CONF Feb 10, 2010

Dis/simulatio - Kunst der Maske im Barock (Wolfenbuettel, 3-5 Mar 10)

Dis/simulatio und die Kunst der Maske, Verstellung, Täuschung im Barock

Ort: Herzog August Bibliothek zu Wolfenbüttel
Termin: 3. - 5. März 2010
Leitung: PD Dr. Christiane Kruse

Seit Anfang des 16. Jahrhunderts werden Maske und Maskierung,
Verstellung (dissimulatio) und Schein (simulatio) mit steigender
Frequenz zu Themen der Bildkünste, des Theaters, der Festkultur sowie
den Theorien und Traktaten des politischen und sozialen Handelns. Auch
die Philosophie, die Rhetorik und die Poetik befasst sich damit. Das
hier behandelte Thema erstreckt sich auf nahezu alle kulturellen
Teilbereiche des Barock. Es entfaltet sich insbesondere an den
europäischen Höfen des 17. und 18. Jahrhunderts mit einer nie
dagewesenen Variationsbreite und einem außergewöhnlichen bild- bzw.
kunsttheoretischen Reflexionsniveau.

Die Tagung möchte in einem interdisziplinären Gespräch Bedeutung,
Funktion, Formen und Strategien von Maske und Maskerade, Täuschung und
Verstellung in der Kultur des europäischen Barock in den Blick nehmen.
Die zeitliche Rahmung des Themas ist vom Aufkommen von Maske,
Verstellung etc. um 1500 und der in der zweiten Hälfte des 17.
Jahrhunderts einsetzenden Kritik an Maske und Verstellung seitens der
beginnenden Aufklärung vorgegeben. Es werden Bilder, Texte und
Musikstücke untersucht, die das visuelle Feld der Maske, des Maskierens
und des Schminkens, die Täuschung, Lüge, List, Betrug und Verstellung
zum Gegenstand haben.

Programm

Mittwoch, 3. März

14.30 Uhr Begrüßung der Teilnehmer und Einführung

15.00-16.30 Jeanette Kohl (Riverside)
'Wahre' Masken

Hans Belting (Karlsruhe)
Theater und Maske

16.30 Uhr Kaffeepause

17.00-18.00 Karin Leonhard (Eichstätt/Florenz)
Larve und Mimikry. Etymologisches und Entomologisches im 17. Jahrhundert

19:00 Abendvortrag in der Augusteerhalle, Eckhard Leuschner (Passau)
Maskenschrecken: Metamorphosen eines Themas aus Renaissance und Barock
in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts

Donnerstag, 4. März

9.30-11:00 Christiane Kruse (Dresden/Marburg)
"Non sia chi ad amor creda". Von der Kunst der Liebe, der List und
der Täuschung

José M. González Garcìa (Madrid)
Diego de Saavedra Fajardo: Maske, Täuschung und Dis/simulatio im
Theatrum mundi der Politik

11:00-11:30 Kaffeepause

11.30-13:00 Claus Zittel (Florenz)
Descartes: Le philosophe au masque

Ulrich Heinen (Wuppertal)
"Velum est Timantis imago". Das Porträt als 'persona' der Präsenz
des Verstorbenen. Rubens-Bildnis des Justus Lipsius

13.00 Uhr Mittagessen

14.30-16.00 Victoria von Flemming (Braunschweig)
Non plus ultra. Nacktheit als ultimative Verkleidung

Martin Zenck (Würzburg)
Musikalische Maskierung als Enthüllung und als Verbergung.
Henry Purcells 'Masques' der "Fairy Queen" zu Shakespeares "A Midsummer
Night's Dream"

16.00 Kaffeepause

16.30-18.00 Elisabeth Oy-Mara (Mainz)
"Il ritratto di un brutto e nasuto cortigiano". Annibale Carraccis
Karikaturen und die Hofkritik Giovan Pietro Belloris

Rainer Stillers (Marburg)
Maskierung und Demaskierung als Strategien in der Komödie des 18.
Jahrhunderts (Marivaux und Goldoni)

Freitag, 5. März

9.00- 10.30 Friedemann Kreuder (Mainz)
Die Maske als das Andere des bürgerlichen Selbst - Alternative
Darstellungsformen im frühen Wiener Volkstheater Joseph Felix
von Kurz

Richard Weihe (Bonn)
Von der Maske als Objekt zur Maske als Metapher: G. E. Lessings
"Die Juden" im Kontext der Theatergeschichte

10.30 Kaffeepause

11.00-12.30 Claudia Schmölders (Berlin)
Durchschauen und Verbergen: Über Lavater und Knigge

Nina Trauth (Trier)
(K)ein Ende der Maske. Überlegungen zu Maskeraden im Bildnis nach 1789

Alle Vorträge finden im Bibelsaal der Herzog August Bibliothek statt.
(Hauptgebäude, Lessingplatz 1, 38304 Wolfenbüttel)
Da nur begrenzte Zuhörerplätze vorhanden sind, werden Gasthörer gebeten
sich anzumelden. (Anmeldungen unter: kruse.christianet-online.de)

Reference:
CONF: Dis/simulatio - Kunst der Maske im Barock (Wolfenbuettel, 3-5 Mar 10). In: ArtHist.net, Feb 10, 2010 (accessed May 4, 2025), <https://arthist.net/archive/32364>.

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