CONF 23.03.2025

Visuelle Skepsis in der Landschaftsarchitektur? (Hamburg, 11 Apr 25)

Universität Hamburg, Warburg-Haus, Hamburg, 11.04.2025
Anmeldeschluss: 11.04.2025

Margit Kern

Visuelle Skepsis in der Landschaftsarchitektur? Historische Grüngestaltung als schwieriges Erbe und der heutige Umgang mit diesem.

Margit Kern und Theresa Stankoweit, Universität Hamburg
ERC Advanced Grant Horizon 2020: “Visual Scepticism. Towards an Aesthetic of Doubt“

Viele Gedenkstätten und Erinnerungsorte haben eine Ausgestaltung mit Grünpflanzen erfahren. Dieses Grün wird häufig als Beiwerk wahrgenommen, es scheint nicht im Zentrum zu stehen. Darüber hinaus kam dem Naturschönen implizit die Funktion zu, einen Gegenpol zur Gewaltgeschichte der Orte zu stiften (Rabuza 2023). Die politische Dimension und der historische Kontext der Landschaftsgestaltung gerieten so an vielen Stellen in den Hintergrund. All diese Aspekte führen dazu, dass häufig nicht wahrgenommen wird, dass auch historische Grüngestaltungen aufgrund ihrer politischen Aussagen zum schwierigen Erbe zählen können. Dies wirft die Frage auf, wie mit ihnen heute umzugehen ist.
Der Workshop diskutiert, ob und wie es unter diesen Voraussetzungen möglich ist, mit Hilfe von Landschaftsdesign historische Brüche in der Geschichte dieser Orte zu artikulieren. Wie lässt sich in der Landschaftsarchitektur visuelle Skepsis zum Ausdruck bringen? Kann die Planung eines Landschaftsraums ein „grünes“ schwieriges Erbe erhalten und gleichzeitig Aufmerksamkeit für die problematische politische Dimension von Naturkonzepten schaffen? Der Workshop versteht sich als Ort, an dem konkrete Fallbeispiele aus der Vergangenheit und der Gegenwart präsentiert werden können und ein Austausch stattfindet. Welche Probleme stellen sich ganz konkret in der Praxis? Welche Erfahrungen wurden gemacht?

Programm

09:00 Ankunft und Kaffee
09:30 Margit Kern (Universität Hamburg): Visuelle Skepsis in der Landschaftsarchitektur? Artikulationsformen des Zweifels in der Gestaltung – ein Grenzfall
10:15 Theresa Stankoweit (Universität Hamburg): Pflanzen als Agenten der Störung? Die Rolle von Naturen an Stätten des Nationalsozialismus
11:00 Kaffeepause
11:30 Jens Beck (Denkmalschutzamt Hamburg): A rose is a rose - is a rose? Zur Frage der Authentizität von Pflanzenmaterial in der Denkmalpflege
12:15 Thomas Niemeyer (Städtische Galerie Nordhorn): Jenny Holzers „Black Garden“
13:00 Mittagspause
14:00 Joachim Wolschke-Bulmahn (Leibniz Universität Hannover): Heilendes Grün? Oder scheinheiliges Grün? Die frühe Landschaftsgestaltung der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen
14:45 Bernhard Gelderblom (Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln e.V.): Aufmarsch der Volksgemeinschaft und Massenpropaganda auf dem Bückeberg bei Hameln zum Reichserntedankfest in den Jahren 1933 bis 1937 – inszeniert als „Volksfest in der freien Natur“
15:30 Kaffeepause
16:00 Nina Rabuza (Universität Innsbruck): Totengedenken in der (schönen) Natur? Die KZ-Gedenkstätte Dachau 1950/1960/2014
16:45 Timo Saalmann (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg): Erinnerungslandschaft Flossenbürg. Überlegungen zur Memorialisierung des ehemaligen KZ-Steinbruchs
17:30 Abschlussdiskussion
19:30 Abendessen

https://www.visual-scepticism.uni-hamburg.de/activities-events/announcements/2025-04-11-workshop.html

Quellennachweis:
CONF: Visuelle Skepsis in der Landschaftsarchitektur? (Hamburg, 11 Apr 25). In: ArtHist.net, 23.03.2025. Letzter Zugriff 03.04.2025. <https://arthist.net/archive/44888>.

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