CFP: Galka Scheyer: eine jüdische Kunsthändlerin (Braunschweig, 26-28 Nov 19)

Braunschweig, 26. - 28.11.2019
Eingabeschluss: 30.04.2019

[English below]

Die Malerin, Kunsthändlerin und –sammlerin Galka Scheyer, geboren 1889 als Emilie Esther Scheyer, stammte aus einer Braunschweiger Unternehmerfamilie, der die seinerzeit größte Konservenfabrik der Stadt gehörte. Für ein jüdisches Mädchen aus gutbürgerlichem Haus ist ihre Biographie überraschend. Ihr Weg führte sie bis in die USA, wo sie seit 1924 lebte und 1945 in Hollywood starb. Eine allgemeine Bekanntschaft erlangte sie nicht, wohl aber die „Blaue Vier“, die sie gemeinsam mit vier anerkannten Künstlern des Weimarer Bauhauses gründete: Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger und Alexej von Jawlensky.

Anfangs hatte Emilie Scheyer eigene künstlerische Ambitionen. Im Alter von 16 Jahren hatte sie Deutschland verlassen, um in England, Frankreich, Belgien und der Schweiz Malerei, Bildhauerei und Musik zu studieren. In der Schweiz lernte sie 1916 Jawlensky kennen und beschloss, nicht mehr selbst künstlerisch tätig zu sein, sondern ihre Energie der Vermittlung und dem Verkauf seiner Werke zu widmen. Mit der Gründung der Künstlergruppe „Blaue Vier“ im Jahre 1924 wurde sie zur offiziellen Kunsthändlerin der „vier blauen Könige“, wie sie selbst „ihre“ Künstler nannte. Sie organisierte zahlreiche Ausstellungen und Lichtbildvorträge, unternahm Reisen durch Europa, die USA und Asien.

Mit einer internationalen Tagung wollen die Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur und das Städtische Museum Braunschweig in Kooperation mit der Stadt Braunschweig diese bedeutende Tochter der Stadt in den Blickpunkt nehmen. Trotz der großen Bedeutung der von ihr vertretenen Künstler in der Kunstgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts sind die Person und das Vermächtnis von Galka Scheyer in vielen Aspekten bis heute kaum erforscht. Die Tagung will daher zur Diskussion des Wirkens von Galka Scheyer einladen. Diskussionsansätze können die biographischen Hintergründe ihres familiären und sozialen Umfelds, ihr Engagement für ihre Künstlergruppe und andere Themen sein. Ihr Bezug zum Bauhaus und seinen Künstlern ist im Jahr des 100. Geburtstags des Bauhauses von besonderem Interesse. Aber auch ihr eigenes Schaffen als Künstlerin soll neu in den Blick genommen werden.

Mögliche Themenbereiche sind:
- Wer war Galka Scheyer? Familie und Freundschaften
- Jüdische Künstler im frühen 20. Jahrhundert und ihre Netzwerke
- Galka Scheyer und das Bauhaus
- Die Blaue Vier
- Zwischen Europa und den USA - Galka Scheyer auf Reisen
- Galka Scheyer in Hollywood
- Jüdische Kunstsammler, Galerien etc. im frühen 20. Jh.

Mit diesem internationalen Call for Papers für 20minütige Vorträge wollen die Veranstalter ausdrücklich auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern ansprechen. Eine zeitnahe Publikation wesentlicher Ergebnisse der Tagung (Papers und ggf. Posters) ist geplant. Die Konferenzsprache ist im Wesentlichen Englisch.

In welcher Höhe Reise- und Übernachtungskosten übernommen werden können, hängt von der Bewilligung entsprechender Förderanträge ab, die gerade gestellt werden.

Bitte senden Sie ein Abstract (max. 1500 Zeichen) für einen 20minütigen Vortrag und einen Kurz-CV (max. 500 Zeichen) in englischer Sprache bis zum 30. April 2019 an k.kesslertu-bs.de

Konzept und Organisation
Prof. Dr. Alexander von Kienlin, Dr.-Ing. Katrin Keßler, Bet Tfila – Research Unit for Jewish Architecture (Technische Universität Braunschweig/ Center for Jewish Art, Hebrew University of Jersualem), Dr. Peter Joch (Städtisches Museum Braunschweig)
Der Kongress wird von der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur (Braunschweig/ Jerusalem), dem Städtischen Museums Braunschweig und in Kooperation mit der Stadt Braunschweig organisiert.

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The painter, art dealer and collector Galka Scheyer, born in 1889 as Emilie Esther Scheyer, came from an entrepreneurs family in Braunschweig who owned the largest can factory in the city at the time. Her biography is surprising for a Jewish girl from a bourgeois home. Her path led her to the USA, where she lived since 1924 and died in Hollywood in 1945. Scheyer did not become very well known, but the "Blue Four", which she founded together with four renowned artists of the Weimar Bauhaus: Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger and Alexej von Jawlensky.

In the beginning Emilie Scheyer had his own artistic ambitions. At the age of 16 she had left Germany to study painting, sculpture and music in England, France, Belgium and Switzerland. In Switzerland she met Jawlensky in 1916 and decided to devote her energy to the mediation and sale of his works. With the founding of the artist group "Blaue Vier" in 1924, she became the official art dealer of the "four blue kings", as she herself called "her" artists. She organized numerous exhibitions and photo lectures, and travelled through Europe, the USA, and Asia.

With an international conference the Bet Tfila - Research Unit for Jewish Architecture of the Technische Universität Braunschweig and the Städtisches Museum Braunschweig, in cooperation with the city of Braunschweig, want to focus on this important daughter of the city. Despite the great importance of the artists she represents in the art history of the early 20th century, the person and legacy of Galka Scheyer have hardly been researched in many aspects to this day. The conference will therefore enhance a discussion of Galka Scheyer's work. Approaches could include the biographical backgrounds of her family and social environment, her commitment to her group of artists, and other topics. Their relationship to the Bauhaus and its artists is of particular interest in the year of the 100th anniversary of the Bauhaus. But her own work as an artist can also to be taken into account anew.

Possible subject areas are:
- Who was Galka Scheyer? Family and friendships
- Jewish artists in the early 20th century and their networks
- Galka Scheyer and the Bauhaus
- The Blue Four
- Between Europe and the USA - Galka Scheyer on her travels
- Galka Scheyer in Hollywood
- Jewish art collectors, galleries etc. in the early 20th century.

With this international Call for Papers for 20-minute lectures, the organizers want to explicitly address young scholars. It is planned to publish the main results of the conference (papers and posters, if necessary) in a timely manner. The conference language is mainly English.

Reimbursement of travel and accommodation expenses depends on the approval of the relevant funding applications that are currently being submitted.
Please send an abstract (max. 1500 characters) for a 20-minute lecture and a short CV (max. 500 characters) in English by 30 April 2019 to k.kesslertu-bs.de

Concept and organisation
Prof. Dr. Alexander von Kienlin, Dr.-Ing. Katrin Keßler, Bet Tfila - Research Unit for Jewish Architecture (Technische Universität Braunschweig/ Center for Jewish Art, Hebrew University of Jersualem), Dr. Peter Joch (Städtisches Museum Braunschweig)
The congress is organised by Bet Tfila - Research Centre for Jewish Architecture (Braunschweig/ Jerusalem), the Städtisches Museum Braunschweig and in cooperation with the city of Braunschweig.

Information:

Dr.-Ing. Katrin Keßler
Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur
Technische Universität Braunschweig
Pockelsstraße 4
D-38106 Braunschweig
Tel.: +49 (0)531/391-2526
k.kesslertu-bs.de

Quellennachweis:
CFP: Galka Scheyer: eine jüdische Kunsthändlerin (Braunschweig, 26-28 Nov 19). In: ArtHist.net, 13.03.2019. Letzter Zugriff 23.03.2019. <https://arthist.net/archive/20358>.

Beiträger: Katrin Keßler, Bet Tfila - Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa

Beitrag veröffentlicht am: 13.03.2019

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