Call for Papers
Der politische Warburg
Tagung im Warburg-Haus Hamburg
12. und 13. Oktober 2006
Deadline ist der 30. Juni 2006
Der Politische Warburg. Zur Ideengeschichte der Bildwissenschaft
Am 12.+13. Oktober findet im "Warburg-Haus Hamburg" die Tagung "Der
Politische Warburg" statt. Im Zentrum steht eine ideengeschichtliche
Untersuchung des Bildarguments in den historischen Wissenschaften seit 1900
unter Aby Warburgs Schlagwort des "Denkraums".
Nähere Informationen finden Sie unter www.der-politische-warburg.de
<http://www.der-politische-warburg.de> .
In der Nachfolge Warburgs entstanden Denkbewegungen, die sich nicht
ausdrücklich als Bildwissenschaften verstanden haben, aber vom Bild
ausgegangen sind. Es handelt sich damit um eine Vorgeschichte jener
Bildwissenschaft, die gegenwärtig nach ihren Begriffen sucht. Diese Begriffe
können aus der Bildpraxis der jüngstvergangenen Geistesgeschichte
destilliert werden.
Die von Warburg ausgehende Dialektik von Bild und innovativem Denken läßt
sich am Beispiel so disparater Persönlichkeiten wie Aby Warburg, Hans
Blumenberg, Michel Foucault oder Paul Feyerabend durch das 20. Jahrhundert
verfolgen.
Diese Ideengeschichte erinnert an die immer schon politische Geste der
Bildwissenschaft, ausgehend von den Quellen zu argumentieren und durch diese
Arbeit an den Quellen Alternativen zu allzu vertrauten oder ideologisch
gewordenen Denkmustern entwickeln zu können.
Anhand von drei Bereichen der Bildargumentation, die für Warburg zentral
waren und deren Linien sich bis in die heutige Zeit verfolgen lassen, soll
diese Bestandsaufnahme entwickelt werden: "Streuen und Sammeln", "Zeichnen"
sowie "Fotografieren und Fotografieren lassen".
Die Referate sollten die Dauer von 30 Minuten nicht überschreiten. Erwartet
werden Vorträge, die neues Quellenmaterial problemorientiert präsentieren.
Programm (vorläufig)
1. Tag: Rahmenthema: Streuen und Sammeln
Am Beispiel Aby Warburgs lassen sich diverse Bildstrategien nachweisen. Sie
reichen von der Sammlung von Fotografien und deren collageartiges
Arrangement als Phantasiereizung und / oder Ordnungsmuster für
bildgeschichtliche Argumentation bis hin zum gezielten Einsatz ausgesuchter
Bilder als Postkartenmotive. Solche Strategien des "Streuens und Sammelns?
werden als Zeugnisse einer aktiven wissenschaftlichen Bildpolitik in dieser
Sektion zusammengefasst.
2. Tag: Rahmenthema: Zeichnen
Zeichnen ist noch verbreiteter als Schreiben. Daß Wissenschaftler die Macht
des Wortes gegen die Imaginationskraft des Bildes tauschen, ist bislang
wenig beachtet worden. Welche Art von Übertretung innerhalb der
Theoriebildung verbindet sich damit? Die Sektion fragt u.a. danach, wann im
Laufe ihres Denkweges Gelehrte zu zeichnen beginnen.
2. Tag Rahmenthema: Fotografieren und Fotografieren lassen
Die Entscheidung zwischen Bild oder Wort gehört zum Lebenslauf mancher
Geisteswissenschaftler wie dem Panofsky-Schüler und früheren Kunstmaler
William Heckscher. Im Werk anderer Bildtheoretiker und Fotografen wie Paul
Virilio oder Jean Baudrillard gehen Sehen und Denken in Theorie und Praxis
nebenher. Die Frage nach der Bedeutung der Kamera für die Theorieentwicklung
im 20. Jahrhundert wird ergänzt durch die Frage nach der Bildpolitik von
Wissenschaftlern mit ihrem eigenen Bildnis und image.
Kontakt:
Christian Berndt mailto:christian.berndtdonau-uni.ac.at
Jörg Probst mailto:joergprobstweb.de
Quellennachweis:
CFP: Korr: Der politische Warburg (Hamburg, 12-13 Oct 06). In: ArtHist.net, 25.04.2006. Letzter Zugriff 15.03.2026. <https://arthist.net/archive/28139>.