Sammelrezension: Architektur im Kaiserreich

Reviewed by: Joerg Schilling

Forschungen zur Geschichte einzelner Baugattungen bieten die Moeglichkeit, spezifische Bedingungen der Bauaufgabe und ihre individuellen Umsetzungen aus verallgemeinernden Zusammenhaengen der Architekturgeschichte zu loesen. Namentlich das Bild der Baukultur des 19. und 20. Jahrhunderts ist durch Untersuchungen zur historischen Entwicklung von u. a. Wassertuermen, Bahnhoefen, Gerichtsgebaeuden, Kirchen und Synagogen erheblich erweitert und differenziert worden. Auf bestimmte Phasen begrenzte Untersuchungen beinhalten darueber hinaus die Chance, in den Eigenarten der architektonischen Loesungen praegnante historische Aspekte dieser Epochen herauszustellen. Fuer Deutschland in der Zeit von 1871-1918 leistete dazu die Schriftenreihe „Kunst, Kultur und Politik im Deutschen Kaiserreich“, insbesondere die Baende zur Bau- und Denkmalpolitik und zum Rathaus im Kaiserreich, bemerkenswerte Vorarbeiten [1]. Der Schwerpunkt der Beitraege lag hier auf den gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Umbruechen in der Spaetphase des Kaiserreichs. Ein wichtiges Ergebnis war die Differenzierung zwischen der wilhelminischen Kulturpolitik und buergerlichen Bestrebungen der sogenannten Kulturreform. Der Architektur wurde schon von den Zeitgenossen eine wichtige Rolle in diesem Spannungsfeld zugesprochen [2].

Vor diesem Hintergrund boete die Beschaeftigung mit der Entwicklung der Krematorien die Gelegenheit, das Augenmerk auf die Feuerbestattung als einem aussagekraeftigen Bereich der Reformbestrebungen im Deutschen Reich zu richten. Und aehnlich wuerde eine Eroerterung des Hochschulbaus im Kaiserreich die Chance beinhalten, das Spannungsfeld zwischen offizieller Bildungspolitik und opponierenden Kulturfragen zu beleuchten. Doch die beiden vorliegenden, aus Dissertationen hervorgegangenen Publikationen liessen die Moeglichkeit, die jeweilige Baugattung unter entsprechenden Gesichtspunkten zu untersuchen, ungenutzt. Demgegenueber traten empirische Aspekte der gesonderten Kataloge, auf denen der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit lag, und mit ihnen Probleme der Stilgeschichte in den Vordergrund der erlaeuternden und deutenden Textteile.

Die Arbeit von Henning Winter umfasst insgesamt 53 Krematorien, von denen lediglich sechs vor 1900 errichtet wurden. Angesichts dieser ueberschaubaren Menge draengt sich die Frage auf, warum die Untersuchung nicht ueber das Jahr 1918 hinaus ausgedehnt wurde, zumal Winter ein negatives Fazit fuer die Bewaeltigung der Aufgabe im Kaiserreich zieht (S. 112, 116). Angesichts der Tatsache, dass die weitere Entwicklung in den zwanziger und dreissiger Jahren zu sehr interessanten Loesungen fuehrte und vor wie nach dem Kriegsende von demselben Protagonisten, Fritz Schumacher, massgeblich gepraegt wurde, haette die Eingrenzung des Themas zumindestens begruendet werden muessen [3]. Zudem war es auch Schumacher, der bereits 1939 eine grundlegende Geschichte der Feuerbestattung verfasst hat, die nicht nur die Architektur, sondern auch die wirtschaftlichen, sozialen und hygienischen Aspekte sowie die „Gefuehlsgruende“ des Einaescherns behandelte [4]. Dieses Werk bildet eine wichtige Grundlage der vorliegenden Arbeit, ohne in seinem Quellenwert fuer die Intentionen der Feuerbestattung vollstaendig ausgeschoepft zu werden.

Der Gedanke der Feuerbestattung hat sein Vorbild in vorchristlichen Leichenverbrennungen. Mit der Aufklaerung und Saekularisation erlangte diese Idee eine gewisse Popularitaet und wurde seitdem von buergerlichen Vereinen propagiert. Die Bevoelkerungszunahme und der wachsende Bedarf an staedtischem Baugrund, der zur gefuehlslosen Auflassung zahlreicher Friedhoefe fuehrte, gaben ihr oekonomische Motivation. Hinzu kamen hygienische Vorteile gegenueber der Erdbestattung bei der Seuchenpraevention. Im Unterschied zu Schumachers spaeteren Erfahrungen kann Winter jedoch noch keine sozialen Vorzuege konstatieren. Die Zahl der Einaescherungen war bis 1918 zu unbedeutend, als das sie eine Kostensenkung der einzelnen Bestattung haette bewirken koennen.

Nach Winter hatte die Bauaufgabe zwei grundlegende Probleme zu bewaeltigen. Zum einen galt es Technik und Form in Einklang mit der vorgegebenen Pietaet zu bringen. Rauch und Geruch waren von der Zeremonie fernzuhalten bzw. diskret zu verstecken. Zum anderen sollte die Gestaltung der Krematorien „interkonfessionell“ ausgerichtet sein. Doch in der Praxis motivierte um die Jahrhundertwende gerade das Pathos der Bauaufgabe eine kuenstlerische Einbindung des Schornsteins und forderte zu ausdrucksstarken Loesungen heraus. Es ist auch zweifelhaft, ob der interkonfessionelle Charakter der Krematorien, d.h. die Einbeziehung verschiedener Bekenntnisse und Religionen, an der Winter u.a. die Loesung der Bauaufgabe misst, wirklich im Vordergrund der Gestaltung gestanden hat. Hier schlugen sich wohl kirchenkritische und atheistische Tendenzen der Kulturreformbewegung nieder. Anscheinend legte der Autor zu viel Gewicht auf die Programme der zeitgenoessischen Feuerbestattungsvereine [5]. Bei der Eroerterung dieser Probleme waeren auch Vergleiche zu anderen Gattungen der Sepulkralarchitektur sowie Bezugnahmen auf die zeitgenoessische Rezeption angebracht gewesen. Der Kunsthistoriker Karl Woermann erwaehnte 1922 in seinem Ueberblick ueber die letzten 25 Jahre Architekturentwicklung „namentlich die Feuerbestattungshallen“ als Gebaeude, die sich zur Erprobung neuer Bauformen eigneten [6].

Nachzuvollziehen sind die historistischen Anpassungsbemuehungen in der Architektur der wenigen fruehen Krematorien, die noch den Anfeindungen der Feuerbestattungsgegner ausgesetzt waren. Doch mit der Jahrhundertwende aenderte sich - auch mit einer gewissen Institutionalisierung - die Haltung gegenueber dieser Baufrage. Das zeigen die Wettbewerbe von Mainz und Bremen (1900/1902), die sich zu eigen machten, dass es fuer das Krematorium keine Verbindlichkeiten in der Architekturgeschichte gab. Winter stellt formale Einfluesse des historischen Totenkults der Aegypter und das populaere Motiv der Boecklin’schen Toteninsel in den Vordergrund der aesthetischen Anleihen. Er unterlaesst es allerdings, die papierenden Inszenierungen von Treppen und Kuppeln auf das Vorbild der Ideal- und Denkmalentwuerfe in dieser Zeit zu beziehen, mit denen Otto Rieth und Fritz Schumacher so praegend auf die architektonische Entwicklung einwirkten. Auch an dieser Stelle haette die Baugattung Krematorium in eine interessante Verbindung mit den kulturellen Einheits- und monumentalen Ausdrucksbestrebungen einer ganzen Kuenstlergeneration gebracht werden koennen. Denn schon fuer diese Zeit galt, was Fritz Schumacher - ueber dessen Schreibtisch um die Jahrhundertwende eine Abbildung der Toteninsel hing - 1939 in seiner Geschichte der Feuerbestattung ueber die Aufgabe der Kunst ausfuehrte: sie koenne den „Eindruck wecken, dass es eine Harmonie gibt, die ueber den Zerrissenheiten des Einzeldaseins steht“ [7]. In diesem Sinne konzipierte Schumacher sein Dresdener Krematorium von 1911, die erste bedeutende Loesung der neuen Bauaufgabe. Die Frage, ob es sich hierbei um eine „Avantgardearchitektur“ (S. 112) handelte, haette er selber nie zugelassen. Ebenso irrefuehrend ist es, dass der Autor Schumachers Bau in der Bedeutung neben das zwar interessante, aber fuer die Entwicklung des Krematoriums – wie das Beispiel in Gera (1910) verdeutlicht (S. 205-207) - folgenlos gebliebene „Kremato-Columbarium System Marsch“ stellte. Diese Zuordnung erscheint um so bedenklicher, da der zweite wichtige Krematoriumsbau der Vorkriegszeit, das Krematorium von Peter Behrens in Hagen (1908), von Winter geradezu stiefmuetterlich behandelt wird. Dabei haette ein Vergleich der beiden fuer die gesamte Architekturgeschichte wichtigen Bauten interessante Aspekte beinhalten koennen, wenn man bedenkt, dass Behrens seinen programmatischen Essay „Was ist monumentale Kunst“ (1908) mit Abbildungen des Hagener Krematoriums illustrierte. Gerade die Bedeutung letzterer Beispiele verdeutlicht, dass Winters Einschaetzung, das „Tabuthema Tod“ haette eine Beschaeftigung mit der Krematoriumsarchitektur bisher verhindert (S. 115), so nicht stehen bleiben kann.

Henning Winter verstarb ueberraschend, bevor er sein Dissertationsmanuskript ueberarbeiten konnte. Auf Wunsch der Eltern hat es sein Studienfreund, Dr. Eckart Ruesch, zum Druck fertig gemacht und mit einem Nachwort versehen. Manche Unzulaenglichkeiten lassen sich mit diesen tragischen Umstaenden erklaeren.

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Hans-Dieter Naegelkes Erfassung der Hochschulbauten im Kaiserreich ueberzeugt durch einen fundierten und souveraenen Umgang mit dem umfangreichen Gegenstand. 213 Haupt-, Bibliotheks- und Institutsgebaeude von insgesamt 31 Universitaeten und Technischen Hochschulen, die waehrend des Kaiserreichs errichtet wurden, fuellen den Katalog. Darueber hinaus greift der Textteil bis an den Anfang des 19. Jahrhunderts zurueck, um sich der organisatorischen Entwicklung des Hochschulbaus zu widmen. Im ersten Teil der Darstellung, uebertitelt mit „Funktion“, werden die Bauaufgaben (Hauptgebaeude, Institute, Campus) zunaechst getrennt behandelt. Der zweite Teil widmet sich dann der Gesamtheit der Bauten hinsichtlich ihrer „Gestalt“.

Drei Abschnitte kennzeichnen die Phasen architektonischer Entwicklung, wobei die erste Phase (1830-1870) noch vor dem eigentlichen Betrachtungszeitraum der Arbeit angesiedelt ist. Angesichts dieser komplexen Struktur aus Bautypen und Epochen, bei der auch zu beruecksichtigen ist, dass die Errichtung verschiedener Gebaeude innerhalb einzelner Universitaetsgebilde sich meist ueber die gesamte Zeitspanne bis 1918 erstreckte, ist es bewundernswert, dass der Autor den Ueberblick behaelt und dem reichen Material eine entwicklungsgeschichtliche These abgewinnt.

Naegelke geht davon aus, dass sich in der Neorenaissance-Architektur der bis 1895 errichteten Hochschulbauten ein Einvernehmen im Sinne des einheitlichen buergerlichen Bildungsideals ausdrueckte, das sich mit der fortschreitenden Differenzierung der Wissenschaften und der gesellschaftlichen Zersplitterung eines gemeinsamen Bildungshorizontes aufloeste. Parallel dazu beguenstigten die architektonischen Reformbestrebungen das Ende dieses gestalterischen Konsens (S.18).

Die Neorenaissance als „Gattungsstil“ [8] – wie im Museumsbau - und Bedeutungstraeger buergerlicher Vorstellungen von der Kulturnation beschaeftigte schon vorhergehende Publikationen. Insbesondere Valentin W. Hammerschmidt untersuchte sie in seiner Studie ueber „Anspruch und Ausdruck in der Architektur des spaeten Historismus“. Daher tat Hans-Dieter Naegelke der Aktualitaet und Praegnanz seiner Fragestellung keinen Gefallen, als er diesen „Universalstil“ [9] in den Vordergrund seiner Eroerterung des Konsensproblems stellte. Die Betonung der Stilfrage verhindert eine differenzierte Darstellung der Intentionen, die eigentlich erst beim Verlust des buergerlichen Einvernehmens deutlich wurden. Wie einschneidend diese Erfahrung gewesen sein muss, kann noch einmal die von Fritz Schumacher zum Ausdruck gebrachte, sein Lebenswerk praegende Hoffnung auf eine dem Individuum Identitaet vermittelnde Kunst (s.o.), unterstreichen.

Ueber die Darstellung von Konsens- und Dissensbildung hinaus scheint es Naegelkes Anliegen, einen programmatisch aufgefassten Historismus gegenueber der sogenannten Reformarchitektur herauszustellen, die in ihrer Rueckkehr zur Tradition und ihrem Einheitsstreben ein viel problematischeres Geschichtsverstaendnis offenbart haette (S. 188/189). Dieser interessante Aspekt leidet allerdings an den Unklarheiten in der Definition des Begriffes, die dadurch deutlich werden, dass noch 1967 behauptet wurde, „dass wir mitten im Historismus leben“ [10] und sich heutzutage Symposien mit „Historismen“ in der Architektur des 20. Jahrhunderts beschaeftigen [11]. Zwar gibt Naegelke an, den Historismus weder als universelles Gestaltungsprinzip, noch als Stilkategorie, sondern als die im 19. Jahrhundert verankerte Auseinandersetzung mit einer traditionslosen Gegenwart zu verstehen (S. 14), doch diese Auffassung findet sich in seiner stilgeschichtlich orientierten Gegenueberstellung von historistischer und Reformarchitektur nicht wieder. Als Folge dieser Betrachtungsweise verengte sich der Blick des Autors auf die Suche nach historischen Reminiszenzen in vermeintlich modernen Bauten wie z.B. der 1907 errichteten Muenchener Anatomie von Max Littmann (S. 166). Darueber gerieten andere Bedeutungsstraenge aus dem Blickfeld. Wie ist es sonst zu erklaeren, dass der Architekt Friedrich Seesselberg als Kunsthistoriker vorgestellt wird und unerwaehnt bleibt, dass er der Gruender der voelkischen Kuenstler- und Kulturorganisation `Werdandi-Bund´ war (S. 153). An diesem Punkt haette die Moeglichkeit bestanden, die Germanisierungs- und Vereinheitlichungstendenzen innerhalb der Reformbewegung gegenueber der „Pluralitaet der Ideen als Grundbedingung der Moderne“ (S. 18) herauszustellen.

Zur kritisierten Betrachtungsweise des Autors gehoeren auch Klassifizierungen wie `Barocker Historismus´ und `Regressiver Historismus´ in der Gestaltungsphase 1895-1918, die das Kapitel `Neue Orientierungen´ einleiten. Denn die Darstellung wird auf die Frage reduziert, ob vermeintlich barocke Motive ehrlicher als die „tektonische Wahrheit und referentielle Angemessenheit“ (S. 144) ausdrueckende Neorenaissance waren. Dabei repraesentieren die an dieser Stelle beispielhaft angefuehrten Idealentwuerfe von Franz Brantzky [12], Hermann Billing (schuf auch das Freiburger Kollegiengebaeude, 1911) und Fritz Schumacher (S. 144/145) gerade im Sinne von Naegelkes Frage nach dem ideelen Hintergrund der Universitaetsbauten mehr und anderes als die entwicklungsorientierte Stilanalyse zu fassen vermag. Sie verkoerperten das nationale (Kultur-)Einheit, Groesse und Bedeutung heischende Darstellungsbeduerfnis eines politisch ohnmaechtigen Buergertums.

Dieser Idealismus musste in einem gespannten Verhaeltnis zum `Regressiven Historismus´ und der preussischen Bauverwaltung als ihrem wesentlichen Repraesentanten stehen. Leider wird dieser Aspekt ausgeklammert, der doch bedeutende Konsequenzen fuer die regional differenzierte Entwicklung des Universitaetsbaus hatte. Insofern ist auch zu bedauern ist, dass das Hauptgebaeude der Hamburger Universitaet unerwaehnt bleibt. Streng genommen wurde die Hamburger Universitaet erst 1919 ins Leben gerufen, aber das so bezeichnete `Vorlesungsgebaeude´ war 1909-11 bereits im Hinblick auf ihre angestrebte Gruendung errichtet worden. Die vorausgegangenen Diskussionen und die betont regionalistische `Gestalt´ des von einem Hamburger Buerger gestifteten, vorlaeufig fuer die Vorlesungen des Kolonialinstituts verwandten Gebaeudes beinhalten interessante Gesichtspunkte im Zusammenhang mit der Frage nach der `Bildungsideologie´.

Gerade im Hinblick auf den letzten Kritikpunkt scheint die abschliessende Frage erlaubt, ob nicht die Konzentration auf einige herausragende, vergleichbare, die Bauaufgabe in ihrer spezifischen Problematik beschreibende Beispiele dem analytischen Teil der Darstellung mehr Praegnanz verliehen haette. Damit waeren die aus der die epochenfuellenden Menge an Haupt- und Institutsgebaeuden resultierenden stilgeschichtlichen Verallgemeinerungen vermieden und der aussergewoehnlich umfassende und detaillierte Katalog der Hochschulbauten – ein profundes Nachschlagewerk der Universitaetsgeschichte - verdientermassen aufgewertet worden.

Anmerkungen:

[1] Ekkehard Mai / Stephan Waetzoldt (Hg.): Kunstverwaltung, Bau und Denkmal-Politik im Kaiserreich, Kunst, Kultur und Politik im Deutschen Kaiserreich, Bd. 1, Berlin 1981; Ekkehard Mai / Juergen Paul / Stephan Waetzoldt (Hg.): Das Rathaus im Kaiserreich: Kunstpolitische Aspekte einer Bauaufgabe des 19. Jahrhunderts, Kunst, Kultur und Politik im Deutschen Kaiserreich, Bd. 4, Berlin 1982.

[2] Vgl. Francesco Dal Co: Figures of Architecture and Thought. German Architecture Culture 1880-1920, New York 1990.

[3] Ausser diesem formalen Problem ist auch die oft unverhaeltnismaessige Laenge der verwandten Zitate zu kritisieren: vgl. das Kapitel VI, 3 „Das Ringen um die neue Bauaufgabe“, dessen 112 Zeilen aus 72 Zeilen Zitat bestehen (S. 99-101). Ein weiterer Kritikpunkt waere die in Kapitel VI vollzogene Aufteilung der 47 Objekte in drei Gruppen – jede ist prozentual dargestellt - von denen eine Gruppe mit 22 Objekten wieder in 6 Varianten unterteilt wird, die letztendlich nur den unterschiedlichen Umgang mit dem Problem des Schornsteins beschreiben.

[4] Fritz Schumacher: Die Feuerbestattung. Handbuch der Architektur, IV. Teil, 8. Halbband, Heft 3b, 2. Auflage, Leipzig 1939. Zur Krematoriumsarchitektur „Nach dem Weltkrieg“ s. S. 58-96.

[5] vgl. das Nachwort von Eckart Ruesch, S.117

[6] Karl Woermann: Geschichte der Kunst aller Zeiten und Voelker, 2. neubearbeitete und vermehrte Auflage, Bd. 6, Leipzig 1922, S. 403/404. In seinen „Lebenserinnerungen eines Achtizgjaehrigen“ (Leipzig 1924, Bd. 2, z.B. S. 124, S. 235) erwaehnt der Atheist Woermann mehrere Feuerbestattungen im Familien- und in Kuenstlerkreisen.

[7] Schumacher, wie Anm. [4], S. 14.

[8] Dieter Dolgner: Historismus. Deutsche Baukunst 1815-1900, Leipzig 1993, S. 95.

[9] Valentin W. Hammerschmidt: Anspruch und Ausdruck in der Architektur des spaeten Historismus in Deutschland (1860-1914), Europaeische Hochschulschriften, Reihe XXXVII, Bd. 3, Frankfurt/M / Bern / New York 1985, S. 2.

[10] H. G. Evers: Vom Historismus zum Funktionalismus, Baden-Baden 1967, S. 12.

[11] Symposium „Historismen in der Moderne. Vergangenheit als Traeger von Idealitaet und Ideologie in der Architektur des 20. Jahrhunderts“, 24.11.2000-26.11.2000, FU Berlin.

[12] Naegelkes Kritik an Brantzkys Umgang mit den „typologischen Vorgaben der Bauaufgabe“ greift insofern ins Leere, als dass Brantzky diesen Idealentwurf mit einer „fingierten Zweckbestimmung“ praesentierte. Vgl. Kaethe Menne-Thome: Franz Brantzky 1871-1945. Ein Koelner Architekt in seiner Zeit, Koeln 1980, S. 125 und S. 127.

Recommended Citation:
Joerg Schilling: [Review of:] Winter, Henning: Die Architektur der Krematorien im Deutschen Reich 1878 - 1918, Dettelbach 2001; Nägelke, Hans-Dieter: Hochschulbau im Kaiserreich. Historistische Architektur im Prozess bürgerlicher Konsensbildung, Kiel 2000. In: ArtHist.net, May 18, 2002 (accessed Jun 16, 2019), <https://arthist.net/reviews/236>.

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Winter, Henning: Die Architektur der Krematorien im Deutschen Reich 1878 - 1918, Dettelbach: J.H. Röll Verlag 2001
ISBN-10: 3-89754-185-8, 391 S

Nägelke, Hans-Dieter: Hochschulbau im Kaiserreich. Historistische Architektur im Prozess bürgerlicher Konsensbildung, Kiel: Verlag Ludwig 2000
ISBN-10: 3-933598-09-5, 520 S

Review published: May 18, 2002

Editor: Rainer Donandt

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