Ekphrasis und Residenz (München, 20-22 Mar 20)

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München, 20. - 22.03.2020

Workshop und Tagung // Ekphrasis und Residenz – Höfische Kultur und das Medium des Reiseberichts im Zeitalter der Konfessionalisierung um 1600

München ist ein Musterbeispiel der konfessionell kodierten Residenzstadt im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges. Ein wichtiger Zeuge hierfür ist der Kunst- und Politikagent Philipp Hainhofer (1579–1647), der die bayerische Hauptstadt zwischen 1603 und 1636 insgesamt siebenmal besuchte. Abgesehen von den heiklen diplomatischen Missionen der Jahre 1629 und 1631 sind von jedem dieser Aufenthalte Reiseberichte erhalten, die äußerst wichtige Quellen zur Gestalt der Stadt und der kulturhistorischen Stellung des bayerischen Hofes im frühen 17. Jahrhundert darstellen.
Die Konferenz beabsichtigt, den Konnex zwischen Hofkunst und Beschreibungskunst deutlicher als bisher geschehen herauszuarbeiten. Zentrale Themen von Workshop und Tagung sind: Architektur und Plastik in der Residenzstadt als Medien fürstlicher Repräsentation im öffentlichen Raum, Schlossbau und Raumkunst, Beschreibungskunst um 1600 sowie Konfessionalität, Konkurrenz und Wahrnehmung von visueller und materieller Hofkultur.

Programm:
Freitag, 20. März 2020 // Workshop: Philipp Hainhofer und München 1603–1636

13.30 Uhr
Begrüßung // Wolfgang Augustyn, Michael Wenzel, Andreas Tacke

13:45 Uhr
Michael Wenzel (Wolfenbüttel): Einführung und Vorstellung der „Kommentierten digitalen Edition der Reise- und Sammlungsbeschreibungen Philipp Hainhofers (1578–1647)“

14.15 Uhr
Workshop I: Urbanistik und Kunstpolitik in München um 1600
Referat: Dorothea Diemer (Gilching)
Respondent: Hans Ottomeyer (Ottobrunn)

15.45 Uhr
Pause

16.00 Uhr
Workshop II: Die herzoglichen Sammlungen
Referat: Peter Diemer (Gilching)
Respondent: Lorenz Seelig (Gräfeling)

17:30 Uhr
Pause

18.15 Uhr
Abendvortrag: Jeffrey Chipps Smith (Austin): The Engaged Visitor and the Limits of Ekphrasis: From Kunstkammer Accounts to Daniel Papebroch’s Travelogue
Eingeführt von Wolfgang Augustyn

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Samstag, 21. März 2020 // Tagung: Ekphrasis und Residenz

Sektion I – Residenz und Kunstpolitik // Moderation: Wolfgang Augustyn
9.00 Uhr
Ulinka Rublack (Cambridge): The bonds of art-lovers: Philipp Hainhofer and Wilhelm of Bavaria

9.30 Uhr
Christine Göttler (Bern): Agriculture, alchemy, and sacred automata: Philipp Hainhofer’s visit to Schleissheim, May 1611

10.00 Uhr
Susan Maxwell (Oshkosh): Graphic Diplomacy: The Role of Drawings and Prints in Bavarian Ducal Representation

10.30 Uhr
Diskussion und Pause

Fortsetzung der Sektion // Moderation: Michael Wenzel
11.00 Uhr
Rafal Makala (Berlin, Stettin): Die Residenz als eine Konstellation von Bauten – Stettin im Spiegel von Philipp Hainhofers Beschreibung von 1617 und anderer Quellen

11.30 Uhr
Joaneath Spicer (Baltimore): Philipp Hainhofer’s Innovative Use of Painting on Stone for his Table Cabinets and his Roles as Entrepreneur for the Arts and as Agent of Princely Courts

12.00 Uhr
Jan Lutteroth (München): Philipp Hainhofer in der Münchner Residenz. Die 3D-Rekonstruktion als kritische Forschungsmethode

12.00 Uhr
Diskussion und Pause

14.15 Uhr
Ortstermin 1: Christian Quaeitzsch (München): Spezialführung durch die Münchner Residenz (Treffpunkt: Besuchereingang der Residenz, Dauer: ca. 75 min)

Sektion II: Ekphrasis/Descriptio – Beschreibungskunst in Reiseberichten um 1600 // Moderation: Peter Burschel
16.00 Uhr
Hans Ottomeyer (Ottobrunn): „Gute“ und „böse“ Höfe und die Reform um 1600 in München

16.30 Uhr
Ekaterina Bulgakova (Moskau): „Plus de choses remarquables que ma mémoire ne sçauroit retenir“. Perception of German and Italian cities in the French travelogues around 1600

17.00 Uhr
Thomas Kuster (Innsbruck): „die selsambsten sachen der welt“: Schloss Ambras und seine Sammlungen im Spiegel neuzeitlicher Reiseberichte

17.30 Uhr
Diskussion

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Sonntag, 22. März 2020 // Tagung: Ekphrasis und Residenz

Sektion III: Konfessionalität, Konkurrenz und Wahrnehmung von visueller und materieller Hofkultur // Moderation: Andreas Tacke

9.00 Uhr
Saskia Jungmann (Jena): Von Weimar in die Welt. Fürstlich-protestantische Reiseerfahrung zwischen Identität und Alterität

9.30 Uhr
Eva-Bettina Krems (Münster): Verschobenes Kapital: Reliquienhandel und Reliquieninszenierung um 1600 in München

10.00 Uhr
Anne Mariss (Regensburg): Polyvalente Objekte: Rosenkränze in Hainhofers Reisebeschreibungen und Korrespondenzen

10.30 Uhr
Diskussion und Pause
Fortsetzung der Sektion // Moderation: Michael Wenzel

11.00 Uhr
Ursula Timann (Nürnberg): Die „Neuburger Hochzeit“ (1613): Festkultur und Konfessionspolitik

11.30 Uhr
Sophia Q. McCabe (Santa Barbara): Courtly Splendor and Confessionalization: Hans Rottenhammer and the Transnational Style

12.00 Uhr
Schlussdiskussion

Im Anschluss: Ortstermin 2 - Dorothea und Peter Diemer (Gilching): Kleiner Stadtrundgang auf Philipp Hainhofers Spuren mit Gelegenheit zum Mittagsimbiss und zur Besichtigung der Jesuitenkirche St. Michael

Veranstalter: DFG-Langzeitvorhaben „Kommentierte digitale Edition der Reise- und Sammlungsbeschreibungen Philipp Hainhofers (1578–1647)“ der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und der Trierer Arbeitsstelle für Künstlersozialgeschichte (hier in Verbindung mit den Philipp Hainhofer-Colloquia der Schwabenakademie Irsee) in Kooperation mit dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte.
Weitere Förderung: Fritz Thyssen Stiftung

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten unter hainhoferzikg.eu

Reference:
CONF: Ekphrasis und Residenz (München, 20-22 Mar 20). In: ArtHist.net, Feb 14, 2020 (accessed Feb 27, 2020), <https://arthist.net/archive/22643>.

Contributor: Zentralinstitut für Kunstgeschichte

Contribution published: Feb 14, 2020

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