<visualisierunguni-muenster.de>
Date: 18 June 2009
Subject: CFP: Visualisierung konstitutioneller Ordnung 1815-1848/52
(Muenster, 24-26 Mar 10)
Visualisierung konstitutioneller Ordnung 1815-1848/52
(England, Frankreich, Deutschland)
Veranstalter: SFB 496 an der Westfälischen Wilhelms-Universität
Münster, Teilprojekt C5 (Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer): Die
Sichtbarkeit politisch-sozialer Ordnungen im Zeitalter der
Revolutionen und des entstehenden Massenzeitalters
Datum, Ort: 24.03.2010 - 26.03.2010, Münster
Deadline: 03.08.2009
Im Vergleich zu Gesellschaften des 20. Jahrhunderts hat sich die
Forschung mit den Anfängen parlamentarischer Repräsentation im
19. Jahrhundert bislang wenig beschäftigt. Eine Ursache hierfür
scheint in der komplizierten Symbiose konstitutioneller
Visualisierungsformen und -praktiken zu liegen. Die europäische
Staatenwelt des 19. Jahrhunderts erlebte ein konfliktträchtiges
Neben- und Gegeneinander spätabsolutistischer, monarchisch-
konstitutioneller, republikanischer und autoritärer Regime, die
sich jeweils einzelner Versatzstücke monarchischer Symbolik und
Repräsentation bedienten. Herrscher und Parlament standen sich
Dabei oft in einem antagonistischen Verhältnis gegenüber.
Die Tagung zielt darauf ab, Inszenierungsmuster und Bildstrategien
parlamentarischer Integration und Identitätsbildung während der
Inkubationsphase moderner Staatlichkeit kritisch zu hinterfragen.
Vor dem Hintergrund neuer visueller Produktions- und
Reproduktionstechniken des 19. Jahrhunderts gilt es besonders nach
zeitgenössischen Darstellungen parlamentarischer Akte und
Repräsentationsformen zu fragen.
'Visualisierung' im hier angesprochenen Sinne meint somit mehr als
'Symbolisierung'. Im Fokus stehen weniger Beispiele
parlamentarischer Selbstinszenierung, vielmehr gilt es primär
Fremdwahrnehmungen und -zuschreibungen, insbesondere aber
politisch abweichende Positionen - wie etwa monarchistische und
radikalsozialistische - zu berücksichtigen. Passen die verwendeten
Zeichensysteme zum Auftrag und zur politischen Botschaft des
Parlaments und inwieweit lässt sich das Problem des
'Bedeutungsüberschusses' politischer Symbolik in den Griff
bekommen?
Im Zentrum der Diskussion sollen folgende drei Aspekte stehen:
1. Symbolkonkurrenz und Symboltransfer zwischen Herrscher und
Parlament
2. Parlamentszeremoniell und Parlamentsrituale
3. Parlamentsikonographie (Parlamentsbauten, Ausstattungsprogramme,
Parteiensymbole, Politikerbildnisse)
Neben der parlamentarischen Praxis in England und Frankreich
interessiert sich die Tagung insbesondere für potenzielle
Abweichungen gegenüber frühparlamentarischen Repräsentationsformen
in den deutschen Staaten.
Reise- und Aufenthaltskosten können übernommen werden.
Koordination:
Erbeten werden zum 03.08.2009 ein höchstens einseitiges Exposé
sowie ein knappes Curriculum Vitae an folgende Adresse:
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Angesprochene Fächer: Geschichte - Kunstgeschichte -
Politikwissenschaften - Publizistik-, Medien- und
Kommunikationswissenschaften
Quellennachweis:
CFP: Visualisierung konstitutioneller Ordnung 1815-1848/52 (Muenster, 24-26 Mar 10). In: ArtHist.net, 18.06.2009. Letzter Zugriff 09.03.2026. <https://arthist.net/archive/31660>.