[english version below]
Anlässlich von Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls des Museum Ostwall im Dortmunder U (27.03.–26.07.2026) findet am 11.06.2026 das internationale Symposium Müll. Kunst und die globalen Wege des Abfalls statt.
Ebenso wie die Ausstellung widmet sich das Symposium den vielfältigen Formen des Umgangs mit Müll in der modernen und zeitgenössischen Kunst. Insbesondere seit den späten 1950er Jahren lässt sich, so argumentiert die Kunsthistorikerin Amanda Boetzkes, ein Trend beobachten: Künstler:innen machen Müll sichtbar und stellen ihn aus, zum einen durch seine Darstellung in Gemälden und Grafiken sowie später auch in Filmen oder Fotografien, zum anderen durch die Nutzung von Müll als künstlerischem Material. Besonders in der zeitgenössischen Kunst entsteht eine Ästhetik des Mülls, die ein Spannungsfeld aufzeigt: Die Ästhetik und Materialität des Mülls regt uns einerseits zum Denken über dessen scheinbare Unsichtbarkeit und die globale Vermüllung an, ist andererseits aber selbst Sinnbild dieser Probleme, die durch den Überkonsum im Kapitalismus entstehen.
Insbesondere die ökologischen und sozialen Folgen der Müllproduktion werden seit den 1950er Jahren von Künstler:innen in den Blick genommen und bilden den Ausgangspunkt für Ausstellung und Symposium. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den globalen Zusammenhängen hinter Müllproduktion und Müllhandel. Obwohl der sogenannte Globale Norden Unmengen an individuellem Müll und Industriemüll erzeugt, landet ein Großteil häufig im Globalen Süden. Dort wird Müll neu genutzt, weiterverarbeitet oder auch einfach nur abgeladen. Zugleich entzieht sich Müll am Ort seiner Erzeugung – ebenso wie seine weitere Reise – der öffentlichen Wahrnehmung. Koloniale Kontinuitäten spielen auch in den Wegen des Mülls eine zentrale Rolle.
Mit dem Symposium versammelt das Museum Ostwall aktuelle Forschungsergebnisse zu Müll in der modernen und zeitgenössischen Kunst.
Wir suchen wissenschaftliche Beiträge zu folgenden Themenfeldern und Fragestellungen sowie darüber hinaus:
Bedeutung von Müll in der Kunstgeschichte
Begriffsdefinitionen und Wertzuschreibungen von Müll in der Kunst
Bedeutungsverschiebung in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts: Von Müll als Material hin zu aktivistischer Kunst
Globale künstlerische Auseinandersetzungen mit Müll
Müll und globale Wirtschaft in der Kunst
Müll, Klimaschutz und Gender in der Kunst
Zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzungen mit Müll
Gesucht werden Impulsvorträge mit einer Länge von 15 Minuten. Dies können sowohl übergreifende Auseinandersetzungen als auch spezifische Case Studies sein. Nach dem jeweiligen Impulsvortrag werden die Referent:innen in eine Diskussionsrunde eingebunden.
Folgende Unterlagen sind einzureichen:
Titel des Vortrags in deutscher und englischer Sprache
Fünf Keywords, welche den Beitrag zusammenfassen
Abstract des Beitrags mit einer Länge von 300 Wörtern, jeweils in deutscher und englischer Sprache
Kurz-Vita der referierenden Person (max. 200 Zeichen, inkl. Leerzeichen)
Kontaktdaten
Einsendeschluss ist der 15.03.2026.
Vorschläge sind als PDF an anmeldungen_mostadtdo.de zu richten.
Die Referent:innen erhalten ein Honorar. Zudem werden Reise- und Unterkunftskosten vom Museum Ostwall getragen.
Ansprechpartner:innen: Christina Danick (Leitung Ausstellungen) und Michael Griff (Kurator)
Kontakt: mgriffstadtdo.de
------------------------
On June 11, 2026, the international conference "Waste: Art and the Global Routes of Rubbish" will be held parallel to the exhibition "Waste. An Exhibition about the Global Routes of Rubbish" at Museum Ostwall im Dortmunder U (March 27–July 26, 2026).
Like the exhibition, this conference is dedicated to manifold approaches to rubbish in modern and contemporary art. As art historian Amanda Boetzkes points out, a trend can be observed since the late 1950s in particular: artists make rubbish visible and display it, on the one hand by depicting it in paintings, drawings, prints, and later in film and photography, but also by using trash as an artistic material. In contemporary art in particular, an aesthetics of rubbish has emerged that shows the following: the aesthetics and materiality of garbage inspire us to think about its apparent invisibility and the problem of global pollution, while at the same time emblematizing the problems that result from overconsumption in capitalism.
Since the 1950s, the ecological and social consequences of waste production in particular have been targeted by artists and have served as the point of departure for both this exhibition and this conference. A special emphasis is placed on the global linkages between garbage production and the trade in waste products. Although the so-called Global North generates immense amounts of individual and industrial waste, a large amount of this refuse ultimately winds up in the Global South. At the same time, waste is hidden from public view, both at the site of its generation and on its continuing journey. Colonial continuities play a central role in the routes taken by trash as well.
With this conference, Museum Ostwall presents current research on rubbish in modern and contemporary art. We are looking for scholarly contributions in the following areas and beyond:
The significance of rubbish in art history
Conceptual definitions and evaluations of rubbish in art
A shift in the significance of trash during the second half of the twentieth century: from garbage as a material to activist art
The global artistic engagement with garbage
Trash and the global economy in art
Trash, climate protection, and gender in art
Contemporary artistic approaches to rubbish
We are looking for brief lectures fifteen minutes in length. These lectures can be broad explorations as well as specific case studies. Following their presentation, speakers with be included in a round of discussion.
Please submit the following:
A title in German and in English
Five keywords summing up the contribution
An abstract, max. 300 words in length, in both German and English
A brief bio (max. 200 characters w/spaces)
Contact info
Submission deadline: March 15, 2026.
Please send submissions (PDF file) to: anmeldungen_mostadtdo.de
Speakers will receive an honorarium. In addition, travel and hotel costs will be covered by Museum Ostwall.
If you have any questions, please contact Christina Danick (director of exhibitions) or Michael Griff (curator)
Contact: mgriffstadtdo.de
Quellennachweis:
CFP: Müll. Kunst und die globalen Wege des Abfalls (Dortmund, 11 Jun 26). In: ArtHist.net, 02.02.2026. Letzter Zugriff 03.02.2026. <https://arthist.net/archive/51645>.