GEBAUTE BILDER.
Architektur und gesellschaftliche Umbrüche in Osteuropa zwischen 1500 und 2000
Vortragsreihe im Rahmen der Ringvorlesung Kunst und Technik (WS 2017/2018)
Konzeption und Organisation: Rafał Makała und Andreas Huth
Von keinem anderen künstlerischen Medium wird hinsichtlich seiner nachhaltigen ästhetischen und symbolischen Wirkung so viel erwartet wie von der Architektur: Sie soll, zumeist in monumentaler Form, politische und private Ansprüche überzeugend ins Bild setzen, zugleich als Gebäude funktionieren und durch Einsatz entsprechender Materialien und Techniken dessen dauerhafte Präsenz garantieren. Im östlichen Mitteleuropa, einer ohnehin von kultureller Vielfalt geprägten Großregion, brachten die politischen, gesellschaftlichen und konfessionellen Konflikte über die Jahrhunderte eine höchst heterogene Architektur mit ausgeprägten bildlichen Qualitäten hervor, deren Erforschung über architekturgeschichtliche Aspekte hinaus einer detaillierten historischen Perspektive bedarf.
Die Vorträge im Rahmen der Ringvorlesung untersuchen anhand sehr verschiedener, innerhalb eines weiten, von 1500 bis ins Jahr 2000 reichenden zeitlichen Rahmens angesiedelten Beispielen, welchen Erwartungen Bauwerke und ihre Architektur jeweils unterworfen waren und wie sie sie einlösten. Diskutiert werden unter anderem der Bau der Jesuitenkirche in Posen, städtebauliche Zielsetzungen in Danzig und die Umgestaltung des Collegium Maius der Jagiellonen-Universität zu Krakau nach dem 2. Weltkrieg; hierzu sind Expert*innen der Universitäten in Gdansk, Poznan, Kraków und Leipzig eingeladen.
Die Vorträge finden jeweils um 18 Uhr im Hörsaal A 053 in der TU Berlin (Architekturgebäude), Straße des 17. Juni 150/152 statt.
Im Anschluss lädt der Fachbereich zu einem Umtrunk ein.
PROGRAMM
25. Oktober 2017
Jacek Friedrich (Gdańsk)
Wiedergeburt in alten Kleidern? Der Wiederaufbau Danzigs in den Jahren 1949–2013
22. November 2017
Tadeusz J. Żuchowski (Poznań)
Technische Probleme italienischer Baumeister auf polnischem Boden. Fundierung und Bau der Jesuitenkirche in Poznań (Posen)
13. Dezember 2017
Wojciech Bałus (Kraków)
Die Entmaterialisierung des unerwünschten Erbes und die Materialisierung des Scheins. Das Collegium Maius der Jagiellonen-Universität zu Krakau nach dem 2. Weltkrieg
10. Januar 2018
Małgorzata Omilanowska (Warszawa/Gdańsk)
Nationalarchitektur als Staatsarchitektur? Die Baukunst der Zweiten Polnischen Republik (1918-1939)
31. Januar 2018
Robert Born (Berlin/Leipzig)
Merkantilistische Laboratorien oder Ersatz für Kolonien? Landesausbau und Baupraxis in den neuen habsburgischen Territorien in Südosteuropa im 18. Jahrhundert
Die Ringvorlesung wurde im Rahmen der durch den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien auf Beschlusses des Deutschen Bundestages geförderten Professur für die Kunst in Ostmitteleuropa organisiert.
Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik | Fachgebiet Kunstgeschichte Straße des 17. Juni 150/152 | Hörsaal A 053
Quellennachweis:
ANN: Ringvorlesung: Kunst und Technik (Berlin, 25 Oct 17-31 Jan 18). In: ArtHist.net, 18.10.2017. Letzter Zugriff 10.01.2026. <https://arthist.net/archive/16512>.