BAROCK IM VATIKAN
Kunst und Kultur im Rom der Päpste II
Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik
Deutschland, in Kooperation mit den Musei Vaticani, der Fabrica di San
Pietro und der Biblioteca Apostolica Vaticana
Bonn, 25. November 2005 bis 19. März 2006
RAHMENPROGRAMM (Auswahl)
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Mittwoch, 11. Januar | 19 Uhr
VORTRAG IN DER LOUNGE
Macht - Krise - Memoria
Gianlorenzo Berninis Grabmal für Urban VIII. und die Familie Barberini
Carolin Behrmann
Das Grabmal des Papstes ist Gedächtnisort und Herrschaftszeichen zugleich.
Diese Doppelfunktion spielt besonders für die Hinterbliebenen eine
bedeutende Rolle. Nach dem Tod eines Pontifex geraten seine Familie und
seine höfischen Vertrauten in eine Krise, in der sie Status und
gesellschaftliche Position erneut unter Beweis stellen müssen. Das
prächtige Grabmal, das Gianlorenzo Bernini für Papst Urban VIII. in der
Apsis von St. Peter schuf, erhielt in dieser Zeit eine nicht zu
unterschätzende Bedeutung als kulturelles Kapital. In der Übergangsphase
zwischen Machtverlust und gesellschaftlicher Rehabilitation wurde es zu
einem wichtigen Hilfsmittel in der Krise für die aus dem Kirchenstaat
geflohene Familie Barberini.
Carolin Behrmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Kunstgeschichtlichen Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin und
promoviert dort im Projekt Requiem – Die römischen Papst- und
Kardinalsgrabmäler der Frühen Neuzeit.
Teilnahmebeitrag: 8 EUR / ermäßigt 4,50 EUR (inkl. Ausstellungsbesuch)
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Samstag, 14. Januar | 10 bis 17.30 Uhr
AKADEMIETAGUNG IM FORUM
Orden, Heilige, Reformbewegungen.
Die religiöse Welt im Barock
Der Einfluss der Orden auf die Welt- und Kirchenpolitik erreichte im 17.
Jahrhundert einen Höhepunkt. Die Entdeckung eines neuen Kontinents führte
zu einer weiten Verbreitung des christlichen Glaubens, aber teilweise auch
zu Missionierungen unter fragwürdigen Vorzeichen.
„Kein geringeres Verdienst als in den entfernten Heidenländern“
Barockfrömmigkeit und katholische Reform
Dr. Thomas P. Becker, Archiv der Universität Bonn
„Deus semper maior“
Theologie und Spiritualität des Ignatius von Loyola als Antwort auf die
Fragen des Zeitalters
P. Götz Werner SJ, Rektor des Aloisius-Kolleg Bonn
„Omnia ad maiorem gloriam – Alles zur größeren Ehre Gottes“
Der Jesuitenorden und seine Wirkung in der Geschichte
Prof. Dr. Klaus Schatz SJ, Professor für Kirchengeschichte,
Philosophisch-Theologische Hochschule SJ, St. Georgen
Teilnahmebeitrag: 50 EUR (Tagungsbeitrag, 2-Gang-Menü und Getränke,
Kaffeepause, Eintritt und Führung durch die Ausstellung)
Anmeldung und Informationen:
Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Overather Straße 51-53, 51429 Bergisch Gladbach
Telefon: 0 22 04/40 84 72
Telefax: 0 22 04/40 84 20
akademietma-bensberg.de
www.tma-bensberg.de
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Mittwoch, 18. Januar | 19 Uhr
VORTRAG IN DER LOUNGE
Zwischen gelehrten Studien und aristokratischer Repräsentation
Römische Antikensammlungen des 16. und 17. Jahrhunderts
Prof. Dr. Ingo Herklotz
Während des 16. und 17. Jahrhunderts stellt die Stadt Rom für die
Antikensammlungen und -studien das Zentrum Europas dar. Im Umgang mit den
Hinterlassenschaften des Altertums zeigen sich dabei jedoch erhebliche
Unterschiede. Am einen Ende des Spektrums erscheinen die aristokratischen
Sammlungen der Päpste, Kardinäleund Fürsten, welche um die antike
Marmorstatue als Objekt des ästhetischen Genusses kreisen. Mit ihren
willkürlich vervollständigten und zu imposanten Schauwänden
zusammengefügten Exponaten stellen die Statuensammlungen eine
entscheidende Komponente inder sozialen Selbstdarstellung der großen
Familien dar. Solchen Bestrebungen stand hingegen die wissenschaftliche
Erforschung der Antike weitgehend indifferent gegenüber. Ihr
Hauptinteresse galt den Sitten und Einrichtungen des Altertums, die anhand
von archäologischen Funden antiker Sachkultur und Gebrauchsgegenstände
untersucht wurden. Ihre Dokumentation stand ganz im Dienste der
Gelehrsamkeit. Die aus den Objekten gewonnenen Erkenntnisse wurden durch
das Studium der antiken Dichtung, der Historiographie und der
Rechtsquellen ergänzt.
Ingo Herklotz ist Professor für Italienische Kunstgeschichte an der
Universität Marburg.
Teilnahmebeitrag: 8 EUR / ermäßigt 4,50 EUR (inkl. Ausstellungsbesuch)
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Mittwoch, 25. Januar | 19 Uhr
VORTRAG IN DER LOUNGE
Athanasius Kircher und die Kunstkammer des Collegio Romano
Propaganda und Wissensvermittlung am Machtzentrum der Jesuiten
Angela Mayer-Deutsch
Athanasius Kircher war einer der bedeutenden Universalgelehrten des 17.
Jahrhunderts. In der von ihm begründeten Kunstkammer und in seinem
umfangreichen Oeuvre sammelte er das verfügbare Wissen seiner Zeit unter
universalwissenschaftlichen Aspekten. 1651 wurde das Theater der Natur und
Kunst am Collegio Romano, dem europäischen Zentrum des jesuitischen
Netzwerks, offiziell gegründet. Von diesem Kolleg aus wurde die
internationale Vermittlung von Glauben und Wissen(schaft) gesteuert, wobei
der Austausch von Objektenaller Wissensgebiete eine entscheidende Rolle
spielte. Im Zentrum von Kirchers Universalwissenschaft ebenso wie der
Propaganda „seines“ Museums steht der Magnetismus bzw. das
magnetphilosophische Weltbild, wie an Hand einschlägiger Quellen und
Objekte gezeigt werden soll.
Angela Mayer-Deutsch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu Berlin und
promoviert dort im Projekt Das Technische Bild.
Teilnahmebeitrag: 8 EUR / ermäßigt 4,50 EUR (inkl. Ausstellungsbesuch)
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Samstag, 21. Januar bis Sonntag, 22. Januar
AKADEMIETAGUNG MIT EXKURSION
Barock im Vatikan
In Kooperation mit "Die Wolfsburg", Katholische Akademie des Bistums
Essen, Mühlheim an der Ruhr
Im päpstlichen Rom des späten 16. und 17. Jahrhunderts bündeln sich wie in
einem Brennglas die religiösen, künstlerischen und wissenschaftlichen
Strömungen der Epoche. Rom sei, wie der venezianische Botschafter 1623
bemerkte, „eine Art Marktplatz der Welt“. Die verschiedendsten Aspekte
dieses Marktplatzes werden im Rahmen einer Akademietagung in Duisburg
erschlossen und durch den Besuch der Ausstellung in Bonn veranschaulicht.
Die Referenten werden zu den Themen „ Leitende Grundgedanken barocker
Architektur “ ( Dr. Stephan Hoppe, Kunsthistorisches Institut, Abteilung
Architekturgeschichte, Universität zu Köln ), „ Die Vollendung von St.
Peter im Barockzeitalter “ ( Dr. Peter Stephan, Kunstgeschichtliches
Institut, Universität Freiburg / Br. ), „ Zwischen Kunst und Religion: Die
Wissenschaft im Barock “ ( Prof. Dr. Jochen Brüning, Institut für
Mathematik der Humboldt-Universität zu Berlin, Geschäftsführender Direktor
des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik, Berlin ), "Rom –
Marktplatz und Drehscheibe der Welt" ( Prof. Dr. Dieter J. Weiss,
Historiker, Universität Bayreuth ) und " Konzeption und inhaltliche
Schwerpunkte der Bonner Ausstellung „Barock im Vatikan“ ( Katharina
Chrubasik, Projektleiterin, Kunst- und Ausstellungshalle der
Bundesrepublik Deutschland, Bonn ) sprechen.
Tagungsbeitrag incl. Verpflegung : 86 EUR / ermäßigt 69,75 EUR mit
Ausstellungsführung (Übernachtungspreise siehe Programm)
Programm:
www.kah-bonn.de/ausstellungen/vatikan2/rahmenprogramm/wolfsburg_programm.pd
f
Anmeldung und Informationen:
Katholische Akademie "Die Wolfsburg"
Falkenweg 6, 45478 Mülheim an der Ruhr
Telefon 0208 / 999190
Telefax 0208 / 99919110
wolfsburgbistum-essen.de
www.die-wolfsburg.de
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Mittwoch, 1. Februar | 15.30 bis 21.30 Uhr
AKADEMIETAGUNG IM FORUM
Fremde Zeit Barock
Lebenswelt, Religion und Kunst
In Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Bonn und dem
Evangelischen Forum Bonn
Der Barock ist eine Zeit des Übergangs vom Mittelalter zur Moderne: Ganz
geprägt von der christlichen Tradition, zugleich bereits der modernen
Wissenschaft und Rationalität verpflichtet. Um Einheit in Glaube, Politik
und Religion ringend, doch schon der Pluralität ausgeliefert. Das
Individuum strebt im Barock nach eigener Entfaltung, zugleich ist es noch
fest in die Hierarchien eingebunden. Uns erscheint diese Zeit heute fremd,
weil erst im Entstehen war, was uns selbstverständlich ist.
Die Referenten werden zu denThemen „Konfessionalisierung als Lebensraum“
(Prof. Dr. Andreas Holzem, Professor für Mittlere und Neuere
Kirchenge-schichte, Universität Tübingen), „Alexander VII: Ein Papst der
frühen Moderne“ (Prof. Dr. Max Eugen Kemper, Rom, Lehrauftrag für Didaktik
der Christlichen Kunst, Universität Fulda) und „Konfessionalisierung und
protestantische Frömmigkeit im 17. Jahrhundert“ (Dr. Görge Hasselhoff,
Projektkoordination für Religiöse Interaktion, Universität Bonn) sprechen.
Teilnahmebeitrag: 25 EUR / ermäßigt 20 EUR mit Ausstellungsführung (Beginn
der Führung 15.45 Uhr, Dauer: 60 Min.) 20 EUR / ermäßigt 15 EUR ohne
Ausstellungsführung
Anmeldung und Informationen:
Katholisches Bildungswerk Bonn,
Adenauerallee 17-19, 53111 Bonn
Telefon 0228/26 74-400
Telefax 0228/26 74-433
infobildungswerk.de
www.bildungswerk-bonn.de, www.ekr-bonn.de
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Mittwoch, 8. Februar | 19 Uhr
VORTRAG IN DER LOUNGE
Der europäische Städtebau des Barock und seine römischen Vorbilder
Prof. Dr. Michael Hesse
Mit der Gestaltung des Kapitols unter Michelangelo, der durchgreifenden
städtebaulichen Neuorganisation unter Sixtus V. nach 1585 und den barocken
Platzanlagen des 17. Jahrhunderts wurden in Rom Maßstäbe für die
Modernisierung der Städte in ganz Europa gesetzt. Wenn Ludwig XIV.in
Versailles und Paris mit Prachtstraßen, Plätzen und Denkmälern die
Vorbilder des antiken und modernen Rom aufgreift, demonstriert dies den
Anspruch Frankreichsauf seine politische und kulturelle Vormachtstellung.
Direkt oder über die Rezeption der französischen Umbildungen verbreiten
sich die römischen Modelle in den Residenzstädten des Absolutismus vom
deutschen Südwesten über Berlin bis nach Sankt Petersburg. Mit
eklektischen Fassadenkulissen versucht Friedrich II. von Preußen, in
seinem Potsdam römische Straßen- und Platzbilder zu evozieren.
Michael Hesse ist Professor für Neuere Europäische Kunstgeschichteam
Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften der
Universität Heidelberg.
Teilnahmebeitrag: 8 EUR / ermäßigt 4,50 EUR (inkl. Ausstellungsbesuch)
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Mittwoch, 22. bis Samstag, 25. Februar
KONGRESS IM FORUM
Sankt Peter in Rom 1506-2006
Aus Anlass der Grundsteinlegung des Neubaus von St. Peter vor fünfhundert
Jahren (am 18. April 1506) und in zeitlicher Koinzidenz mit der
Ausstellung Barock im Vatikan. Kunst und Kultur im Romder Päpste II findet
ein viertägiger Kongress mit etwa vierzig Wissenschaftlern aus Italien,
den USA, Kanada, den Niederlanden und Deutschland statt. Kunsthistoriker,
Kirchenhistoriker, Liturgiewissenschaftler und Wirtschaftshistoriker
werden sich mit aktuellen, interdisziplinären Forschungsfragen zu Bau und
Ausstattung von St. Peter befassen.
Der Kongress wird von folgenden Instituten veranstaltet: Kunsthistorisches
Institut, Universität Bonn, Department of Art, Queen's University,
Kingston (Canada) Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für
Kunstgeschichte, Rom
Das detaillierte Programm erscheint später.
Quellennachweis:
ANN: Barock im Vatikan - Rahmenprogramm (KAH Bonn). In: ArtHist.net, 09.01.2006. Letzter Zugriff 11.01.2026. <https://arthist.net/archive/27851>.