Herausforderung der Spannweite, Holzbau 1500-1900 (Zürich, 27-28 Juni 19)

ETH Zürich, Siemens Auditorium, 27. - 28.06.2019
Registration deadline: May 31, 2019

Herausforderung der Spannweite: Holzbau 1500-1900 in der Schweiz und anderswo

Jede Spannweite jenseits von 18 m (60 Fuss) kann bei einem historischen Holztragwerk als sehr gross bezeichnet werden. Zwar erreichten oder übertrafen schon einige antike und mittelalterliche Dachwerke diese Grenze, doch wurde die Herausforderung der stützenfreien Überdachung in der Frühen Neuzeit zunehmend häufiger und wichtiger. Sowohl in protestantischen als auch in katholischen Gebieten verlangte die wachsende Bedeutung der Predigt in Kirchen stützenfreie Säle, und auch sonst wurden grosse Spannweiten durch verschiedene Bauaufgaben immer häufiger gefordert (z. B. Reithallen, Theater). Gleichzeitig kamen immer flachere Dachneigungen in Mode, die das Problem verschärften. Die Schweiz erlangte im 18. Jahrhundert europaweiten Ruhm beim Bau weitgespannter Holzkonstruktionen, nicht nur im Dachwerk, sondern besonders auch im Brückenbau.

Die Konferenz wird Fachleute aus ganz Europa zusammenbringen, um über die Lösungen zur Bewältigung grosser Spannweiten in der Frühen Neuzeit zu diskutieren und so die Ergebnisse aus laufenden Forschungsprojekten am Institut für Denkmalpflege und Bauforschung, besonders aus einem vom Schweizer Nationalfonds geförderten Projekt zu Schweizer Kirchendächern, in einen internationalen Kontext zu stellen.

Programm

Donnerstag, 27. Juni 2019

9:00 – 9:15 Begrüssung durch Prof. Dr.-Ing. Stefan M. Holzer

9:15 – 9:45 Dipl.-Ing. Burghard Lohrum (Ingenieurbüro für Bauforschung)
«Hängegebinde- Hängebünde- Hängewerke: Der Versuch einer systematischen Erfassung von Holztragwerken mit Hängehölzern vom 13.- 16. Jahrhundert in Südwestdeutschland»

9:45 – 10:30: Dr.-Ing. Thomas Eissing (Universität Bamberg)
«Von St. Magdalena in Herzogenaurach zum «Lusthaus» nach Stuttgart: Zwei weit gespannte Holztonnendachwerke im Vergleich als Quelle konstruktiver Innovationen»

10:30 – 11:00 Kaffeepause

11:00 – 11:45 Dr. techn. Gudrun Styhler-Aydin (ÖAI) & Dr. techn. Georg Hochreiner (TU Wien)
«Grosse Spannweiten und Höfische Repräsentation. Das Dachtragwerk der Winterreitschule in der Wiener Hofburg»

11:45 – 12:30 Dr.-Ing. Clemens Knobling (ETH Zürich)
«Zerstört, doch nicht verloren: Rekonstruktion der wichtigsten weitgespannten Münchner Dachwerke 1590–1850»

12:30 – 14:00 Mittagspause

14:00 – 14:45 Dr. Ir. Arch. Louis Vandenabeele (ETH Zürich)
«Timber roof construction in the context of a rapidly industrialising country: Belgium, 1830-1914»

14:45 – 15:30 Dr.-Ing. Anja Säbel (Denkmalbehörde Stadt München)
«Erhaltene hölzerne Bahnhofshallen des 19. Jahrhunderts in Bayern»

16:00 – 16:45 Katja John, MA (ETH Zürich)
«Weitgespannte Dachkonstruktionen frühneuzeitlicher Hallen- und Wandpfeilerkirchen in der Deutschschweiz.»

16:45 – 17:30 Martin Gantner, MA (ETH Zürich)
«Weitgespannte Dachwerke über katholischen Saalkirchen der Zentralschweiz 1600 – ca. 1850»

17:30 – 18:15 Jasmin Schäfer, MSc (ETH Zürich)
«Bewältigung der Spannweite: Frühneuzeitliche Dachwerke des reformierten Kirchenbaus in der Deutschschweiz»

18:15 – 20:00 Gemeinsames Abendessen

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Freitag, 28. Juni 2019

9:00 – 9:45 Prof. Dr.-Ing. Stefan M. Holzer (ETH Zürich)
«Die Holzbrücken der Schweiz - ein Panoptikum der Möglichkeiten»

9:45 – 10:30 Prof. Dr. phil. Philip Caston (Hochschule Neubrandenburg)
«Timber Covered Bridges Beyond Switzerland»

10:30 – 11:00 Kaffeepause

11:00 – 11:30 Dr.-Ing. Nikolai Ziegler (AeDis AG)
«Die innovativen Dachwerke des Elias Gunzenhäuser»

11:30 – 12:00 Dr. Thomas Nitz (Denkmalpflege Thüringen)
«Weitgespannte Dachwerke im Kernland der Reformation (Thüringen)»

12:00 – 12:30 Dr.-Ing. Jiří Bláha (Czech Academy of Sciences)
«The Baroque Timber Roofs of Two Large Elliptical Domes from the South Moravia»

12:30 – 14:00 Mittagspause

14:00 – 14:30 Dr.-Ing. Christian Kayser (Barthel & Maus)
«Das Dachwerk der Dillinger Stadtpfarrkirche St. Peter»

14:30 – 15:00 Dr.-Ing. Bernd Adam (Büro für Bauforschung)
«Das grösste Dach des Fürstentums über der St. Michaeliskirche in Lüneburg – ein Werk des Schweizer Baumeisters Johann Gottfried Pfister aus den Jahren 1750 und 1751»

15:00 – 15:30 Prof. Dr.-Ing. Andreas Kahlow (FH Potsdam)
«Eulers Knickfälle und das Projekt einer 300-Meter–Brücke in St. Petersburg»

15:30 – 16:00 Kaffeepause

16:00 – 16:45 Katerina Chalvatzi, MSc (ETH Zürich)
«Theaterbau im 18. Jahrhundert: Holz und Eisen im Grand Théâtre in Bordeaux»

16:45 – 17:30 Dr.-Ing. Alexander Wiesneth (Bayerische Schlösserverwaltung)
«Versteckte Zimmermannskunst von Weltrang – Das Dachwerk des Markgräflichen Opernhauses Bayreuth»

17:30 – 18:00 Abschlussdiskussion

Weitere Informationen und Anmeldung auf der Konferenzwebsite:
http://www.holzer.arch.ethz.ch/news-veranstaltungen/konferenz.html

Reference:
CONF: Herausforderung der Spannweite, Holzbau 1500-1900 (Zürich, 27-28 Juni 19). In: ArtHist.net, Mar 14, 2019 (accessed May 23, 2019), <https://arthist.net/archive/20360>.

Contributor: Manuel Maissen, Zürich

Contribution published: Mar 14, 2019

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