Mit seiner landschaftlichen Schönheit und sagenumwobenen Vergangenheit zog der Rhein seit den Tagen der Grand Tour stets viele Reisende und Maler an. Im frühen 19. Jahrhundert wurde der Rhein zunehmend romantisiert – und zeitgleich industrialisiert. Auf den Felsen über dem Rheintal entwarfen Architekten in Schlössern und Burgen eine landschaftsbezogene Rückbindung an ein ideales Mittelalter. Unterhalb der Burgen bahnen Schienen, Tunnel und Brücken der Dampflok ihren industriellen Weg entlang des großen Stroms. Die Rheinbegradigung durch die badischen Ingenieure Johann Gottfried Tulla (1770–1828) und Max Honsell (1843–1910) verwandelte den Rhein in die zentrale Verkehrsader der westeuropäischen Moderne. Mit den neuen Verkehrsmitteln reisten die Maler in ihre Ideallandschaft und verewigen den Rhein in überwältigend schönen Gemälden – beispielsweise von Johann Wilhelm Schirmer (1807–1963), Georg Saal (1817–1870), Christian Eduard Boettcher (1818–1889), dem Engländer George Clarkson Stanfield (1828–1878), dem Schweizer Salomon Corrodi (1810–1892) und dem Niederländer Georg Andries Roth (1809–1877).
Die Tagung bereitet die gleichnamige Ausstellung vor, die am 21. September im Museum LA8, Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts in Baden-Baden eröffnet wird. Die Beiträge werden im Ausstellungskatalog publiziert.
Tagungsort: Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts, Lichtentaler Allee 8, 76530 Baden-Baden
9.15
Begrüßung
Wolfgang Grenke, Vorsitzender des Vorstands der Grenkeleasing AG und Vorsitzender des Kuratoriums der Grenke-Stiftung
9.30
Die Rheinserie von Ludwig Bleuler
Dr. Barbara Wagner, Kuratorin, Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts, Baden-Baden
10.15
Künstlerreisen am Oberrhein im frühen 19. Jahrhundert. Der Düsseldorfer Maler Johann Wilhelm Schirmer
Marcell Perse MA, Museum Zitadelle Jülich
11.00 – 11.15 Kaffeepause
11.15
Residenzlandschaft Rhein – Residenzen am Rhein
Dr. Irene Haberland, Bonn
12.00
Der tradierte Blick: Rheinlandschaft und Ansichtskarte
Prof. Dr. Michael Wiemers, Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
12.45 – 14.00 Mittagspause
14.00
Zähmung der Natur
Prof. Dr. Matthias Winzen, Institut für Kunstgeschichte Saarbrücken und Direktor, Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts, Baden-Baden
14.45
Fluss und Überfahrt. Zur Tiefensymbolik des Rheins
Prof. Dr. Johannes Bilstein, Pädagoge, Kunstakademie Düsseldorf
15.30
Flimmert der Fluss, flammet die Flut. Das Rheingold und andere feuchte Mythen über den Klangfluss
Bernd Künzig, Redakteur für Neue Musik, SWR, Baden-Baden
16.15 – 16.30 Kaffeepause
16.30
Der Rhein nicht als Kriegsgrund, sondern Friedensstifter zwischen Frankreich und Deutschland
Prof. Dr. Peter Steinbach, Institut für Neuere und Neuestes Geschichte, Universität Mannheim
17.15
Johann Gottlieb Tulla
Rainer Boos, Regierungspräsidium Karlsruhe
18.00
Schlussdiskussion
Wir bitten um Anmeldung unter bwagnermuseum.la8.de oder telefonisch unter 07221-5007960.
Quellennachweis:
CONF: Der goldene Rhein (Baden-Baden, 21 Apr 2012). In: ArtHist.net, 03.04.2012. Letzter Zugriff 05.04.2026. <https://arthist.net/archive/3006>.