Vorträge Mittelalterliche Kunst-und Kulturgeschichte in Brandenburg (Oct-Dec 11)

Berlin und Potsdam, 25.10. - 06.12.2011

Vorträge zur mittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte in Brandenburg
im Rahmen des Ausstellungsverbundes
„Raubritter & Schöne Madonnen“
Berlin, Brandenburg, Potsdam, Ziesar

www.raubritter-und-schoene-madonnen.de

Di, 25. 10., 19 Uhr
Berlin, Nikolaikirche
"Backsteingotik und Glasmalerei"
Vortrag von Prof. Dr. Ernst Badstübner aus Anlaß der Publikation des Bestandskataloges der mittelalterlichen Glasmalereien in Berlin und Brandenburg (Corpus Vitrearum Medii Aevi Band XXII)

Mi, 26. 10., 19 Uhr
Potsdam, HBPG
„Aus zwei mach eins – das Schwanebecker Retabel“
mit Dirk Jacob, Restaurator, und Peter Knüvener, Kunsthistoriker;
Erst kürzlich rückte mit dem Schwanebecker Altarretabel ein sehr ungewöhnliches Kunstwerk in den kunsthistorischen Fokus. Es wurde als wandelbarer Flügelaltar um 1560/70 in - nachreformatorischer Zeit - geschaffen. Dabei fanden die Skulpturen zweier mittelalterlicher Retabel (um 1420 und um 1470) Verwendung. Es handelt sich um ein signifikantes Beispiel der Aneignung mittelalterlicher Bildwerke durch eine nachreformatorische Dorfgemeinschaft. Bei der jüngst durchgeführten Restaurierung konnte eine Stiftungsinschrift freigelegt werden.

Mi, 02. 11., 19 Uhr
Potsdam, HBPG
„Der Berliner Totentanz“
Dr. Maria Deiters, Kunsthistorikerin, und Dr. Jan Raue, Restaurator
Der „Berliner Totentanz“ gehört zu den populärsten mittelalterlichen Werken der märkischen Kunst. Mitglieder aller Stände, vom Papst zum Küster, vom Kaiser zur „Krügerschen“ (Wirtin), werden von Todesgestalten zum Tanz gebeten. Erhalten sind die mittelalterlichen teils humorvollen Beschriftungen, die den Dialog von Tod und der jeweiligen Person wiedergeben. Die in ihrer Substanz sehr gefährdete Malerei ist in jüngster Zeit wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. So wird nach Möglichkeiten gesucht, den Totentanz dauerhaft zu konservieren und zu schützen. Auch sind noch längst nicht alle Fragen zu seiner Geschichte geklärt.

Mi, 09. 11., 19 Uhr
Potsdam, HBPG
„Die Mark Brandenburg – Die unbekannte Kunstlandschaft des Spätmittelalters“
mit Peter Knüvener, Kunsthistoriker
Um 1890 schrieb E.F.A. Münzenberger, seinerzeit einer der führenden Kenner der altdeutschen Flügelaltäre: „Im Nachfolgenden möchten wir nun einen Beitrag zur Kenntnis der alten Altäre aus einer Provinz liefern, die zwar die Hauptstadt des ganzen Vaterlandes einschließt, die aber dennoch gerade in künstlerischer Beziehung viel zu wenig Beachtung gefunden hat. Wohl hat sie keine großen Maler- und Schnitzerschulen aufzuweisen, aber dennoch hat in ihr wie im ganzen übrigen Deutschland im Mittelalter ein überaus reges Kunstleben geblüht, das um so mehr unsere Aufmerksamkeit verdient, je eigenartiger und selbstständiger es sich, wie namentlich in der Architektur, so auch in der Malerei und Skulptur entwickelte.“
Erst in jüngerer Zeit erfährt die mittelalterliche Kunst in Brandenburg die ihr gebührende Aufmerksamkeit. Durch systematische Untersuchungen und Erfassungen von Malereien, Skulpturen und Kunstwerken anderer Gattungen können die Einschätzungen Münzenbergers bestätigt werden: Die mittelalterliche Kunst in Brandenburg ist ungewöhnlich reichhaltig und vielfältig. In dem Vortrag werden die Hauptwerke vorgestellt.

Mi, 16. 11., 18 Uhr
Berlin, Märkisches Museum
„Vom Altarflügel zum Ziborium“ in den Sammlungen des Stadtmuseums Berlin
Peter Knüvener, Kunsthistoriker
Im Zuge eines Getty-Projektes wurde in den letzten Jahren die Sammlung mittelalterlicher Kunst des Märkischen Museums (heute Stadtmuseum Berlin) untersucht. Analysiert wurden Retabel, Tafelmalereien, Skulpturen aus Stein und Ton, textile Kunstwerke sowie die Werke der Schatzkunst. Zu den Höhepunkten der Sammlung gehören Werke wie die Spandauer Madonna, eine fast lebensgroße Sandsteinskulptur um 1300 mit vollständiger mittelalterlicher Polychromie aus einer Magdeburger Werkstatt, der Wittstocker Bischof, eine monumentale hochgotische Eichenholzfigur sowie die bisher unpublizierte Schöne Madonna aus der Johanniterkomputrei Berlin-Tempelhof.

Do, 24. 11., 19 Uhr
Potsdam, Theodor-Fontane-Archiv
„’... wieviel von solchen Schnitzwerkaltären wohl noch in der Mark zu finden sei'.
Theodor Fontane und die Kunst der Mark Brandenburg“
Peter Knüvener
Niemand geringeres als Theodor Fontane plante die erste Erfassung mittelalterlicher Altarretabel in Brandenburg.
Eine Veranstaltung des Theodor-Fontane-Archivs in Kooperation mit dem HBPG (bitte anmelden)

Mi, 30. 11., 18/19 Uhr
Potsdam, HBPG
18 Uhr Objektvorstellung (u. a. Altarretabel aus Bertikow und Fredersdorf)
19 Uhr Vorträge
„Wir bauen auf Kultur – die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Beispiel des Landes Brandenburg“
mit Heidi Gerber, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

„Gotteshäuser oder Museen? Die Zukunft unserer Dorfkirchen“
mit Bernd Janowski, Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V.

Di, 06. 12., 18.30 Uhr
Berlin, Nikolaikirche
„Die Heimkehr des hlg. Nikolaus“ – Reliquienverehrung in der Mark Brandenburg
mit Dr. Hartmut Kühne, Kirchenhistoriker
Eine Nikolaus-Reliquie wird nach jüngster Entdeckung nun in der Berliner Nikolaikirche ausgestellt. Ein Glücksfall, denn nach der Reformation gingen die meisten Reliquien in der Mark Brandenburg verloren. Dr. Hartmut Kühne spricht über die Verehrung und Beschaffung von Reliquien in der Mark Brandenburg um 1400.

Veranstaltungsorte

Potsdam, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG), Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam
Infotelefon: 0331/62085-50

Berlin, Märkisches Museum | Stadtmuseum Berlin
Am Köllnischen Park 5, 10179 Berlin
Infotelefon: 030/24002-162

Berlin, Nikolaikirche | Stadtmuseum Berlin
Nikolaikirchplatz, Berlin-Mitte
Infotelefon: 030/24002-162

Potsdam, Theodor-Fontane-Archiv
Große Weinmeisterstr. 46/47, 14469 Potsdam
Infotelefon: 0331/201396

Reference:
ANN: Vorträge Mittelalterliche Kunst-und Kulturgeschichte in Brandenburg (Oct-Dec 11). In: ArtHist.net, Oct 13, 2011 (accessed Oct 29, 2020), <https://arthist.net/archive/2043>.

Contributor: Peter Knüvener

Contribution published: Oct 13, 2011

Recommended Citation

Add to Facebook