CONF Mar 24, 2007

Krieg und Vertreibung in Europa (Duesseldorf, 15-17 Apr 07)

Beatrice Schuchardt

Einladung zum Symposium

"Krieg und Vertreibung in Europa. Interventionen von Kunst, Medien und
Wissenschaft"

vom 15.-17.04.2007
im Trinkaus Auditorium des K20

Eine Veranstaltung in Kooperation mit K20 - Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Veranstalter: Prof. Dr. Vittoria Borsó & Prof. Dr. Dr. h.c. Detlef
Brandes, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf

Koordination: Dr. Beatrice Schuchardt & Thorsten Pomian, M.A.

Eine Anmeldung wird erbeten bis zum 10.04.2007 unter:
www.uni-duesseldorf.de/interventionen

Inhalt:

Das Symposium „Krieg und Vertreibung in Europa. Interventionen von Kunst,
Medien und Wissenschaft“ will die veränderte Rolle zur Diskussion stellen,
die die Medien bei der Führung und öffentlichen Wahrnehmung von Krieg und
Vertreibung übernommen haben. Die Wirkung der weltweit agierenden Medien
ist längst in das Kalkül der kämpfenden Parteien eingegangen. Kriege sind
heute auch Kämpfe um die Deutungshoheit der Bilder in den Medien. Gerade
deshalb sind Medien keineswegs nur Beobachter des Kriegsgeschehens.

Diese These unterstreicht das Symposium mit dem Begriff „Interventionen“.
Wie intervenieren heutige Massenmedien im Kontext von Kriegen und ihren
Folgen? Vieles, was zensierte und gleichgeschaltete, aber auch unabhängige
Medien über die Kriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts berichtet
hatten, hat sich als einseitig oder falsch erwiesen. Umstritten bleibt
dagegen bisher das Verhältnis zwischen den tatsächlichen Zielen der
Parteien und der medialen Darstellung in den Kriegen der 1990er Jahre.
Weiterhin gilt es nach dem Verhältnis von Massenmedien, Intellektuellen
und Künstlern zu fragen. Wie können Literatur oder Medienkunst das
Kriegsgeschehen kritisch verarbeiten? Stößt der Künstler oder der
Schriftsteller nicht auch auf Grenzen der Darstellung angesichts der
unzähligen und grausamen Opfer des Krieges? Und schließlich: Wie
intervenieren Künstler und Intellektuelle im Kontext des sich der globalen
wie lokalen Medien bedienenden Terrorismus?

Nicht zuletzt betreffen diese Fragen das grundsätzliche Dilemma der
Kompatibilität der Kritik mit der political correctness öffentlicher
Darstellungen. Was kann, was darf die Kunst angesichts von Krieg,
Vertreibung und Terror? Wissenschaftler, Künstler und Medienvertreter
werden zu verschiedenen Beispielen von Krieg und Vertreibung in Europa aus
ihrer Sicht Stellung nehmen. Die Konferenz soll ein Forum für die
Diskussion und den Vergleich des Verhältnisses zwischen Kunst, Medien und
Wissenschaft in der Vergangenheit und Gegenwart bieten. Das Symposium
wurde in das vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
geförderte Programm im Jahr der Geisteswissenschaften aufgenommen.

Programm:

Sonntag, 15.04.: ERÖFFNUNG

18.00 Uhr: Eröffnungsvortrag von Phillip KNIGHTLEY (Journalist und
Schriftsteller, London): „Where is the Truth? How to Avoid Being a Victim
of Propaganda in Wartime“

Montag, 16.04.: MEDIEN IN DEN KRIEGEN DES 20. JAHRHUNDERTS

09.00 Uhr: Panel „Franzosen und Deutsche im Ersten Weltkrieg“

Moderation: Hans T. SIEPE
Teilnehmer: Boris BARTH (Historiker, Düsseldorf) Uta HINZ (Historikerin,
Düsseldorf) Bernd WITTE (Germanist, Düsseldorf)

11.00 Uhr: Panel „Der Warschauer Aufstand“

Moderation: Michael G. ESCH
Teilnehmer: Wodzimierz BORODZIEJ (Historiker, Warschau) Ewa MAZIERSKA
(Filmwissenschaftlerin, Preston) Monika GROCHOWSKA (Multimediakünstlerin,
Warschau)

13.00-14.00 Uhr: Mittagspause

14.00 Uhr: Panel „Kriegsfolgen in der Grenzstadt Triest“

Moderation: Heike BROHM Teilnehmer: Marina CATTARUZZA (Historikerin,
Bern/Triest) Demetrio VOL (Journalist, Triest) Giorgio PRESSBURGER
(Schriftsteller, Triest)

16.00 Uhr: Panel „Kriegsfolgen in der Tschechoslowakei: die Vertreibung /
Aussiedlung der Deutschen“

Moderation: Winfried HALDER Teilnehmer: Detlef BRANDES (Historiker,
Düsseldorf) Hans-Joachim WESTHOLT (Historiker, Bonn) Peter BROD
(Journalist, Prag)

Ende gegen 18.00 Uhr

Dienstag, 17.04.: BÜRGERKRIEG? MEDIEN IN DEN KRIEGEN DER GEGENWART

09.00 Uhr: Panel „Krieg und Vertreibung in Bosnien“

Moderation: Gerhard VOWE Teilnehmer: Vedran Dzihic (Politologe, Wien)
Eldina Jasarevic (Journalistin und Germanistin, Sarajevo) Danica Dakic
(Künstlerin, Düsseldorf/Sarajevo)

11.00 Uhr: Panel „Der Kosovo-Krieg und seine Folgen“

Moderation: Reinhold GÖRLING Teilnehmer: Stefan TROEBST (Historiker,
Leipzig) Audrey GILLAN (Journalistin, London) Beqe CUFAJ (Schriftsteller,
Stuttgart)

13.00-14.00 Uhr: Mittagspause

14.00 Uhr: Panel „Tschetschenien: ein nicht enden wollender Krieg und
seine Folgen“

Moderation: Elfie SIEGL Teilnehmer: Uwe HALBACH (Historiker, Berlin)
Oleg PANFILOV (Journalist, Moskau) Apti BISULTANOV (Schriftsteller, Berlin)

16.30 Uhr: Podiumsdiskussion: „Kulturenkrieg? Krieg der Zukunft: Medien
und Terrorismus“

Moderation: Hartwig HUMMEL Teilnehmer: Monika ANSELMENT (Künstlerin,
Berlin) Hans-Ulrich GUMBRECHT (Literaturwissenschaftler, Stanford)
Friedrich KITTLER (Medienhistoriker, Berlin) Phillip KNIGHTLEY
(Journalist und Schriftsteller, London) Karl PRÖMM
(Medienwissenschaftler, Marburg) Stefan WEIDNER (Islamwissenschaftler und
Schriftsteller, Köln)

Ende der Veranstaltung voraussichtlich gegen 18 Uhr.

Reference:
CONF: Krieg und Vertreibung in Europa (Duesseldorf, 15-17 Apr 07). In: ArtHist.net, Mar 24, 2007 (accessed Jun 25, 2024), <https://arthist.net/archive/29125>.

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