Das europäische Kulturerbe im Saarland nach 1945 (Saarbrücken, 18 Apr-11 Jul 18)

Ehemalige Französische Botschaft in Saarbrücken, sog. Pingusson-Bau, Hohenzollernstraße 60, 66117 Saarbrücken, 18.04. - 11.07.2018

Öffentliche Ringvorlesung, Mittwochs 18 Uhr

Erinnerung und Aufbruch. Das europäische Kulturerbe im Saarland nach 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde im Saarland unter der französischen Militärregierung ein Masterplan für den Wiederaufbau der kriegszerstörten Städte Saarbrücken, Saarlouis und Neunkirchen erarbeitet. In Überwindung von Ressentiments arbeitete die Besatzung auf die Versöhnung beider Nationen und den Aufbruch in ein neues, ‚anderes’ Europa hin. Gleichwohl erregten die funktionalistischen Stadtbauentwürfe den Unmut der lokalen Behörden und dies nicht zuletzt, weil der einseitig zukunftsgerichteten Modernität keine Erinnerung eingeschrieben war.

Der Vorlesungsreihe widmet sich dem unhintergehbaren Zusammenhang, dass sich der Umgang mit Kulturerbe stets an der prekären Schnittstelle von Erinnern und Vergessen bewegt. Einerseits bedarf es der Kraft des Vergessens, um Platz für einen Neuanfang zu schaffen. Andererseits heißt Erinnern Auswählen, Unterscheiden, Sich-in-Beziehung-setzen und Sinn stiften. Das Kulturerbe des 20. Jahrhunderts erinnert in Europa nicht zuletzt an verheerende Kriege und Katastrophen – an Auf-Brüche. Es kann die Gegenwart lehren, dass sie die Bindung an die Vergangenheit immer wieder aufnehmen wie zugleich von sich abstreifen muss. Die Beschäftigung mit dem Kulturerbe ist deshalb weit mehr als eine Beschäftigung mit ästhetischen Fragen. Sie rührt am politischen Fundament Europas. Die Reihe startet am 18. April mit einem Vortrag von Dr. Lil Helle Thomas zur deutsch-französischen Universitätsgründung im Saarbrücker Stadtwald, deren nach wie vor aktuellem Europa-Gedanken sich die Ringvorlesung verpflichtet fühlt.

Programm:

18. April 2018
Erinnern an die Aufbruchsjahre. Der gebaute Europagedanke der Universität des Saarlandes
Dr. Lil Helle Thomas, Universität des Saarlandes, Kunstgeschichte

2. Mai 2018
Vom Centre des Métiers d'Art zur HBKsaar. Unterricht in Kunst und Design an der Saar
Prof. Rolf Sachsse, Hochschule der Bildenden Künste Saar

16. Mai 2018
Fußballarenen als Emotionsräume. Das Saarbrücker Ludwigsparkstadion in den 1950er Jahren
Prof. Dietmar Hüser, Universität des Saarlandes, Europäische Zeitgeschichte

23. Mai 2018, 19.30 Uhr
Vorab-Premiere des Dokumentarfilms „Der eiserne Schatz – Eine Geschichte der Völklinger Hütte“ (2018, Regie Sven Rech). Veranstaltungsort: Kino 8 ½. Saarbrücken.
Einleitung Dr. Fabian Trinkaus. In Kooperation mit dem Saarländischen Rundfunk

30. Mai 2018
Die Kettelersiedlung. Katholische Sozialpolitik und ihre städtebaulichen Auswirkungen im Saarland nach 1945
Dr. Ingeborg Besch, Universität des Saarlandes, Kunstgeschichte

13. Juni 2018
Saarbrücken und Mainz, Stadtutopien der Besatzungszeit
Prof. Volker Ziegler, École d’architecture Straßburg, Architektur und Urbanistik

27. Juni 2018
Aufbruch in die Gegenwart. Erinnerung an die Moderne. Gründung und Aufbau der Modernen Galerie
Dr. Roland Mönig, Direktor Stiftung Saarländischer Kulturbesitz:

11. Juli 2018
Aufbruch in die Mobilität? Entstehung und Wahrnehmung der Saarbrücker Stadtautobahn
Prof. Barbara Krug-Richter, Universität des Saarlandes, Historische Anthropologie

Ringvorlesung veranstaltet von PD Dr. Salvatore Pisani (Kunstgeschichte) und Prof. Dr. Barbara Krug-Richter (Historische Anthropologie)

Quellennachweis:
ANN: Das europäische Kulturerbe im Saarland nach 1945 (Saarbrücken, 18 Apr-11 Jul 18). In: ArtHist.net, 02.04.2018. Letzter Zugriff 20.11.2018. <https://arthist.net/archive/17753>.

Beiträger: Salvatore Pisani

Beitrag veröffentlicht am: 02.04.2018

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