Dem Welterbe ganz nah. Neue Forschungen zum mittelalterlichen Stuckdekor von St. Michael in Hildesheim.
Die ehemalige Klosterkirche St. Michael in Hildesheim wurde in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts umfassend mit Stuckdekor modernisiert. Neben dem Stuck in der Kirche haben sich 250 Stuck-Fragmente aus den Grabungen von 1870 bis 2006 erhalten, die aktuell im Rahmen eines mehrjährigen, interdisziplinären Forschungsprojekts untersucht wurden.
Ziel der Tagung ist es, die Projekt-Ergebnisse vor dem Druck der Abschlusspublikation zur Diskussion zu stellen, da sowohl innerhalb der Restaurierung wie auch der Kunstgeschichte unterschiedliche Meinungen vertreten werden. Vor allem wird es um die Werktechnik, die Polychromie und die Analyseergebnisse gehen, aber auch um die Terminologie der Stuck-Werktechnik und um neue Rekonstruktionsideen für die Ausstattung der Kirche. Zudem werden wir über unsere Vorstellungen von den Werkstattprozessen im Mittelalter diskutieren.
Am Nachmittag gibt es in der Michaeliskirche die Gelegenheit, sich unter restauratorischer Führung die Stuckaturen und mehrere Fragmente unter dem Mikroskop anzuschauen. Zudem können Sie sich weitere Ergebnisse des Projekts erläutern lassen (Röntgenfluoreszenzanalyse, 3D-Dokumentation), sich über das geplante Monitoring informieren und mit den Referent*innen weiter diskutieren.
Es wird extra für die Tagung ein gut begehbares Gerüst um die Chorschranke stehen, so dass die Teilnehmenden den Originalen ganz nahe kommen können.
8.15 Uhr: Öffnung Tagungsbüro
Einführung
Moderation: Angela Weyer, Hildesheim
9.00 Uhr: Begrüßung
Vizepräsident Prof. Dr. Jörg Lahner, HAWK Präsidium
9.10 Uhr: Überblick über das Forschungsprojekt
Angela Weyer, Hildesheim
9.30 Uhr: Mittelalterlicher Stuck aus technischer Sicht – eine Einführung
Roland Lenz, Stuttgart
12. Jahrhundert
10.00 Uhr: Material, Technologie und Polychromie der Stuckfragmente
Silja Walz, Biebergemünd
10.30 Uhr: Zur Analytik der Stuckfragmente
Rainer und Ursula Drewello, Bamberg
11.00 Uhr: Die Fundstellen der Fragmente und ihre Gruppierung
Matthias Untermann, Heidelberg
11.30 Uhr: Diskussion
Mitte 19.–20. Jahrhundert
Moderation: Gerhard Lutz, Cleveland (USA)
12:30 Uhr: Die Dokumentation der Seligpreisungen durch Johann Michael Krâtz 1847
Jasmin Leckelt, Hildesheim
12:55 Uhr: Geschichte der Fragmente nach ihrer Auffindung
Antje Spiekermann, Bamberg
Angela Weyer, Hildesheim
13:20 Uhr: Restaurierungen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Abschluss des Wiederaufbaus 1960
Ursula Schädler-Saub, Aichach
14.10 Uhr: Diskussion – Resümee – Fragen zu den Objekten
MICHAELISKIRCHE
Begrüßung Pfarrer Dirk Woltmann
15.00 Uhr: Grußwort
Prof. Dr. Thorsten Albrecht, ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Markt der Möglichkeiten mit Gelegenheiten zur Erläuterung ausgewählter Fragmente
Silja Walz, Biebergemünd; Kassandra Wirth, Hildesheim
Besichtigung der in situ Stuckausstattung mit Gerüst um die Chorschranke
Roland Lenz, Stuttgart
Thomas Schmidt, Leisnig
Ergebnisse der Röntgenfluoreszenzanalyse
Steffen Laue, Potsdam
Diskussion über die Analyseergebnisse
Rainer und Ursula Drewello, Bamberg
Präsentation der 3D–Dokumentation und ihrer Ergebnisse
Steffen Bauer, Heidelberg
Diskussion über die neuen Rekonstruktionsvorschläge der Chorschrankenanlage
Matthias Untermann, Heidelberg
Monitoring des Welterbes
Herrmann Neumann, ICOMOS, München
Die Kirche schließt um 18.00 Uhr.
Kontakt und Auskunft
HAWK
Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst
Hildesheim/Holzminden/Göttingen
Hornemann Institut
Keßlerstraße 57 | 31134 Hildesheim
Tel.: 05121/408-174 | E-Mail: service@hornemann-institut.de
Tagungsorte
HAWK | Goschentor 1 | 31134 Hildesheim
Michaeliskirche Hildesheim (Bitte beachten Sie, dass die Michaeliskirche nur bis 10 °C aufgewärmt wird.)
Anmeldeschluss: 6. März 2026
Tagungsgebühr
Normaltarif: 90,00 € (inkl. Subskription der Abschlusspublikation)
ermäßigter Tarif für Mitglieder des Hildesheimer Heimat- und Geschichtsvereins und des Vereins für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim sowie die Stadtführer*innen Hildesheim: 50,00 € (inkl. Subskription der Abschlusspublikation)
ermäßigter Tarif für externe Studierende/Praktikant:innen: 20,00 €
ermäßigter Tarif für Studierende und Mitglieder der HAWK: 8,00 €
kostenfrei für Referent:innen und Fördernde
Die Plätze werden nach dem Eingang der Tagungsgebühr vergeben.
Weitere Infos und Anmeldung unter:
https://hornemann-institut.hawk.de/de/veranstaltungen/tagungen/dem-welterbe-ganz-nah
Kinderbetreuung
Auf Wunsch organisiert die HAWK eine ortsnahe, kostenfreie Betreuung von Kindern im Alter von 6 Monaten bis 12 Jahren. Bitte melden Sie Ihr Kind spätestens bis zum 8. März 2026 beim Hornemann Institut an.
Gefördert durch
Mittel aus zukunſt.niedersachsen
Das Projekt wurde finanziert von
Beate und Hans Peter Autenrieth Stiſtung
Universität Heidelberg (HCCH, TCH3D)
Reference:
CONF: Dem Welterbe ganz nah (Hildesheim, 17 Mar 26). In: ArtHist.net, Jan 27, 2026 (accessed Jan 27, 2026), <https://arthist.net/archive/51588>.