Maß oder Maßlosigkeit in Kunst und Kultur der Gegenwart
Interdisziplinäres Symposium
10. November 2006
Zwischen Kunst und Leben sind die Grenzen fließend. Alltag kann Kunst sein,
Kunst kann Alltag sein. Das sich Ohnehin Ereignende erscheint allen
Differenzen zum Trotz im Sich-ähnlich-Machen. War die Moderne durch die
Figuren der Krise (der Repräsentation, der Versprechungen von Vernunft
einerseits und Hoffnung andererseits) gekennzeichnet und war ihr
ästhetisches Maß das eines Widerspruchs potentiell kritischer Utopie, so
ist die Zeit nach der Moderne geprägt vom Interesse an der Kraft von
Ereignis und Augenblick. Das Maß der Moderne steht selber in Frage.
Unhierarchische und vielfältige Arbeitsweisen kennzeichnen eine neue
Komplexität. Äußert sich die neue Komplexität in der Kunst und in der
Kultur dadurch, dass sie nur noch gewalttätiger, pornographischer,
obszöner, ekelhafter, friedlicher, schöner, leichter, spielerischer,
idyllischer oder harmonischer werden kann? Kennzeichnet das die
Maßlosigkeit des Ästhetischen in der Gegenwart oder wird damit ein neues
Maß gefordert? Oder findet eine Maßverschiebung statt? Vereint vielleicht
gerade das Ästhetische in der Gegenwart das Maß mit der Maßlosigkeit? Das
interdisziplinäre Symposium möchte diese Fragen zur gegenwärtigen
Situation der Kunst und der Kultur erörtern und die theoretisch nicht
eindeutig zu fassenden Phänomene der Maßlosigkeit und des Maßes in Bezug zu
ihrer Rolle in der Gesellschaft untersuchen.
Programm
10.00 Einführung: Doris Schuhmacher-Chilla
10.15 - 10.35 Johannes Bilstein: Die Proportionierlichkeit
des Lebendigen
10.35 - 10.55 Christoph Ribbat: All you can eat:
Intellektualität in Las Vegas
10.55 - 11.15 Holger Burckhart: Von der Subjektivität der
Wahrnehmung zur Intersubjektivität
präsentierter Weltwirklichkeiten. (Unesco
Projekt: Imagine. My photos will open your
eyes)
11.15 - 11.35 Diskussion
11.35 - 11.50 Kaffeepause
11.50 - 12.10 Renate Goldmann: Stille Störung und
schriller Schock. Werkaspekte zu Kai
Althoff
und Jonathan Meese
12.10 - 12.30 Lutz Ellrich: Im Übermaß: Hybris, Sucht, Ekel
12.30 - 12.45 Diskussion
12.45 - 14.15 Mittagspause
14.15 - 14.35 Ursula A. Frohne: Maßlose Langeweile:
Ökonomien der Passivität (Bruce Nauman,
Bill Viola, Douglas Gordon)
14.35 - 14.55 Hajo Eickhoff: Timm Ulrichs "Denkmaß" für
Normal Null
14.55 - 15.15 Doris Schuhmacher-Chilla: Entstehen und
Entziehen als ambivalentes Maß (Darren
Almond und Caspar David Friedrich)
15.15 - 15.35 Diskussion
15.35 - 15.50 Kaffeepause
15.50 - 16.10 Helga Peskoller: vermessen
16.10 - 16.30 Susanne Düchting: Kartografisches
Ausmaß. Welt als Kunst
16.30 - 16.45 Diskussion
16.45 - 17.00 Pause
17.00 - 18.00 Podiumsdiskussion
Weitere AutorInnen des Tagungsbandes:
Julia Bannenberg-Horst, Michael Parmentier, Jens Schröter,
Julia Wirxel, Antonia Wunderlich, Jörg Zirfas
Konzeption:
Doris Schuhmacher-Chilla, Julia Wirxel
Anmeldung:
dschuhmauni-koeln.de
T.: 0221/ 470 4707
Fax: 0221/ 470 4716
Eintritt: 15 Euro (für Studierende 8 Euro), wird am Veranstaltungstag vor
Ort erhoben.
Das Symposium findet in Raum 18 des Instituts für Kunst und Kunsttheorie,
Erziehungswissenschaftliche Fakultät (Gronewaldstr. 2) der Universität zu
Köln statt.
Prof. Dr. Doris Schuhmacher-Chilla
Institut für Kunst und Kunsttheorie
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Universität zu Köln
Gronewaldstr. 2
50931 Köln
Reference:
CONF: Mass od. Masslosigkeit in der Gegenwart (Koeln, 10 Nov 06). In: ArtHist.net, Nov 4, 2006 (accessed May 30, 2026), <https://arthist.net/archive/28721>.