Schwerpunkt des 17. Symposiums zur Burgenforschung im Spessart ist "Die Burg um 1400".
Nicht nur im Spessart wurden am Ende des 14. Jahrhunderts zahlreiche Burgen entweder vollständig umgebaut oder neu errichtet. Die Anlagen waren so konzipiert, dass neueste Entwicklungen der Wehrtechnik Eingang fanden. Zugleich entstanden neue Funktionstypen. Eine große Anzahl der Befestigungen dienten beispielsweise der Kontrolle und dem Schutz unmittelbar angrenzender Wirtschaftsbetriebe.
Ein beredtes Zeugnis für eine solche Baulichkeit ist die Burg Hauenstein bei Krombach. Die Ausgrabungen im Spätjahr 2017 lieferten unerwartete Erkenntnisse über das Bauwerk selbst, des Alltagslebens dort und über die Zerstörung im Jahre 1405. Die Aufbereitung der Befunde und Funde 2025 gaben den Impuls dafür, sich intensiver und facettenreicher dieses Themas anzunehmen.
Die Tagung 2026 in Krombach soll dazu beitragen, das Bodendenkmal in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Dafür sind politische, ökologische, realienkundliche, ebenso wie burgenkundliche Aspekte von Interesse. Ähnlich wie heute lebten die Menschen damals in einer Zeit großer Umbrüche. Das Patriziat revoltierte in Würzburg gegen den Bischof, der Nachfolger der Lichtgestalt Karl IV. wurde wegen Unfähigkeit abgesetzt, lange vor dem Bauernkrieg wurde die Allmacht und Prunkliebe der Kirche kritisiert. Die Zeit um 1400 war allerdings nicht nur eine Epoche der Unsicherheit und der Konflikte. Eine gut ausgebaute Infrastruktur ließ den Handel und den Warenaustausch erblühen, neue Techniken und Produktionsformen revolutionierten die Gesellschaft, die Umschichtung von Vermögen und Macht stellte das bestehende Feudalsystem in Frage, in den Metropolregionen Köln, Basel und Straßburg wurden geistige und künstlerische Impulse gesetzt, der Hang zum Repräsentativen erreichte weite Teile der Bevölkerung.
Im Rahmen des zweitägigen Symposiums möchten wir einem ganzen Bündel von Aspekten nachspüren. Im Mikrokosmos Spessart dienen die innerhalb des Mittelgebirges liegenden Burgen und kleinräumige Zentren des Wirtschaftsgeschehens als Ausgangspunkte für diese Betrachtungen.
Wie in den vergangenen Symposien zur Burgenforschung im Spessart geht es uns darum, sowohl von Seiten der Fachwelt als auch der Citizen Science Interessenten für Beiträge zu gewinnen. Bitte reichen Sie ihre Vorschläge bis zum 30. April 2026 mit einem vorläufigen Titel und einer Kurzzusammenfassung (maximal 150 Worte) ein. Auch sind Vorträge zu anderen Themenbereichen der archäologischen Forschung im Spessart und seiner angrenzenden Regionen ausdrücklich erwünscht. Als Unterfränkisches Institut für Kulturlandschaftsforschung an der Universität Würzburg möchten wir insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler dazu ermutigen, ihre Forschungsergebnisse vorzustellen. Es ist vorgesehen, die Tagungsbeiträge zu veröffentlichen.
Wir freuen uns über Ihre Einreichungen.
Kontakt:
Dr. Harald Rosmanitz, Archäologisches Spessartprojekt e.V.
Grubenweg 5, 97846 Partenstein
Telefon: 09355/976569, Mobil: 01520/9861693
Mail: rosmanitzspessartprojekt.de
Weitere Informationen zu den Symposien zur Burgenforschung im Spessart finden Sie unter https://www.spessartprojekt.de/forschung/burgensymposien/
Reference:
CFP: 17. Symposiums zur Burgenforschung im Spessart (Krombach, 9-10 Sep 26). In: ArtHist.net, Jan 14, 2026 (accessed Jan 15, 2026), <https://arthist.net/archive/51475>.