Interdisziplinäre Tagung/Interdisciplinary Conference: When Materials Meet. Intermaterialität in Mittelalter und Früher Neuzeit.
[English Version below]
Die Tagung in Krems an der Donau wird im Kontext des IMAREAL-Forschungsschwerpunkts Intermaterialität veranstaltet und fokussiert auf das Ineinander- und Miteinanderwirken zweier oder vieler unterschiedlicher Materialien. Materialien treten selten als einzelne Entitäten auf, stehen sowohl als Natur- wie auch als Kunststoffe im Verbund mit anderen, Artefakte werden oftmals auch aus mehreren Materialien gefertigt und in sozialen Bewertungen und Semiosen werden Materialien zueinander in Beziehung gebracht. Der Begriff „Intermaterialität“ wird als Rahmenkonzept dieser vielfältigen Materialbeziehungen verstanden, und es sind genau diese Beziehungen und ihre Qualifizierung, die uns interessieren. Ziel der Tagung ist es, aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven Inputs für die Arbeit an diesem Rahmenkonzept zu gewinnen und einen initialen Impuls für ein entsprechendes internationales und interdisziplinäres Forschungsnetzwerk zu setzen.
Anmeldung zur Tagung bis zum 31. Jänner 2026 unter: sekretariat.imarealplus.ac.at
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.
Organisation: Isabella Nicka | Thomas Kühtreiber
Administrative Koordination und Planung: Jasmin Kneidinger
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The conference in Krems an der Donau is being held in the context of IMAREAL's research focus on intermateriality, which examines the interaction and interplay between two or more different materials.
Materials seldom manifest as discrete entities. Instead, they exist in combination with other materials, artefacts are often made from several materials, and materials are related to each other through social evaluations and semiosis. The term 'intermateriality' is used as a framework concept to describe these diverse relationships, and it is precisely these relationships, and how they are qualified, that are of interest.
The conference aims to gather input on this framework concept from different disciplinary perspectives and initiate an international, interdisciplinary research network.
Registration for the conference by 31 January 2026 at sekretariat.imarealplus.ac.at
Participation in the conference is free of charge.
Organizers: Isabella Nicka | Thomas Kühtreiber
Administrative coordination and planning: Jasmin Kneidinger
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Programm/Program:
Montag/Monday, 2.3.2026
10.15–10.30 Begrüßung und Einleitung/Welcome and introduction (Elisabeth Gruber | Isabella Nicka | Thomas Kühtreiber)
Materialscheidung und Materialbestimmung
10.30–11.15 Henrike Haug (Köln), gediegen / geläutert? Vorstellungen von reinem und unreinem Silber in der Frühen Neuzeit
11.15–12.00 Anne-Charlott Trepp (Kassel), „In seiner vollen Kraft und Reinheit“. Intermaterialität in Praktiken und Diskursen um Heilquellen und Heilwasser im 18. Jahrhundert
12.00–13.30 Mittagspause/ Lunch Break
Intermateriale Funktionalität und Ästhetik
13.30–14.15 Helene Eisl (Wien), Judge a Book by Its Cover. Überlegungen zum Material- und Materialitätsbewusstsein im Kontext mittelalterlicher Bucheinbände
14.15–15.00 Thomas Wozniak (Klagenfurt), Wiederbeschreibbare Wachstafeln als intermateriale Schriftträger
15.00–15.30 Pause / Coffee Break
15.30–16.15 Lisa Woop (Jena), Horn, Metall und Glas: Nürnberger Brillen als Fallstudie zur Intermaterialität in der Frühen Neuzeit
16.15–17.00 Adeline Schwabauer (Frankfurt a. Main), Angeschmiegt und fortgesetzt. Spätmittelalterliche Hornscheiden in Metallfassungen
17.00–17.45 Elisabeth Sobieczky (Krems/Salzburg), Intermaterialität in hochmittelalterlichen Skulpturenfassungen. Techniken, Funktionen, Bedeutung
17.45–18.30 Imbiss/Light Refreshments
18.30 Öffentlicher Abendvortrag: Susanne Wittekind (Köln), Kristall, Kokosnuss und Koralle. Inszenierung natürlicher Materialien durch mittelalterliche Goldschmiedekunst
Anschließend Umtrunk/Drinks Reception
Dienstag/Tuesday, 3.3.2026
Intermateriale Konstellationen und Praktiken
9.00–9.45 Heike Schlie (Krems/Salzburg), Die Bronze ans Holz schlagen: Intermaterialität und Technikikonologie
9.45–10.30 Luisa Radohs (Freiburg i. Breisgau), Materialvielfalt spätmittelalterlicher Kleidungsaccessoires – archäologische Aufschlüsse zu Materialverwendungen und Nutzungsmentalitäten an der nordostdeutschen Ostseeküste
10.30–11.00 Pause/Coffee Break
11.00–11.45 Monika Saczyńska-Vercamer (Berlin/Warschau), Der heilige Körper – Materie, Intermaterialität und Dinge im Kontext religiöser Handlungen. Das Beispiel der heiligen Hedwig von Schlesien
11.45–12.30 Sabine von Heusinger (Köln), Intermaterialität auf dem Altar? Liturgische Geräte und „neue“ Materialien
12.30–14.00 Mittagspause/Lunch Break
14.00–14.45 Ursula Marinelli (Innsbruck), Intermaterialität in frühneuzeitlichen Weihnachtskrippen – eine Materialschlacht im Dienste von Frömmigkeit und Repräsentation
14.45–15.30 Isabella Nicka (Krems/Salzburg), Varianz im Material: Intermateriale Beziehungen und Darstellungsformen von bearbeitetem Holz
15.30–16.00 Pause/Coffee Break
16.00–16.45 Monika Kammer (Wien), Vom Verbleichen, Gilben und Verschwärzen. Künstlerische Materialien im Austausch mit Licht, Luft und Klima
Materialwechsel/Integration neuer Materialien
16.45–17.30 Patrick Schicht (Krems a.d. Donau), Unterschiedliche Baumaterialien als wechselseitige Bedeutungsträger im Mittelalter
17.30–18.15 Katharina Rotté (Berlin), Surrogat und Formtransfer zwischen Travertin und Marmor in der römischen Architektur um 1500
Mittwoch/Wednesday, 4.3.2026
9.00–9.45 David Hobelleitner (Salzburg), Flügel aus Stoff, Metall und Feder. Liturgische Fächer als intermateriale und intermediale Objekte
9.45–10.30 Francesco De Naro Papa (Heidelberg), Stein, Glas und Importkeramik. Einlegearbeiten um 1200 zwischen Amalfi und Genua
10.30–11.00 Pause/Coffee Break
Intermaterialiät und Intermedialität
11.00–11.45 Janina Ammon (Bern), Textile Typografie. Stickerei, Druckästhetik und intermateriale Medienstrategie um 1530
11.45–12.30 Seyed Abdolreza Hosseini (Wien), Pounce Practice and Intermaterial Dialogues in Early Modern Iranian Artisanal Workshops
12.30–13.15 Julia von Ditfurth (Freiburg i. Breisgau), Von Perlen, Gold und Edelsteinen – Überlegungen zur Intermedialität und Intermaterialität in der mittelalterlichen Glasmalerei
13.15–13.45 Schlussdiskussion und Verabschiedung/Final discussion and farewell
Quellennachweis:
CONF: When Materials Meet (Krems, 2-4 Mar 26). In: ArtHist.net, 08.01.2026. Letzter Zugriff 09.01.2026. <https://arthist.net/archive/51421>.