CONF Oct 26, 2001

Symposium "Ironie, Montage, Verfremdung: Politik der Form", Wien, 23-25 Nov 2001

Anna Schober

23.-25.11.2001 in Wien

 

Ankuendigung des Symposiums
"Ironie, Montage, Verfremdung: Politik der Form"


Zeit/Ort:

23. Bis 25. November 2001, in den Raeumen des Instituts fuer
Gegenwartskunst, Akademie der Bildenden Kuenste, 1010 Wien, Schillerplatz 3,
Raum Mezzanin 13


Zur Anwendbarkeit einer zentralen These der Moderne

Die forcierte Montage, die Verfremdung oder die Ironie waren aesthetische
Verfahren, die so unterschiedliche soziale und kuenstlerische Bewegungen wie
die Surrealisten, das Expanded Cinema oder die Punks benutzt haben, um eine
von Gewohnheit abgestumpfte Wahrnehmung aufzufrischen, sich von "falschen"
Vorstellungen und Ideologien zu befreien und eine "gerechtere" oder
"emanzipiertere" Schau der Dinge zu erreichen.

Dieser Aufladung des Formalen mit gesellschaftspolitischer Bedeutung steht
die zeitgenoessische Diskussion mit grosser Skepsis gegenueber. Es ist von
allen Politiken mehr die Rede als von jener der Form. Dabei wird freilich
uebersehen, dass visuelle Medien auf der formalen ebenso wie auf der
inhaltlichen Ebene in gesellschaftliche Auseinandersetzungen involviert
sind. Auch wenn die "These" von der "Politik der Form" natuerlich nicht mehr
so programmatisch ausgerufen wird wie noch in den 1920er oder 1970er Jahren,
so sucht sie die zeitgenoessischen kulturkritischen,
kulturwissenschaftlichen oder kunsthistorischen Texte dennoch gleichsam wie
ein Gespenst heim. Es gibt eine neue Unsicherheit im Umgang mit der Form von
Texten und Bildern. Die Kulturtheorie ist, wie es scheint, mit dieser These
noch nicht fertig geworden.

Das Symposium setzt sich das Ziel, Geschichten und Theorien der Anwendung
der Politik-der-Form-These im 20. Jahrhundert zu diskutieren, um auf diese
Weise zu einer Neuformulierung der Frage nach der politischen Wirksamkeit
aesthetischer Formen zu kommen.

PROGRAMM

Freitag, 23. 11. 2001, 10-18 Uhr

Politik und Rhetorik

10.00 Catachresis and the Limits of Literality

Ernesto Laclau

10.45 Diskussion

11.30 Neither Here Nor There

Alexander Garcia Duettmann

12.15 Diskussion

13.00 Mittagspause

14.30 Dialog mit der Performance-Kunst

Improvising Difference

Susan Leigh Foster

15.15 Diskussion

16.00 Workshopgespraeche

Forms of Knowledge - in the Context of Art, Technology and Cultural Studies,

Marianne Kubaczek, Wolfgang Pircher und Eva Waniek

agency@?, Susanne Lummerding

Politics. Memory. Culture, Oliver Marchart

Catachrestic Resignifications. The Politics of the Performative, Gerald
Posselt

 

Samstag, 24. 11. 2001, 10-18 Uhr

Die Partikularitaet und Universalitaet des (bewegten) Bildes

10.00 Forming Couples: Godard's Contempt

Leo Bersani

10.45 Diskussion

11.30 Zerstreuung, Affektion, Projektion - die Politik des Films

Heide Schluepmann

12.15 Diskussion

13.00 Mittagspause

14.30 Dialog mit der Filmkritik

Movies as Politics

Jonathan Rosenbaum

15.15 Diskussion

16.00 Workshopgespraeche

Vampiric, Judith Fischer

Mouldable Bodies, Christina Lammer

"Madam, I'm Adam": What Comes Up When the Politics of Form Go Down?, Robert
Pfaller

Making Meaning. On the Rhetoric of Exhibition Displays, Regina Wonisch

20.30 $Shot (im Tanzquartier Wien)*

Jennifer Lacey, Nadia Lauro, Andrea Parkins, Erin Cornell

 

Sonntag, 25. 11. 2001, 10-13 Uhr

Die verschiedenen Sprachen der Dinge

10.00 Aesthetics and Anti-Aesthetics: "New Age" and "Black Block"

Mario Perniola

10.45 Diskussion

11.30 Dialog mit dem politischen Theater

Articulations: Histories in and of Things

Theodora Skipitares

12.15 Diskussion

13.00 Ende des Symposiums

 

Leo Bersani war viele Jahre lang Vorstand des Franzoesisch-Instituts an der
Universitaet von Kalifornien in Berkeley und Professor am College de France,
an der Ecole des hautes etudes en sciences sociales und an der Harvard
Universitaet. Publikationen u.a.: The Freudian Body: Psychoanalysis and Art
(1986), Arts of Impoverishment: Beckett, Rothko, Resnais (1994, Co-Autor:
Ulysse Dutoit), Homos (1995), Caravaggio's Secrets (1998, Co-Autor: Ulysse
Dutoit), Derek Jarman's Caravaggio (1999, Co-Autor: Ulysse Dutoit).

Alexander Garcia Duettmann lehrt Philosophie an der Middlesex Universitaet
in London. Publikationen: Das Gedaechtnis des Denkens. Versuch ueber
Heidegger und Adorno (1991), Uneins mit Aids (1993), Zwischen den Kulturen.
Spannungen im Kampf um Anerkennung (1997), Freunde und Feinde (1999),
Kunstende (2000).

Susan Leigh Foster, Choreographin und Autorin, ist Professorin fuer Tanz an
der Universitaet von Kalifornien in Riverside. Publikationen: Reading
Dancing (1988), Choreography and Narrative (1998), Choreographing History
(1995, Hg.), Corporealities (1995, Hg.), Dances That Describe Themselves
(erscheint in Kuerze).

Ernesto Laclau ist Vorstand am Institut fuer politische Theorie an der
Universitaet Essex und ebendort auch Direktor des Doktoranden-Programms
"Ideology and Discourse Analysis", Professor am Institut fuer vergleichende
Literaturwissenschaft an der Universitaet Buffalo, NY und unterrichtet
derzeit auch an der New School for Social Research in NYC. Publikationen
u.a.: Hegemony & Socialist Strategy. Towards a Radical Democratic Politics
(1985, Co-Autorin: Chantal Mouffe), New Reflections on the Revolutions of
Our Time (1990), The Making of Political Identities (1994, Hg.),
Emancipation(s) (1996), Contingency, Hegemony, Universality. Contemporary
Dialogues on the Left (2000, Co-Autoren: Judith Butler und Slavoj Zizek).

Mario Perniola ist Professor fuer Aesthetik an der Universitaet von Rom "Tor
Vergata". Publikationen, darunter auf Deutsch: Der Sex-Appeal des
Anorganischen (1999), Widerwillen (Turia & Kant, erscheint in Kuerze); und
auf Englisch: Enigmas. The Egyptian Moment in Society and Art (1995), Ritual
Thinking: Sexuality, Death, World (2001).

Jonathan Rosenbaum ist Filmkritiker fuer den Chicago Reader. Publikationen
u.a.: Moving Places, Film: The Front Line 1983 (1983), Greed (1993), Placing
Movies (1995), Movies as Politics (1997), Mitternachtskino (1998, Co-Autor:
J. Hoberman), Hier spricht Orson Welles (1998, Hg.), Movie Wars (2000), Dead
Man (2001), Abbas Kiarostami (Co-Autor: Mehrnaz Saeed-Vafa, erscheint in
Kuerze).

Heide Schluepmann, Mitherausgeberin der Zeitschrift "Frauen und Film" (seit
1983). Professur fuer Filmwissenschaft am Institut fuer Theater-, Film- und
Medienwissenschaften der Universitaet Frankfurt seit 1991. Publikationen
u.a.: Friedrich Nietzsches aesthetische Opposition (1977), Unheimlichkeit
des Blicks. Das Drama des fruehen deutschen Kinos (1990), Ein Detektiv des
Kinos. Studien zu Siegfried Kracauers Filmtheorie (1998), Abendroethe der
Subjektphilosophie - eine Aesthetik des Kinos (1998).

Theodora Skipitares ist seit ueber 20 Jahren Multimedia-Kuenstlerin
und -Regisseurin. Ihre Arbeiten wurden in den Gallerien und Theatern der
USA, Europas und Asiens praesentiert. Zuletzt inszenierte sie eine Oper in
Vietnam, arbeitete mit indischen Schauspielern, Taenzern und Puppenspielern
in Bangalore. Ihr naechstes Projekt ist eine Performance mit
kambodschanischen Taenzern, Musikern und Puppenspielern. Sie lebt in NYC.

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* Tanzveranstaltung des Tanzquartier Wien, Halle G, MuseumsQuartier,
Symposiumsbesucher erhalten Karten um 50% ermaessigt


Veranstalter:

MA-null im offenen und Oeffentlichen Raum


ANMELDUNG:

Wir bitten um Anmeldung zur Tagung bis zum 19. November, damit eine
entsprechende Anzahl von Tagungsmappen bereitgestellt werden kann.

Mail an annaschober@t0.or.at bzw. vraeaeth.oehner@blackbox.net oder
Postkarte an MA-null, Apollogasse 3/7, A-1070 Wien

Information: http://www.culturalstudies.at/


Konzept, Organisation und Leitung:
Anna Schober und Vraeaeth Oehner

Impressum:
MA-null im offenen und Oeffentlichen Raum
Apollogasse 3/7, A-1070 Wien

Unterstuetzt durch:

Bundesministerium fuer Bildung, Wissenschaft und Kultur (FSP
Kulturwissenschaften)

Wissenschafts- und Forschungsfoerderung, MA 7 Stadt Wien

Reference:
CONF: Symposium "Ironie, Montage, Verfremdung: Politik der Form", Wien, 23-25 Nov 2001. In: ArtHist.net, Oct 26, 2001 (accessed Sep 25, 2022), <https://arthist.net/archive/24693>.

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