spielen die zahlreichen Résistance-Monumente und Zeremonien des Gedenkens in Frankreich eine große Rolle für meine Arbeit, um mich der französischen Erinnerungskultur zu nähern und zu untersuchen, wie Geschichte aufgearbeitet wird. Ich arbeite fotografisch und filmisch.

In dem Vortrag möchte ich die bisherigen Werkgruppen vorstellen, Einblicke in meinen Arbeitsprozess geben und über meine nächsten Schritte sprechen. 
Ich möchte einen kleinen Input geben und sehe den Vortrag als Plattform für einen gegenseitigen Austausch über die Thematik und dokumentarische Vorgehensweisen in der Fotografie.

Andreas Langfeld, geboren 1984, studierte an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Er arbeitet mit Fotografie und Film im Feld des Dokumentarischen. 2016 zeigte er eine Einzelausstellung im Museum Ostwall in Dortmund. Seine Arbeiten wurden zudem in verschiedenen Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem beim F/Stop Festival für Fotografie in Leipzig, der Biennale für aktuelle Fotografie in Mannheim sowie im Centre Pompidou, Paris. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Uhrzeit: 8.Juni.2021 07:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien
Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/8480844096?pwd=bW9WUjFzL2ZJVjRDUGMzK3BrVGxjZz09
Meeting-ID: 848 084 4096
Kenncode: FaRe2021

Facebook: https://fb.me/e/UgB916Hf


15.06.2021, 19:00h

Melinda Matern - "Für `ne Frau - gut! - Ambivalenzen der Anerkennung und die ewige Logik des männlichen Maßstabs auf dem Kunstfeld."

Als Künstlerin* anerkannt und legitimiert zu werden, bedeutet sichtbar zu werden, Interviews zu geben, Ausstellungen zu machen, Werke zu verkaufen und gegebenenfalls erfolgreich zu sein. Unter Umständen heißt dies ebenso in öffentlichen Sammlungen oder auch im kunstgeschichtlichen Kanon repräsentiert zu sein und als eine von 50 Ausnahmefrauen* der letzten 100 Jahre und somit als Vorbild für die nächste Generation zu gelten.
Als Künstlerin anerkannt und legitimiert zu werden, bedeutet infolgedessen dadurch aber auch, sich an dem auf dem Kunstfeld vorherrschenden Maßstab des Männlichen zu orientieren und diesem auch gerecht zu werden. Sei es im Verlangen, ebenso als einzigartiges Künstlergenie wie auch originelles, zur Schöpfung fähiges Indiviuum verehrt zu werden und dadurch dem männlichen Künstler als gleiches zu gelten. Oder sei es in der Verkennung geschlechterdifferenzierender Rhetoriken und Praktiken, die vor allem auf Angleichung ans Männliche, Befriedung feministischer Forderungen und Besonderung des Weiblichen zielen.
Als Künstlerin* anerkannt und legitimiert zu werden ist somit stets eine zwiespältige Angelegenheit, insbesondere auf einem Spielfeld mit androzentrischen Gesetzmäßigkeiten.

Melinda Matern beleuchtet dahingehend in ihrem Vortrag die fortdauernde Selbstverständlichkeit eines männlichen Maßstabs auf dem Kunstfeld und die damit einhergehenden Notwendigkeit dieses quasi natürlichen Verhältnisses in frage zustellen. Folglich müssen Widersprüche und Uneindeutigkeiten als Wegweiser gelten, denn nur so kann der künstlerische Ausdruck von Künstlerinnen* respektive Fotografinnen*, in den Vordergrund rücken.

Der Vortrag will somit ein Angebot an Perspektiven formulieren, die im Anschluss auch gerne zu diskutieren sind.

Und da standen sie sich gegenüber, blickten sich an und traten aufeinander zu. Eine kämpferische Auseinandersetzung war selbstverständlich geworden. Sie folgten den Regeln und rangen um mehr als sich selbst. Es ging um Anerkennung, um ihre Position und um Macht. Ihre Arena war das Kunstfeld.

Melinda Matern (*1984) studierte Theater- und Medienwissenschaft sowie Musik- und Kulturwissenschaft an der Universität Bayreuth wie auch an der Humboldt Universität zu Berlin. Aktuell promoviert sie an der Folkwang Universität der Künste in Essen mit Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung. In ihrer Dissertation diskutiert sie fotografische Selbstporträts gegenwärtiger Künstlerinnen* in einem kunstsoziologischen und geschlechterthereotischen Rahmen. Dabei blickt sie spezifisch auf das Verhältnis von künstlerischer Praxis und weiblicher Subjektivität. Außeruniversitär engagiert sie sich vor allem in der Politischen Bildung, organisiert Kunst- und Musikfestivals und war früher auch beim Freien Radio aktiv.

Uhrzeit: 15.Juni.2021 07:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien
Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/8480844096?pwd=bW9WUjFzL2ZJVjRDUGMzK3BrVGxjZz09
Meeting-ID: 848 084 4096
Kenncode: FaRe2021

Facebook: https://fb.me/e/1czWmBD3X


22.06.2021, 19:00h

Marie Meyerding- Sichtbarkeitspolitik im Wandel. Überlegungen zu Gender und Intersektionalität in der Fotografie Südafrikas zwischen Apartheid und Demokratie"

Dieser Vortrag beschäftigt sich mit der Repräsentation von Frauen* im Feld der Fotografie in Südafrika auf zwei verschiedenen Ebenen: hinter der Kamera und in Fotografien. Es wird analysiert, wie Fotografinnen* vorherrschende, durch Gender geprägte Repräsentationstechniken in ihren Praktiken verhandelten. Dadurch werden die dem Feld der Fotografie zu Grunde liegenden, sich zwischen Mitte der 1980er und Mitte der 1990er Jahre verändernden Machtstrukturen aufgezeigt.
Dies geschieht anhand der Betrachtung der Biografien und Werke der südafrikanischen Fotografinnen* Lesley Lawson, Mavis Mtandeki und Primrose Talakumeni. Die Fallbeispiele exemplifizieren kritische Punkte in der südafrikanischen Fotografiegeschichte sowie Momente systematischer Ein- und Ausschlüsse von Fotografinnen*.
Sich verändernde, vorherrschende Modi der Repräsentation (Schwarzer) Weiblichkeit* werden besprochen und Fragen bezüglich der Handlungsmacht und Autorschaft im umkämpften Feld der visuellen Produktion aufgeworfen. Zudem veranschaulichen die Fallstudien die Verlagerung des Feldes hin zur Kunstsphäre durch die Vergabe des Attributs ‚Kunst‘ an die Fotografie im Zuge der politischen Veränderungen des Landes.
Dieser Vortrag macht es sich also zum Ziel, die Rolle von Gender und Fragestellungen zu Intersektionalität in der Geschichte der Fotografie in Südafrika zu beleuchten und Verbindungen zwischen Kunst- und Politikgeschichte hervorzuheben.

Marie Meyerding ist Doktorandin am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin im Bereich Kunst Afrikas. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Repräsentation von Frauen in der Fotografiegeschichte Südafrikas. Sie erwarb einen MA in Kunstgeschichte mit Auszeichnung am Courtauld Institute of Art. Ihre Forschung profitiert zudem von Berufserfahrung, die sie in verschiedenen Institutionen der Kunstwelt - Galerien, Museum, Auktionshaus, Kunstberatung - in Hamburg, Berlin, Zürich und London gesammelt hat.

Uhrzeit: 22.Juni.2021 07:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien
Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/8480844096?pwd=bW9WUjFzL2ZJVjRDUGMzK3BrVGxjZz09
Meeting-ID: 848 084 4096
Kenncode: FaRe2021

Facebook: https://fb.me/e/3GH0sD9ix


#fotofestivalnuernberg

@fotofestivalnuernberg
@die_fotoszene
@kunsthausnuernberg

www.fotofestivalnuernberg.de
www.die-fotoszene.de
https://www.facebook.com/fotofestivalnuernberg

https://foto.folkwang-uni.de/de/

Quellennachweis:
ANN: Vortragsreihe: Facing reality (online, 18 May-22 Jun 21). In: ArtHist.net, 06.04.2021. Letzter Zugriff 19.06.2024. <https://arthist.net/archive/33764>.

^