CFP 08.01.2021

Die vernakuläre Weinarchitektur Österreichs (Gerersdorf, 22-24 Oct 21)

Museum Ensamble Gerersdorf, 22.–24.10.2021
Eingabeschluss: 30.04.2021

Nina Harm

Das Thema der Tagung widmet sich der vernakulären Weinarchitektur Österreichs, diese bezieht alle Gebäude und baulichen Anlagen mit ein, die mit Herstellung, Lagerung und Distribution von Trauben- und Obstwein auf dem Gebiet des heutigen Österreich und der angrenzenden Regionen der Nachbarländer in Beziehung steht.

Unter vernakulärer (lat. "vernaculus" einheimisch) Weinarchitektur sollen rurale und anonyme Bauten verstanden werden, die nicht zum grundherrschaftlichen Eigenbetrieb (Dominikalgut) gehörten. Dieser Ansatz schließt damit alle Anlagen geistlicher und weltlicher Herrschaft aus.

Ein Hauptfokus der Tagung liegt in den ensemblebildenden Objektgruppen der Kellergassen im Nordosten und den Kellerstöckeln im Südosten Ostösterreichs. Was in Niederösterreich die Kellergassen mit ihren Presshäusern und anschließendem Reife- und Lagerkeller sind, findet sein Pendant in den Kellerstöckeln des Südburgenlandes mit ihrer begrenzten Lagerfähigkeit und einer temporären Wohnnutzung. Bei beiden Objektgruppen handelt es sich um die Kombination von Produktions- und Lagerstätten abgesetzt vom eigentlichen Siedlungsverband, welche die jeweilige Kulturlandschaft bestimmen aber aufgrund stark veränderter Anforderungen des modernen Weinbaus in ihrem Bestand bedroht sind. Es sollen aber auch die Winzerhäuser mit anschließendem bzw. integriertem Presshaus und Keller in den "alten" Weinbaugebieten Österreichs (Wachau, Wiener Vororte, Retzer Land, Thermenlinie, usw.), die Mostproduktion im nördlichen und südlichen Alpenvorland (z.B. niederösterreichisches Mostviertel, oberösterreichisches Traunviertel), die Objekte in den österreichischen Freilichtmuseen und vor allem das benachbarte Ausland Berücksichtigung finden.

Erwünscht sind sowohl überblicksmäßige Beiträge zu gesamten Objektgruppen und Forschungsfragen als auch Einzeluntersuchungen zu speziellen Gebäudetypen und Betriebsmobiliar, wie z.B. Weinpressen. Ebenso Beiträge, welche die rechtlichen Voraussetzungen, den Arbeitsablauf und die Nutzung der Gebäude thematisieren sowie Fragen zu sozialgeschichtlichen Aspekten und der rezenten Nutzung und Revitalisierung.
Angedacht sind Vorträge in deutscher oder englischer Sprache im Umfang von 20 Minuten Länge. Umfang des Abstract maximal 1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen. Außerdem können Sie auch ein Proposal für ein Poster einreichen, das während der Tagung präsentiert wird. Eine Drucklegung der Tagungsbeiträge ist im 3. Band des Jahrbuchs für Hausforschung in Österreich geplant.

Bitte reiche Sie Ihren Abstract mit einem kurzen CV bis spätestens 30. April 2021 (kontaktahf-oesterreich.at) bei uns ein!

Quellennachweis:
CFP: Die vernakuläre Weinarchitektur Österreichs (Gerersdorf, 22-24 Oct 21). In: ArtHist.net, 08.01.2021. Letzter Zugriff 18.01.2021. <https://arthist.net/archive/24215>.

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