ANN Oct 23, 2001

Workshop "Bild-Schrift-Zahl" (HU Berlin, 16.-17.11.01)

Pablo Schneider

GRENZFAELLE
16.&17. November 2001

Ein Workshop der Projektgruppe "Bild-Schrift-Zahl"

Hermann von Helmholtz-Zentrum
Humboldt-Universitaet zu Berlin
Unter den Linden 6, 10099 Berlin
Tel. 030 / 2093-2563
Fax. -1961
URL: www2.hu-berlin.de/kulturtechnik/bsz/grenzfaelle.htm

Um Anmeldung wird gebeten unter:
email: grenzfaellegmx.de

Die Operabilitaet von Medien wird erst ueber Allianzen und Uebertritte
flottierender Zeichenverbuende erzeugt. Der Workshop "Grenzfaelle" widmet
sich diesen Haendeln der Zeichensaetze. Er nimmt die Grenzuebertritte
zwischen Bild, Schrift und Zahl in den Blick. Inwiefern halten Medien
Moeglichkeiten zur Transformation in andere Medien immer schon bereit?
Wie funktioniert dieser Uebertrag und welcher Logik folgt er? Die
Beitraege des Workshops bewegen sich an den Nahtstellen zwischen
Schriftlichkeit und Bildlichkeit, Arithmetik und Geometrie, Wort und
Zahl. Sie stellen Materialien vor, die aus wissenschaftshistorischer
und kulturwissenschaftlicher Sicht diskutiert werden sollen.

Programm:

Freitag, 16. November

15.15
Joern Muenkner: "Brennen, drucken, messen, kodieren: Wandel von
Markierungspraktiken im Strafvollzug"
Respondenz: Markus Krajewski
16.30
Philipp v. Hilgers: "Unerhoerte Musik: Wie das Mittelalter Zeichensysteme
zum Tanzen bringt"
Respondenz: Sandrina Khaled
17.45
Pablo Schneider: "Wider die reine Evidenz - Versailles und das
Vorurteil"
Respondenz: Cornelia Joechner
[19.00 Ende]
20.00 Tisch besetzt bei den 12 Aposteln

Samstag, 17. November
10.00
Moritz Wedell: "Was zeln die schriftgepilden?"
Respondenz: Heike Wiese
11.15
Gernot Grube: "Grenzziehung zwischen Schrift und Bild"
Respondenz: Gabriele Grammelsberger
12.30 Schlußdiskussion

Joern Muenkner

Im Mittelpunkt stehen Funktionalitaet und Operabilitaet von
Kennzeichnungspraktiken an Delinquenten im historischen Wandel. Zudem
interessiert, wie diese Praktiken mit einer jeweils gaengigen
Metaphorologie von Schrift korrelieren.

Philipp v. Hilgers

Im mittelalterlichen Zahlenkampfspiel bedingen sich Zahlenentwuerfe und
die Entfaltung raeumlicher und lautlicher Verhaeltnisse. Das Spiel laedt zu
klaeren ein, was ihm aeußerlich ist und was es phaenomenal zu integrieren
vermag.

Pablo Schneider

Am Beispiel der Versailler Schlossanlage gegen Ende des 17. Jahrhunderts
sollen die Interaktionen von zeitgenoessischen Beschreibungen und dem
Original betrachtet werden. Hierbei sind die Text- und Bildquellen keine
untergeordneten Erfuellungsgehilfen der Herrschaftsrepraesentation,
sondern vielmehr Bestandteile differenzierter Vermittlungsstrategien,
die sich nicht auf eindeutige Antworten festlegen lassen.

Moritz Wedell

Was "zeln" die "schriftgepilden"? Der Beitrag verhandelt die
Wortgeschichte von neuhochdeutsch "Zahl" und das kuriose Verhaeltnis zu
ihren beiden Ableitungen "zaehlen" und "erzaehlen".

Gernot Grube

Computerbilder unterlaufen die gewohnten Grenzen zwischen Bild und
Schrift, da ihnen Notationen bzw. Programme zugrunde liegenden. Diese
geschriebenen Bilder sollen als ein neuer Symboltyp bestimmt werden, fuer
welchen die Grenze zwischen Schrift und Bild durch das Symbol selbst
verlaeuft.

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Reference:
ANN: Workshop "Bild-Schrift-Zahl" (HU Berlin, 16.-17.11.01). In: ArtHist.net, Oct 23, 2001 (accessed Sep 25, 2022), <https://arthist.net/archive/24679>.

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