CFP Oct 11, 2021

Inne(n)Wohnen – Das Interieur als Medium (Dortmund, 21-22 Apr 22)

Technische Universität Dortmund, Apr 21–22, 2022
Deadline: Dec 20, 2021

Christin Ruppio

Inne(n)Wohnen – Das Interieur als Medium
Study Day
organisiert von Christin Ruppio und Andreas Zeising.

Für große Teile der Bevölkerung spielte sich das Leben im vergangenen Jahr weitgehend in der häuslichen Sphäre der eigenen vier Wände ab. Durch Homeoffice und Video Conferencing wurde dabei die Grenzziehung zwischen Privatheit und sozialer Öffentlichkeit zusehends durchlässig. Selten zuvor waren das private Interieur und mit ihm die Ästhetik des Wohnens in ähnlicher Weise exponiert und dem Blick von außen und einer gesteigerten Aufmerksamkeit ausgesetzt. Die Formen der Inszenierung, die diese pandemiebedingte Medialisierung des Privaten erzeugte, sind inzwischen längst Gegenstand der Forschung.

Tatsächlich war das bürgerliche Wohnen jedoch nie nur Abschottung und Verinnerlichung, sondern immer auch Ausdruck von Vorstellungen von Privatheit und sozialer Zugehörigkeit, die nach außen hin medial vermittelt und damit gesellschaftlich relevant wurden. Jede Entscheidung für oder gegen Wohnstile oder Formen des Einrichtens und Bewohnens ist an Einstellungen, Haltungen und Lebenstilkonzepte geknüpft, mit denen sich Bewohnende positionieren. Nicht erst seit den seit den 1960er Jahren war das Private politisch. Art und Bedeutung dessen, was im Interieur repräsentiert und manifestiert wurde, ist von diesen Formen der medialen Vermittlung nicht zu trennen: Von der Genremalerei des 19. Jahrhunderts über die Wohnpublizistik und Geschmacksratgeber des 20. Jahrhunderts bis zu den Katalogwelten, Ausstellungsdisplays und virtuellen Einrichtungsplanern unserer Tage, ist das Interieur ein Medium, mit dem der vermeintlich abgeschlossene Innenraum zum Display für eine Öffentlichkeit von Rezipierenden wird, die mi ihm in einen Dialog treten.

Im Fokus des Study Days an der Technischen Universität Dortmund sollen genau solche Prozesse und die dazu eingesetzten Medien stehen, mit denen das Innere nach Außen kommuniziert, das Wohnen selbst reflektiert und Lebenstilkonzepte didaktisiert und anschaulich werden.

Willkommen sind Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen zum Thema des privaten Wohnens (von der Zeit um 1800 bis heute), in denen Aspekt der medialen Vermittlung, Kommunikation und Didaktisierung aufgegriffen wird. Neben privaten Wohnbeispielen, die u.a. in Zeitschriften publiziert oder auch allein im Austausch von Bewohnenden und Besuchenden rezipiert und stetig neu verhandelt werden, gehören hierzu Orte wie Museen, Kunstgewerbe- und Weltausstellungen, an denen die Ästhetik des Interieurs mit einer dezidierten Vermittlungsintention präsentiert und teils in die Gestaltung der Ausstellungsräume überführt wird.

Was leistet das Interieur in solchen Vermittlungskontexten? Durch welche ästhetischen Praktiken oder didaktische Intention verbindet sich der Innen- mit dem Außenraum? Wo verlaufen und wo verschwimmen die Grenzen dieser scheinbar deutlichen Dichotomie von Innen und Außen?

Folgende Themenbereiche könnten als Anhaltspunkt dienen:
- Strategien von Künstlerinnen/Architektinnen zur programmatischen Öffnung und Repräsentation des Interieurs
- Theorie und Praxis einer Didaktik des Wohnens (z.B. Programm von Reformbewegungen, Künstlerverbände etc.)
- Medien der Vermittlung von Wohnkultur an Öffentlichkeit oder Fachkreise
- Materielle Repräsentation des „Außen“ im Interieur

Bitte senden Sie Vorschläge für einen 30-minütigen Vortrag (Titel, Abstract mit max. 500 Wörtern sowie biografische Angaben) bis zum 20.12.2021 per E-Mail ein: christin.ruppiotu-dortmund.de

Kontakt:
Dr. Christin Ruppio, PD Dr. Andreas Zeising
Technische Universität Dortmund
Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft
Emil-Figge-Straße 50
D-44227 Dortmund

Reference:
CFP: Inne(n)Wohnen – Das Interieur als Medium (Dortmund, 21-22 Apr 22). In: ArtHist.net, Oct 11, 2021 (accessed Oct 24, 2021), <https://arthist.net/archive/35039>.

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