Zwei Objektkategorien, die in frühneuzeitlichen Sammlungen des 16. und 17. Jahrhunderts besonders geschätzt wurden, stellen heutige Museen vor komplexe Herausforderungen angesichts ihrer Präsentation: Zum einen sind dies die sogenannten Mirabilia - staunenswerte Wunder der Natur, zu denen auch missgebildete menschliche Föten oder Darstellungen körperlich beeinträchtigter Personen gehörten, zum anderen sind es die Exotica - Objekte aus fremden Welten, die häufig auf dunklen Wegen in die Sammlungen gelangten. Heute werfen solche Bestände Fragen nach Ethik, Repräsentation und Verantwortung auf. Der Workshop soll Expert:innen aus der Schweiz miteinander ins Gespräch bringen, die sich mit den Problemen des Ausstellens solcher Objekte beschäftigen. Welche Lösungen haben sich bewährt? Welche Displays sind heute nicht mehr möglich? In Vorträgen und Diskussionsrunden werden unterschiedliche Strategien der Präsentation, Vermittlung und Kontextualisierung vorgestellt und kritisch reflektiert. Ziel ist es, den Austausch zwischen Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen zu fördern und Perspektiven für zukünftige Ausstellungspraktiken zu entwickeln. Dabei soll auch ausgelotet werden, wo der Diskurs in Schweizer Museen heute steht – und welche Wege in Zukunft denkbar sind.
Programm:
14.00-14.15 Begrüssung und Einführung
14.15-15.00 Prof. Dr. Hubert Steinke, Displaying Human Remains: What Context Is Required?
15.00-15.45 Dr. Stefan Hertwig, Natur hinter Glas: Die Dioramen des Naturhistorischen Museums Bern
15.45-16.00 Kaffeepause
16.00-16.45 Dr. Claire Brizon / Dr. Sara Petrella, Au-delà des „exotica“. Problématiques et défis d’exposition d’objets autochtones d’Amérique du Nord
16.45-17.30 Dr. Annette Kranen, Objects of Encounter. Items from the Cook-Expeditions in Museums
Organisatorinnen:
Prof. Dr. Valérie Kobi, Université de Neuchâtel
Prof. Dr. Urte Krass, Universität Bern
Beiträger:innen:
Dr. Claire Brizon, muséologue indépendante
Dr. Annette Kranen, IKG Bern (Johann Wäber)
Dr. Sara Petrella, Université de Fribourg
Dr. Stefan Hertwig, Naturhistorisches Museum Bern
Prof. Dr. Hubert Steinke, Institut für Medizingeschichte der Universität Bern
Ort: Vortragssaal, Medizinsammlung Inselspital, Universität Bern, Murtenstrasse 42, 3012 Bern
Kontakt: Anna Dziugieł (anna.dziugielunibe.ch), Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern
Teilnahme: Keine Registrierung erforderlich; die Anzahl der Plätze ist begrenzt.
Link: https://www.ikg.unibe.ch/e40090/e40091/e886762/e1804127/WorkshopProgramme_ger.pdf.
Quellennachweis:
CONF: Mirabilia und Exotica - Schwieriges Erbe heute ausstellen (Bern, 4 Jun 26). In: ArtHist.net, 21.05.2026. Letzter Zugriff 21.05.2026. <https://arthist.net/archive/52520>.