CONF 21.09.2026

Ökologien der Sichtbarkeit (Berlin, 25-26 Sep 26)

C/O Berlin, Amerika-Haus Hardenbergstraße 22–24 10623 Berlin, 25.–26.09.2026
Anmeldeschluss: 25.09.2026

Katharina Täschner

ÖKOLOGIEN DER SICHTBARKEIT
Bildprozesse zwischen Experiment und Kontamination

1986 verwandelte Sigmar Polke den Deutschen Pavillon der Venedig Biennale in einen experimentellen Bildraum, in dem sich Farbpigmente, lichtempfindliche Substanzen und klimatische Bedingungen durchdrangen. Unter dem Titel Athanor verband er alchemistische Vorstellungen einer aktiven Natur mit fotografischen und malerischen Prozessen: Licht, Wärme, Feuchtigkeit und chemische Reaktionen wurden zu bildgebenden Kräften.

40 Jahre später nimmt eine zweitägige Veranstaltung bei C/O Berlin Polkes Biennale-Pavillon zum Ausgangspunkt, um der Aktualität dieser Versuchsanordnung nachzugehen. Wie verändert sich unser Verständnis von Bildern, wenn die Prozesse, durch die sie entstehen, von Umweltbedingungen beeinflusst sind? Was bedeutet es, Bilder als Träger ökologischer Veränderungen, technischer Eingriffe und fortwirkender Kontamination zu betrachten?

Die Veranstaltung findet im Rahmen von Sigmar Polke. Athanor NOW statt, einem internationalen Forschungs- und Vermittlungsprojekt der Anna Polke-Stiftung, und ist zugleich in den After Nature. Ulrike Crespo Photography Prize von C/O Berlin und der Crespo Foundation eingebunden. In ihrer Ausstellung fragt Preisträgerin Susanne Kriemann anlässlich eines anderen 40. Jahrestags – der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 – nach dem Nachleben toxischer Reststoffe, radioaktiver Materialien und ihrer Spuren in Landschaften, Körpern und Bildern.

An einem Abend und einem Nachmittag kommen Künstler:innen, Kurator:innen und Wissenschaftler:innen ins Gespräch. Ausgehend von Polkes Experimentalsystem und seinen Verbindungen von Hermetik, Fotografie, Chemie und Materialforschung diskutieren sie, wie Bilder entstehen, wenn nicht Repräsentation, sondern Stoffumwandlung im Vordergrund steht; wenn Sichtbarkeit aus Prozessen hervorgeht, die selbst unsichtbar bleiben; und wenn künstlerische Praxis dem Material folgt, statt es auf eine vorgegebene Form festzulegen.

Eine Veranstaltung initiiert von Hans-Christian von Herrmann (TU Berlin, Fachgebiet Literaturwissenschaft) und Katja Müller-Helle (HU Berlin, Forschungsstelle „Das Technische Bild“).

Programm

Fr, 25. Sep 2026

18:00–18:30
Begrüßung
Katharina Täschner, Kuratorin, C/O Berlin
Sprache: Deutsch

Einführung
Hans-Christian von Herrmann, TU Berlin /
Katja Müller-Helle, HU Berlin
Sprache: Deutsch

18:30–20:00
Toxische Substanzen
Susanne Kriemann, Künstlerin /
Eva Wilson, Kuratorin, Skulptur Projekte Münster
Sprache: Deutsch

Sa, 26. Sep 2026

15:00–15:30
Auftakt
Katja Müller-Helle, HU Berlin /
Katharina Täschner, C/O Berlin
Sprache: Deutsch

15:30–17:00
Anti-Photography
Ketuta Alexi-Meskhishvili, Künstlerin /
Florian Ebner, Kurator, Centre Pompidou, Paris
Sprache: Englisch

17:30–19:00
Das Unvorhersehbare
Via Lewandowsky, Künstler /
Peter Geimer, Kunsthistoriker, Deutsches Forum für Kunstgeschichte, Paris
Sprache: Deutsch

Teilnahme kostenfrei mit entsprechendem Ausstellungsticket (15/8 Euro); für beide Tage gültig.

Anmeldung über www.co-berlin.org

Quellennachweis:
CONF: Ökologien der Sichtbarkeit (Berlin, 25-26 Sep 26). In: ArtHist.net, 21.09.2026. Letzter Zugriff 21.09.2026. <https://arthist.net/archive/54349>.

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