CFP: Das Junge Rheinland (Düsseldorf, 22-24 May 19)

Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf, 22. - 24.05.2019
Deadline: Oct 21, 2018

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Das Junge Rheinland – gegründet, gescheitert, vergessen?

Das Junge Rheinland war eine der ersten Künstlervereinigungen, die sich in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg gründete. Zwischen 1919 und 1932 versammelten sich rund 400 Künstler/-innen im Umkreis der Vereinigung, die das Ziel verfolgte, lokal und überregional Ausstellungsmöglichkeiten und „Sichtbarkeit“ für die junge rheinische Kunst zu schaffen. Das Junge Rheinland wurde dabei zum Sammelbecken für Künstler/-innen und Intellektuelle der unterschiedlichsten Tendenzen und Fachrichtungen – Maler, Grafiker, Architekten, Gestalter, Dichter und Schauspieler – die sowohl die rheinische Kulturszene als auch die Vernetzung mit Künstler*innen anderer Regionen fördern wollten. Zu den wichtigsten Protagonisten gehörten die Maler Gert Wollheim, Arthur Kaufmann, Adolf Uzarski und Max Ernst, die Dichter Herbert Eulenberg und Theodor Däubler, Kunsthistoriker wie Karl Koetschau und Walter Cohen von den Städtischen Kunstsammlungen sowie die Kunsthändler Alfred Flechtheim und Johanna Ey.

Anlässlich des 100. Gründungsjubiläum des Jungen Rheinland 2019 sollen der Forschung zum Netzwerk der Künstlervereinigung neue Impulse gegeben werden: Parallel zur Ausstellung „Zu schön um wahr zu sein - Das Junge Rheinland“ (Museum Kunstpalast, 07. Februar – 02. Juni 2019) findet vom 22. bis zum 24. Mai 2019 eine wissenschaftliche Tagung im Haus der Universität statt. Die Tagung soll Raum bieten, sich vertiefend mit dem weit verzweigten Künstlernetzwerk des Jungen Rheinland auseinanderzusetzen, wobei sämtliche Phasen der Künstlervereinigung, von der Gründung im Frühjahr 1919 über die Abspaltung der Rheingruppe (1923) bis hin zum erneuten Zusammenschluss zur Rheinischen Sezession (1928), beleuchtet werden sollen.

Die Tagung setzt sich zum Ziel, neue Forschungsergebnisse zu diesem wichtigen Kapitel der Moderne im Rheinland zu sammeln und die weiterführende Auseinandersetzung mit der Thematik anzuregen. Dabei interessieren insbesondere folgende Fragen: Wie sind die politischen Umstände zu bewerten, die 1919 zur Gründung des Jungen Rheinland beigetragen haben? Welche Rolle spielte die eigene politische Ausrichtung der Vereinigung bzw. diejenige ihrer Mitglieder zu verschiedenen Zeiten? Welchen Stellwert hat/hatte das Junge Rheinland im Vergleich zu anderen Künstlergruppen der Zwischenkriegszeit? Welche Kunsthändler und Sammler waren von Bedeutung für das Junge Rheinland? Wie ist die Rezeption der Künstlergruppe rückblickend zu bewerten?
Ferner sind Beiträge zu folgenden Themenfeldern erwünscht:

- Das Junge Rheinland im Vergleich mit anderen Künstlernetzwerken der Zeit
- Künstlerinnen im und aus dem Umkreis des Jungen Rheinland
- Ausstellungswesen der 1920er und 30er Jahre
- Kunsthandwerk im Jungen Rheinland
- Kunstgewerbeschulen im Rheinland (insb. Düsseldorfer Kunstgewerbeschule)
- Beziehungen zu Institutionen (Galerien, Kunstvereine, Museen, etc.)
- Religiöse Tendenzen in der Kunst des Jungen Rheinland
- Architekten, Literaten, Bühnenbildner im Jungen Rheinland
- Kunstkritik

Wir erbitten die Einsendung von Abstracts bis max. 2500 Zeichen bis zum 21.10.2018 an Univ. Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch (huelsen-eschphil.hhu.de). Die Vorträge sollen eine Länge von 20-25 Minuten nicht überschreiten, sodass genügend Zeit für die Diskussion bleibt.

Die Tagung findet statt im Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf.

Veranstalterin:
Univ. Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch
Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1, Gebäude 23.32
40225 Düsseldorf

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Das Junge Rheinland – founded, failed, forgotten?

Das Junge Rheinland was one of the first artists' associations founded in Germany after the First World War. Between 1919 and 1932, around 400 artists gathered around the association, which pursued the goal of creating exhibition opportunities and "visibility" for young Rhenish art locally and nationwide. Das Junge Rheinland became a rallying point for artists and intellectuals of various tendencies and disciplines - painters, graphic artists, architects, designers, poets and actors - who wanted to promote both the Rhenish cultural scene and networking with artists in other regions. Among the most important protagonists were the painters Gert Wollheim, Arthur Kaufmann, Adolf Uzarski and Max Ernst, the poets Herbert Eulenberg and Theodor Däubler, art historians such as Karl Koetschau and Walter Cohen, directors of the municipal art collections, and the art dealers Alfred Flechtheim and Johanna Ey.

On the occasion of the 100th anniversary of its foundation in 2019, an international symposium on Das Junge Rheinland shall give new impulses for research on the network of the artists' association; the conference will take place from May 22nd to 24nd, 2019, while the exhibition "Too good to be true – Das Junge Rheinland" (Museum Kunstpalast, February 7th - June 2nd, 2019) will still be open. The conference intends to give room for an in-depth examination of the extensive network of artists in Das Junge Rheinland, shedding light on all phases of the artists' association, from its foundation in spring 1919 to the spin-off of the Rhine Group (1923) and its reunion to the Rhenish Secession (1928).

The aim of the conference is to present new research results on this important chapter of modernity in the Rhineland and to stimulate further discussion of the topic. The following questions are of particular interest: How can the political circumstances that contributed to the foundation of the Young Rhineland in 1919 be evaluated? What role did the association's or its members' own political orientation play? What significance did Das Junge Rheinland have in comparison to other artist groups of the interwar period? Which art dealers and collectors were important for Das Junge Rheinland? How has the group been received over the past 100 years?

Contributions to the following topics are welcome, too:
- Das Junge Rheinland in comparison to other networks of artists in the 1920s and 30s
- Female artists among Das Junge Rheinland
- Exhibition systems of the 1920s and 30s
- Arts and Crafts in Das Junge Rheinland
- Schools of Arts and Crafts in the Rhineland and their impetus on the Rhenish art scene
- Relations with institutions (galleries, art associations, museums, etc.)
- Religious tendencies in Das Junge Rheinland
- Architects, writers, stage designers in Das Junge Rheinland
- art criticism

Please send abstracts of up to 2500 characters to Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch (huelsen-eschphil.hhu.de) by October, 21, 2018. The presentations should not exceed 20-25 minutes, leaving enough time for discussion.

The conference will take place at the Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf.

Organizer:
Univ. Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch
Heinrich-Heine-University Düsseldorf, Institute for Art History
Universitätsstraße 1, Geb. 23.32
40225 Düsseldorf
Germany

Reference:
CFP: Das Junge Rheinland (Düsseldorf, 22-24 May 19). In: ArtHist.net, Sep 15, 2018 (accessed Nov 1, 2020), <https://arthist.net/archive/18867>.

Contributor: Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch

Contribution published: Sep 15, 2018

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