Alltag als Exemplum (Dresden, 24-27 Apr 17)

Dresden, 24. - 27.04.2017
Anmeldeschluss: 17.04.2017

Alltag als Exemplum. Religiöse und profane Deutungsmuster der frühen Genrekunst

Ein breites Publikum verbindet mit dem Begriff „Genrekunst“ die Malerei des holländischen Gouden eeuw. Allerdings erschienen schon um 1500 in der deutschen und flämischen Kunst profane Bildtypen, die mit burlesker Drastik Sujets wie feiernde Bauern, Quacksalber, Bordellszenen oder ungleiche Liebhaber darstellen. Dank entscheidender Kunstwerke von europäischen Renaissancekünstlern wie Albrecht Dürer, Lucas van Leyden, Pieter Bruegel oder den Campi-Brüdern entwickelte sich die Genrekunst zu einem lebhaften Bilddiskurs und gesamteuropäischen Phänomen.

Die Tagung widmet sich der Frühphase dieser Kunstform. Dabei steht die Frage im Zentrum, warum die im Laufe des 15. Jahrhunderts entstandene Gattung der Genremalerei gerade im Zeitalter der Reformation entscheidende Impulse erhielt. Auch soll das Problem der Gotteserfahrung im Alltäglichen in den Blick genommen werden, bedienen sich doch, so die zu diskutierende These, Genrethemen religiöser Bildmuster.

Die Tagung findet im Rahmen des DFG geförderten Projekts „Genrebild und Konfessionskonflikt: Nürnberg – Antwerpen 1500-1570“ statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist für Dienstag, den 25. April, Pflicht und für die anderen Tage erwünscht.


PROGRAMM

Montag, 24. April 2017
Ort: HS 04, Institut für Kunst- und Musikwissenschaft, TU Dresden, August-Bebel-Straße 20, 01219 Dresden

18:00 Uhr
Begrüßung durch Prof. Dr. Jürgen Müller, Inhaber des Lehrstuhls für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte

18:15 Uhr
Prof. Dr. Jürgen Müller (TU Dresden): Repraesentatio Mundi – Die Entstehung der Genremalerei


Dienstag, 25. April 2017
Ort: Studiensaal des Kupferstich-Kabinettes der SKD, Residenzschloss, Taschenberg 2, 01067 Dresden

Frühe Genrekunst in der Sammlung des Kupferstich-Kabinettes
Moderation: Dr. Stefano Rinaldi und Sandra Kaden M.A.

10:00 Uhr
Gemeinsame Betrachtung und Diskussion von Zeichnungen und druckgraphischen Werken (nur für ReferentInnen)

12:00 bis 13:30 Uhr Mittagspause

Sektion I: Die Anfänge der Genremalerei
Moderation: Dr. Stephanie Buck

13:30 Uhr
Sandra Kaden, M.A. (TU Dresden): “Der Mensch sieht auf das Äußere, aber der Herr sieht auf das Herz.“ – „Der Goldschmied“ von Petrus Christus als Frömmigkeitsübung

14:20 Uhr
Mailena Mallach, M.A. (TU Dresden): Piraterie und Originalität bei Israel van Meckenem

15:10 Uhr bis 15:40 Uhr Kaffeepause

15:40 Uhr
Frank Schmidt, M.A. (TU Dresden): “Rotat fatum omne“ – Zum Darstellungskontext der Prostitution in der oberrheinischen Graphik um 1500

16:30 Uhr
Prof. Dr. Bernard Aikema (Università di Verona): Jheronimus Bosch and Venice


Mittwoch, 26.04.2017
Ort: Vortragssaal der S.L.U.B., Ebene +1 (gegenüber der Cafeteria), Zellescher Weg 18, 01069 Dresden

Sektion II: Genrebild und Konfessionskonflikt in Nürnberg
Moderation: Dr. Stefano Rinaldi

09:00 Uhr
Dr. Anne-Sophie Pellé (Université François-Rabelais, Tours): Der Koch und der Völler. Die religiöse und kulturelle Deutung der fettleibigen Figur in den deutschen Reformationsbildern

09:50 Uhr
Jan-David Mentzel, M.A. (TU Dresden): Zwischen Himmel und Erde. Georg Pencz' Holzschnittserie der Planetenkinder

10:40 bis 11:10 Uhr Kaffeepause

11:10 Uhr
Dr. Wolf Seiter (Dresden): "Lern Lachen" - Das Dekorum göttlichen Spottes oder der Künstler als Democritus christianus

12:00 Uhr
Dr. Justus Lange (Gemäldegalerie Alte Meister, museumslandschaft hessen kassel): Verbotene Liebe? Lot und seine Töchter im Spannungsfeld von biblischer Historie und Genremalerei

12:50 bis 14:20 Uhr Mittagspause

Sektion III: Zwischen den Gattungen – Das Genrebild im flämischen Raum
Moderation: Sandra Kaden, M.A.

14:20 Uhr
Dr. Bertram Kaschek (Staatliche Kunstsammlungen Dresden): Evidenz und Transzendenz. Modi des Bildlichen bei Jan van Hemessen

15:10 Uhr
Juliane Gatomski, M.A. (TU Dresden): "Und alsbald fiel es von seinen Augen wie Schuppen [...]" - Der Alltag als Sinnbild in Jacob Mathams Küchenstück Christus in Emmaus

16:00 bis 16:20 Uhr Kaffeepause

16:20 Uhr
Prof. Dr. Michael Weemans (ENSA Bourges): ”Reduction in Art” and Religious Content in Sixteenth Century Netherlandish ”Genre Landscapes” with Mining Scenes

17:10 Uhr
Prof. Dr. Koenraad Jonckheere (Universiteit Gent): Quaestio and the Origins of Genre


Donnerstag, 27. April 2017
Ort: HS 04, Institut für Kunst- und Musikwissenschaft, TU Dresden, August-Bebel-Straße 20, 01219 Dresden

Sektion IV: Genre als Gattung – Theorie und Rezeption
Moderation: Prof. Dr. Bernard Aikema

09:00 Uhr
Dr. Stefano Rinaldi (TU Dresden): “Fantastiche e capricciose invenzioni”. Genregraphik in der frühen Kunstliteratur

09:50 Uhr
Prof. Dr. Thijs Weststeijn (Universiteit Utrecht): Grillen and Rhyparographi According to Franciscus Junius: Genre, Realism, and the Comic Mode

10:40 bis 11:00 Uhr Kaffeepause

11:00 Uhr
Sabine Peinelt-Schmidt, M.A. (TU Dresden): Der Raffael aus der „Sumpf-Schule“. Annäherungen an Rezeption und Reproduktion niederländischer Genremalerei im 18. Jahrhundert

11:50 Uhr
Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch (Universität Bonn): Von der unverächtlichen Gegenkraft des lebensspiegelnden Humors und dem grimassierenden nordischen Spassvogel - Warburgs Beitrag zur Theorie der Genremalerei

12:40 Uhr
Abschlussdiskussion
Moderation: Prof. Dr. Jürgen Müller

Quellennachweis:
CONF: Alltag als Exemplum (Dresden, 24-27 Apr 17). In: ArtHist.net, 17.03.2017. Letzter Zugriff 12.12.2017. <https://arthist.net/archive/14966>.

Beiträger: Sandra Kaden

Beitrag veröffentlicht am: 17.03.2017

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