CONF Mar 4, 2002

Wohnen/Stadtraum in Berlin um 1800 - Maerz/April 2002

Claudia Sedlarz

Die beiden naechsten Tagungen der Interdisziplinaeren Arbeitsgruppe
"Berliner Klassik. Eine Grossstadtkultur um 1800" an der
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sind aufeinander
bezogen und beschaeftigen sich mit der Nutzung, Gestaltung und Wahrnehmung
von Raeumen im klassizistischen Berlin. Im folgenden finden Sie die
Programme fuer beide Tagungen im Maerz und April 2002.

Exposes zu den einzelnen Vortraegen und weitere Informationen zum Projekt
"Berliner Klassik" finden Sie unter: http://home.arcor.de/berlinerklassik

"SCHOENER WOHNEN IM SCHOENEN STAAT. WOHNEN IN BERLIN UM 1800"

Samstag/Sonntag, den 23./24. Maerz 2002 im Plenarsaal, Akademiegebaeude
Jaegerstrasse 22-23

Auf der ersten Tagung "Wohnen in Berlin um 1800" geht es um Innenraeume und
deren Ausstattung. Am ersten Tag der Konferenz werden hoefische und
buergerliche Interieurs der Zeit vorgestellt und gefragt, wie bestimmte
Geschmacksvorstellungen sich durch soziale Schichten verbreiten. Was
bedeutet ein Stil fuer eine Gesellschaft, wie hier der antikische Stil, der
durch die ornamentale Gestaltung auch der alltaeglichsten
Gebrauchsgegenstaende in alle Lebensbereiche hineinragt
Woher kommen die
Vorbilder, was gilt als schoen und wie wird Schoenheit begruendet
Was
ergibt sich aus neuen Produktionsmoeglichkeiten des Handwerks, aus
technischen Innovationen, Erfindungen, Bruechen in der Tradition, wie z.B.
der langsamen Aufloesung des Zunftwesens
Fuer das Entwerfen von Ornamenten
wurde ein spezieller Unterricht fuer Handwerker in der Akademie der Kuenste
eingefuehrt, die Vereinheitlichung des Stils wurde also staatlicherseits
gefoerdert. Hatte das Auswirkungen auf die Identitaet und moeglicherweise
das Verhalten der Stadt- und Staats"bewohner"
Am zweiten Tag wird auf den
individuellen Gebrauch der Wohnungen und ihrer Einrichtung eingegangen. Wie
organisierten sich gesellige Zusammenkuenfte und Salons innerhalb der
Wohnraeume
Ergaben sich daraus bestimmte Anforderungen an Raeume und
Moebel
Was laesst sich aus den Grundrissen ueber die Nutzung der Wohnungen
ablesen
Wie verhaelt sich die Gestaltung der Grundrisse der Haeuser zur
gesamten Stadtplanung
Und: wie wird das Thema der Behausung, des Wohnens,
der Raumerfahrung in der Literatur und in der bildenden Kunst der Zeit
behandelt

Samstag, 23. Maerz 2002
___________________________________________________________________
9.30 Uhr
Begruessung, Einleitung: Werner Busch, Berlin

10.00 Uhr
Carola Zimmermann, Berlin: Innendekorationen von Carl Gotthard Langhans

10.45 Uhr
Adelheid Schendel, Potsdam: Zwei Raeume aus dem Jahre 1808 im Berliner
Kronprinzenpalais

11.30 Uhr
Joerg Meiner, Berlin: Leben zwischen Zeiten und Stilen. Die Wohnung des
preussischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (IV.) im Berliner Schloss

anschliessend: Diskussion der Vormittagsvortraege

12.30 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr
Maria Fernandez Ocon, Berlin: "Was du ererbt von deinen Vaetern, erwirb es,
um es zu besitzen." Konzepte von buergerlicher Baukunst um 1800

14.45 Uhr
Matthias Hahn, Berlin: "... und mit Ornamenten ausgezieret" -
Dekorationsmalerei um 1800 in Wohnraeumen des kleinbuergerlichen Milieus

15.30 Uhr
Kaffeepause

16.00 Uhr
Karl Hiller, Sabine Grimmig-Haga, Berlin: Ein spaetklassizistisches
Dekorationssystem eines fruehen Mietswohnhauses in der
Friedrich-Wilhelm-Stadt

anschliessend: Diskussion der Nachmittagsvortraege
Ende ca. 17.00

Sonntag, 24. Maerz 2002
___________________________________________________________________
10.00 Uhr
Achim Stiegel, Berlin: Meubliers und Moebelmagazine in Berlin - Anfaenge
der Moebelherstellung fuer den Markt und ihre gewerbepolitischen
Voraussetzungen (um 1795-1806)

10.45 Uhr
Ernst Siebel, Berlin: Der Berliner Salon um 1800 - Kommunikation und
Moeblierung

11.30 Uhr
Nikolaus Gatter, Koeln: Salonloewen und Sammler. Berliner Geselligkeit aus
dem Blickwinkel des Ehepaars Varnhagen

anschliessend: Diskussion der Vormittagsvortraege

12.30 Uhr
Mittagspause

13.30 Uhr
Ulrike Muenter, Berlin: "Was in der Poesie geschieht, geschieht nie, oder
immer. Sonst ist es keine rechte Poesie." Berliner Stadt- und Wohnraum im
Spiegel der Erzaehlprosa um 1800

14.15 Uhr
Elke Katharina Wittich, Hamburg: Grundriss, Fassade, Oeffentlichkeit - Zum
Wandel des Raumbegriffes und seiner gesellschaftlichen Relevanz in der
Berliner "Civilbaukunst" um 1800

anschliessend: Abschlussdiskussion
Ende der Tagung ca. 15.30

*

"DIE KOENIGSSTADT". BERLINER URBANE TOPOGRAPHIE UM 1800

Samstag/Sonntag, den 20./21. April 2002 im Plenarsaal, Akademiegebaeude
Jaegerstrasse 22-23

Die zweite Tagung "Urbane Topographie" hat den staedtischen Raum und
bestimmte Orte und Ordnungen in demselben zum Thema. Gefragt wird noch
einmal, ob sich Veraenderungen in der Wahrnehmung des Raums verzeichnen
lassen und wie sie in Wechselwirkung mit veraendertem Verhalten der
Stadtbewohner stehen
Der staedtische Raum ist in verschiedene Zonen
geteilt, manche davon sind deutlich markiert, andere existieren nur im
Bewusstsein der Berliner. Koennen solche Zonen beschrieben werden
Begrenzt
wird die Stadt durch die Zollmauer mit den 14 Stadttoren. Jeder Ein- und
Austritt wird registriert. Wie gestaltete sich das am prominentesten dieser
Passageorte, dem Brandenburger Tor
Wie organisieren sich Arbeit, Verkehr,
Handel, Freizeit im Stadtraum
Diese Funktionen sind nicht notwendig
getrennt, sie koennen an bestimmten Orten zusammenfallen. Ein Beispiel fuer
einen ausgesprochen multifunktionalen Ort ist die Boerse im Stadtzentrum -
was findet dort alles statt
Wie schon fuer die Gestaltung der Innenraeume
wird auch fuer die Stadtarchitektur gefragt, wie ein bestimmter Baustil
entsteht und was durch ihn kommuniziert wird. Wo reagiert die Berliner
Architektur auf Vorbilder, wo wird sie selbst zum Vorbild
Berlin ist
Residenzstadt und gleichzeitig eine Metropole, die von vielen Reisenden
aufgesucht wird. Was erkennen Fremde als die Spezifika Berlins und was sind
die Merkmale der Residenzstadt
Wie veraendern sich diese im
Untersuchungszeitraum infolge durchgreifender politischer Veraenderungen

Fuer die Repraesentation des Hofes, des Militaers, aber auch fuer die
individuelle Selbstdarstellung wird der Stadtraum als Buehne genutzt. Was
laesst sich aus solchen Ereignissen fuer das Verstaendnis von
"Oeffentlichkeit" ableiten

Samstag, 20. April 2002
___________________________________________________________________
9.30 Uhr
Begruessung, Einleitung durch Conrad Wiedemann, Berlin

10.00 Uhr
Florian Maurice, Muenchen: Identitaet und Immersion. Neue Erlebnisraeume in
Berlin um 1800

10.45 Uhr
Jens Thiel, Berlin: "Von Armen-Sachen und Lustbarkeiten. Die Alltags- und
Lebenswelt der Berliner um 1800 in den Polizei-Akten"

11.30 Uhr
Thomas Biskup, Cambridge: Zeremoniell im Stadtraum um 1800

anschliessend: Diskussion der Vormittagsvortraege

12.30 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr
Laurenz Demps, Berlin: Die koenigliche Grundstuecksvergabe als Mittel der
Stadtplanung um 1800

14.45
Christof Baier, Potsdam: Handel mit Seide und "Spezerey" am koeniglichen
Lustgarten. Der Bau der Berliner Boerse von 1797 bis 1805

15.30 Uhr
Godehard Janzing, Paris/Berlin: Sicherheitsarchitektur. Das Brandenburger
Tor und die Berliner Oeffentlichkeit zur Zeit der Franzoesischen Revolution

anschliessend: Diskussion der Nachmittagsvortraege
Ende ca. 16.30

Sonntag, 21. April 2002
___________________________________________________________________
10.00 Uhr
Claudia Sedlarz, Berlin: Stadt und Stil. Ornamentale Kommunikationen

10.45 Uhr
Marc Schalenberg, Berlin: Die Lust am Zitieren: Internationale Referenzen
in der Berliner Stadtgestaltung um 1800

11.30 Uhr
Thorsten Sadowsky, Odense, Daenemark: Reisen durch den Mikrokosmos. Berlin
und Wien in der buergerlichen Reiseliteratur um 1800

anschliessend: Diskussion der Vormittagsvortraege

12.30 Uhr
Mittagspause

13.30 Uhr
Christiane Salge, Berlin: Das adelige "Land-Gut" in Brandenburg und der
Einfluss der Berliner Architektur um 1800

14.15 Uhr
Annette Dorgerloh, Berlin: "Vollgenuss im Schoose der Natur" - Stadt und
Garten in Berlin um 1800

anschliessend Abschlussdiskussion bis ca. 15.30

EINE ANMELDUNG ZU DEN TAGUNGEN IST NICHT NOETIG.

Konzeption, Organisation: Claudia Sedlarz, AG "Berliner Klassik", BBAW
sedlarzbbaw.de

AG "Berliner Klassik"
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Jaegerstr. 22-23
D - 10117 Berlin
http://www.bbaw.de/iag/ag_klassik/index.html

Reference:
CONF: Wohnen/Stadtraum in Berlin um 1800 - Maerz/April 2002. In: ArtHist.net, Mar 4, 2002 (accessed Feb 7, 2023), <https://arthist.net/archive/24902>.

^