CFP: Rollen, Rollenbilder und die soziale Stellung von Frauen (Mainz, 4-5 Nov 19)

Landesmuseum Mainz, 04. - 05.11.2019
Eingabeschluss: 31.03.2019

Rollen, Rollenbilder und die soziale Stellung von Frauen in den mittelalterlichen Städten am Rhein: Interdisziplinäre Perspektiven

Während des Hochmittelalters wurden aus bischöflichen Zentren kraftvolle Stadtkommunen. Handwerker, Händler und Kaufleute entwickelten neue Formen der gesellschaftlichen und politischen Organisation. Viele Städte am Rhein erhielten Freiheitsprivilegien durch Kaiser, Könige und ihre bischöflichen Herren. Die jüdischen Gemeinden spielten bei diesem Prozess eine herausragende Rolle. In Speyer, Worms und Mainz entwickelten sich in ganz Europa angesehene Talmudschulen. Unter dem Namen „SchUM“ (Schpira, Warmaisa und Magenza) genossen die drei Gemeinden im aschkenasischen Judentum hohe Autorität in religiös-kultischen und rechtlichen Fragen. Sie errichteten hier Synagogen und Mikwen, die für Mittel- und Osteuropa typenbildend wurden.

Welche Rollen, Rollenbilder und welche soziale Stellung hatten die jüdischen und christlichen Frauen in den sich entwickelnden neuen Formen der gesellschaftlichen und politischen Organisation in den Städten am Rhein? Unterschied sich ihr Status je nach kulturellem und religiösem Kontext? Wie wurden ihre Rollen zum Ausdruck gebracht und wer brachte diese zum Ausdruck? Diese Fragen sollen im Rahmen der interdisziplinären Tagung näher beleuchtet werden. Ziel der Tagung ist, die Rolle und Stellung der jüdischen und christlichen Frauen in der Gesellschaft der mittelalterlichen Städte am Rhein mit Hinblick auf sozialhistorische, kulturelle sowie religiöse Aspekte und Kontexte, mögliche Alleinstellungsmerkmale und/oder Wechselwirkungen herauszuarbeiten und Forschungsdesiderate aufzuzeigen.

Die Tagung bildet einen Brückenschlag zwischen dem aktuell erarbeiteten UNESCO-Welterbeantrag „SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz“ und der Landesausstellung „Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa. Die Kaiser und die Säulen der Macht“, die im September 2020 im Landesmuseum Mainz eröffnet wird.

Entsprechend sind Beiträge unter anderem zu folgenden Themenkomplexen besonders willkommen:
- Die Rollen von Frauen in den mittelalterlichen Städten am Rhein
- Die Rolle der Frau in den sich neu ausbildenden Formen der gesellschaftlichen und politischen Organisation
- Vergleichende Untersuchungen zur Rolle und Stellung der Frau in den
jeweiligen kulturellen Kontexten
- Religiöse Rollenbilder und Erfahrungswelten jüdischer und christlicher Frauen
- Das Selbstverständnis jüdischer und christlicher Frauen im Mittelalter
- Alltags- und Geschäftsleben
- (Selbst-)Darstellungen der Frauen in zeitgenössischen Quellen
- Ausdruck des Rollenverständnisses in der Kunst, Architektur und Literatur
- Vermittlung der Geschlechterrollen in Ausstellungen

Wir bitten um Abstracts für Vorträge mit einer Redezeit von 20 Minuten.
Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Eine Übernahme der Reise- und Übernachtungskosten wird angestrebt. Zudem ist die Herausgabe eines Tagungsbandes geplant.

Bitte senden Sie Ihre Abstracts sowie eine Kurzvita bis zum 31.03.2019 an:

Nadine Hoffmann
nadine.hoffmanngdke.rlp.de

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!

Quellennachweis:
CFP: Rollen, Rollenbilder und die soziale Stellung von Frauen (Mainz, 4-5 Nov 19). In: ArtHist.net, 13.01.2019. Letzter Zugriff 17.01.2019. <https://arthist.net/archive/19883>.

Beiträger: Nadine Hoffmann

Beitrag veröffentlicht am: 13.01.2019

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