CFP: Angewandte Künste III: Angewandte Künste verorten (Dortmund, 3-5 Dec 20)

TU Dortmund, 03. - 05.12.2020
Deadline: Jun 21, 2020

3. Tagung des Fachforums „Angewandte Künste – Schatzkunst, Interieur und Materielle Kultur“

Diskursfeld Angewandte Künste III: Angewandte Künste verorten
TU Dortmund, Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft

(Die Veranstaltung wird als Arbeitsgespräch mit beschränkter Teilnehmendenzahl geplant. Die Entscheidung, ob sie vor Ort in Dortmund oder digital oder vor Ort mit zugeschalteten Akteuren stattfinden wird, soll im November getroffen werden.)

Die kulturgeschichtliche Valenz der vormodernen Angewandten Künste resultiert nicht nur aus ihrer tragenden Rolle für das Gelingen jeglicher Form symbolischer Kommunikation. Sie konstituiert sich zugleich durch das programmatische Oszillieren der Objekte zwischen einer signifikanten Mobilität und gleichzeitigen Gebundenheit an Orte, Räume und zeremonielle resp. liturgische Handlungen sowie konkrete historische Ereignisse. Ausgehend von der These, dass Werke wie beispielsweise Textilien, Gold- und Silberarbeiten sowie ephemere und dauerhafte Ausstattungselemente sowohl für repräsentative Räume geschaffen wurden, als auch diese Objekte durch ihre performative Wirkmacht (zeichenhafte) Räume schufen, widmet sich die Tagung im doppelten Sinne einer geschichtlichen Verortung der Kunstwerke:
Zum einen sollen die historischen Verwendungskontexte von Objekten in Hinblick auf ihre spezifische Materialität und Medialität analysiert und deren zeitgenössischer Stellenwert als Träger politischer, religiöser sowie gesellschaftlicher Diskurse vor dem Hintergrund der nach wie vor aktuellen interdisziplinären Debatten um die materielle Kultur verhandelt werden. Zum anderen möchte die Tagung aus einer forschungsgeschichtlichen Perspektive jene differenzierten Formen und Strategien der De- und Neukontextualisierung in den Blick nehmen, die etwa im Zuge der Musealisierung stattgefunden und – stets neue Kontexte und Zusammenhänge schaffend – nicht nur die Wahrnehmung der Objekte an sich, sondern geradezu ihren ontologischen Status in erheblichem Maße verändert haben. Zugleich haben meist auch jene Räume, in denen Objekte seit ihrer Entstehungszeit kontinuierlich bewahrt und verwendet wurden (etwa Kirchen und Schlösser), ihren Status ebenso verändert wie die Objekte mit gewandelten Bedeutungen unterlegt wurden.
Zu fragen wäre etwa, welche Konsequenzen der Verzicht auf die Verwendung in rituellen Zusammenhängen für liturgisches Gerät oder auf eine Handhabung im Sinne der körperlichen Interaktion – etwa im höfischen Turnier – für Werke wie Rüstungen hat. Welche musealen Präsentationkonzepte können dazu beitragen, der enormen Vielfalt sowohl der Objekte selbst als auch ihrer unterschiedlichen historischen Verortungen gerecht zu werden? Können die Angewandten Künste der Vormoderne, die ein fundamentaler Bestandteil sowohl gemeinschaftsstiftender als auch distinguierender sozialer Praktiken waren, an neuen bzw. veränderten Orten und Räumen einer globalisierten Welt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe und tradierten Identitätskonzepten anregen? Und schließlich: Welche Rolle und Verantwortung kommen in diesem Kontext einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Kunstgeschichte zu?

Wir bitten um Vorschläge zu Vorträgen (ca. 30 Minuten zzgl. Diskussion).
Bitte senden Sie ein Abstract (2000 – 2500 Zeichen) und ein knappes CV an:
ariane.kollerikg.unibe.ch

Eingabeschluss: 21. Juni 2020

Organisation:
Prof. Dr. Birgitt Borkopp-Restle und Dr. Ariane Koller, Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern
Prof. Dr. Matthias Müller, Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Universität Mainz
Prof. Dr. Dirk Syndram, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Prof. Dr. Barbara Welzel und Christopher Kreutchen, Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund

Reference:
CFP: Angewandte Künste III: Angewandte Künste verorten (Dortmund, 3-5 Dec 20). In: ArtHist.net, May 26, 2020 (accessed Aug 13, 2020), <https://arthist.net/archive/23144>.

Contributor: Ariane Koller, Universität Bern

Contribution published: May 26, 2020

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