CONF 10.10.2026

ADKV-Herzogenrath Forum 2026 (Kassel, 17 Oct 26)

Kasseler Kunstverein, 17.10.2026

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV)

ADKV-Herzogenrath Forum 2026. Kulturelle Räume unter Druck. Und jetzt? Haltung zeigen. Allianzen bilden. Resilienz stärken.

Kunstinstitutionen und Kunstvereine befinden sich in einem tief-greifenden Wandel – geprägt von veränderten Förderbedingungen, neuen Anforderungen an Teilhabe sowie einer politisch zunehmend polarisierten Gegenwart.
Dieses Thema steht im Zentrum des Herzogenrath Forums 2026, das von der ADKV – Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine organisiert und ausgerichtet wird. Mehr denn je stellt sich die Frage, wie Kunstvereine handlungsfähig bleiben und sich zugleich aktiv neu ausrichten können.

Das Forum versteht Transformation nicht nur als Anpassungsdruck, sondern als gemeinsame Aufgabe und Chance, institutionelle Grundlagen weiterzuentwickeln und zu stärken.

Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um vorige Anmeldung, mit Angabe an welchem Workshop Sie teilnehmen möchten unter anmeldungkunstvereine.de.
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PROGRAMM:

10:00
Ankommen

10:30
Begrüßung: Jero van Nieuwkoop, Kunstverein Kassel, Timon Gremmels, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK), Martin Bach, Kulturamt Stadt Kassel, Ursula Schöndeling, Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV)

11:15
Gedenken an Wulf Herzogenrath, Felix Herzogenrath, Bjørn Melhus

11:40
ADKV-Wulf-Herzogenrath Preis für Ehrenamt
Preisverleihung an Susanne Jakob, Kunstverein Neuhausen.
Laudatio: Sebastian Baden, Schirn Kunsthalle Frankfurt

12:00
Impulsvortrag:

Öffentliche Kunstfreiheit und ihre rechtlichen
Rahmenbedingungen, Dr. Nils Weinberg, Humboldt-Universität zu Berlin

Ausgehend von seiner gemeinsam mit Christoph Möllers verfassten Publikation beleuchtet Dr. Nils Weinberg die verfassungsrechtlichen Grundlagen kultureller Freiheit und ihre Bedeutung für die Praxis von Kunstinstitutionen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie öffentliche Kunstfreiheit im Spannungsfeld zwischen staatlicher Förderung,
gesellschaftlichen Erwartungen und institutioneller Autonomie gesichert und ausgehandelt werden kann.

14:00
Impulsvortrag
Die Kunst, beweglich zu bleiben: Kunstvereine zwischen Stabilität, Veränderung und ungewisser Zukunft, Caroline Paulick-Thiel, Politics for Tomorrow

Im Zentrum stehen die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen Kulturinstitutionen heute arbeiten. Diskutiert wird, wie Institutionen auch unter komplexen und prekären Bedingungen handlungsfähig bleiben und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen können. Dabei geht es insbesondere um die Bedeutung von Stabilisierung und die Sicherung bewährter Praxis als Grundlage für zukünftige Entwicklung.

15:00
Praxisgespräch:
Kunstvereine als offene Räume des demokratischen Dialogs
mit:
Jennifer Cierlitza (Kunstverein Siegen), Anke Dietrich (riesa efau. Kultur Forum Dresden), Susanne Jakob (Kunstverein Neuhausen, Neuhausen/Fildern), Lisa Klosterkötter (Temporary Gallery Köln), Dr. Annette Maechtel (ehem.nGbK Berlin, 2020-März 2026) und Aneta Rostkowska (Temporary Gallery Köln).

Moderation: Gila Kolb, Professorin für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik, Universität Bremen & agency art education,
Kassel

Welche Möglichkeiten bieten partizipative Formate und kollektive Entscheidungsstrukturen? Was meint Teilhabe und welche Gruppen werden einbezogen? Wie entstehen Bündnisse mit anderen Akteur:innen? Welche gesellschaftspolitischen Handlungsmöglichkeiten eröffnen sich? Wie lassen sich eigene institutionelle Strukturen
transformieren? Wie verankern sich Kunstvereine als Orte der Teilhabe und des demokratischen Dialogs? Und nicht zuletzt: Welche Bedingungen brauchen die Vereine dafür und welche Veränderungen müssen sie zulassen? Den Einstieg bilden kurze Impulse der Teilnehmer:innen. Sie stellen konkrete Maßnahmen vor, mit denen sich Kunstvereine und Kunstinstitutionen für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und Anliegen öffnen können. Daran anknüpfend kommen wir in einem offenen Gesprächsformat
mit dem gesamten Forum in den Austausch.

17:00 Workshops

Workshop 1
Commoning the Neighborhood / Unlearning Institutionality.

Wo steht der Kunstverein? Was passiert, wenn wir den Kunstverein nicht nur als Institution, sondern als geteilte Infrastruktur betrachten? Der Workshop nimmt vorhandene Räume, Menschen, Wissen, Netzwerke und Ressourcen in den Blick und fragt nach Zugängen und ungenutzten Potenzialen. Mit praktischen Übungen und gemeinsamem Mapping
werden Beziehungen und Strukturen sichtbar. Daraus entstehen Ideen, wie Räume, Wissen und Ressourcen anders geteilt und für Begegnung, Selbstorganisation und gemeinsame Verantwortung geöffnet werden können.

Leitung: Raamwerk e.V., Kassel

Workshop 2
Konfliktlösungen – Transformation, Druck und gemeinsame Handlungsfähigkeit.

Transformation erzeugt Spannungen – innerhalb von Organisationen ebenso wie in Kooperationen und öffentlichen Kontexten. Der Workshop versteht Konflikt nicht als Störung, sondern als produktiven Bestandteil von Veränderungsprozessen.
Im Mittelpunkt stehen das frühzeitige Erkennen von Spannungen, der Umgang mit internen und externen Konflikten, Moderation und die Entwicklung von Kommunikationsräumen für Offenheit und Klärung.

Leitung: Nadja Gilbert, Mediatorin, Berlin

Workshop 3
Selbstbefragung, Wertebestimmung und Leitbild entwickeln.

Der praxisorientierte Workshop lädt Kunstvereine zur kritischen Selbstbefragung ein und beleuchtet ihr Selbstverständnis, ihre regionale und überregionale Wahrnehmung sowie Anforderungen aus Politik, Programm und Struktur. Gemeinsam werden Werte und Leitbilder herausgearbeitet und formuliert. In praktischen Übungen erproben die Teilnehmenden konkrete Werkzeuge, die sich unmittelbar in die eigene Vereinsarbeit übertragen lassen, um Selbstverständnis, Haltung und Handlungsspielräume weiterzudenken.

Leitung: Michael Schaller, München

Workshop 4
LAUT SEIN! – Politische Handlungsfähigkeit als Teil der Praxis

Wie wird aus Haltung tatsächlich Praxis? Der Workshop untersucht politische Handlungsfähigkeit als Teil institutioneller Alltagsarbeit. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Widerständigkeit, Solidarität, konkretem Handeln und der Fähigkeit, gesellschaftliche Konflikte aktiv zu bearbeiten.

Leitung: Frieda Grimm, re:searching urbanity, Berlin

19:00
Ergebnisforum

Die vier Workshopgruppen stellen zentrale Erkenntnisse,
Fragen und Handlungsperspektiven aus ihrer Arbeit vor.

ab 19:30
Gemeinsames Essen

Quellennachweis:
CONF: ADKV-Herzogenrath Forum 2026 (Kassel, 17 Oct 26). In: ArtHist.net, 10.10.2026. Letzter Zugriff 11.10.2026. <https://arthist.net/archive/54576>.

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