CFP: Spürtechniken (Potsdam, 24-25 May 18)

Universität Potsdam, 24. - 26.05.2018
Eingabeschluss: 09.02.2018

Spürtechniken. Von der Wahrnehmung der Natur zur Natur als Medium
Europäische Medienwissenschaft, Universität Potsdam in Kooperation mit der Medienkulturwissenschaft, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Organisatorinnen:
Desiree Förster (Universität Potsdam)
Birgit Schneider (Universität Potsdam)
Evi Zemanek (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Der Begriff der Natur wurde und wird disziplinübergreifend neu diskutiert, kritisiert und stellenweise abgeschafft. „Nach der Natur“ hieß 2010 ein Essay von Ursula Heise, der die Frage des Artensterbens in einem wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Zusammenhang diskutierte; in „Ökologie ohne Natur: Eine neue Sicht der Umwelt“ argumentiert Timothy Morton, dass unser Bild von der Natur einen angemesseneren Umgang mit unserer Umwelt verhindert; dem gegenüber steht eine Bewegung, die versucht, Natur als das Elementare wieder einzufangen, für die beispielhaft John Durham Peters stehen mag, der 2015 eine Philosophie der elementaren Medien entwarf, in der er Natur als Medium fasst.

Auf der Tagung sollen Wahrnehmungsfragen im weiten Rahmen der Möglichkeiten und Fallstricke einer gegenwärtigen Naturästhetik diskutiert werden, indem die Medialität der Natur in Wissenschaft und Kunst Beispiele ausgelotet wird. Was sagen twitternde Bäume und sensorisch überwachte Umwelten über das Potential medialer Spürtechniken jenseits Natur-KulturDichotomien aus, welche Einfühlungstechniken in Pflanzen können uns empfindsam werden lassen für unsichtbare und komplexe Prozesse wie den Klimawandel, welche visuellen Wahrnehmungen ermöglichen Karten, die über remote-sensing den Zustand der Natur beobachten? Welches Wahrnehmungsdispositiv kann behaupten, „die meisten Menschen könnten den Klimawandel nicht direkt spüren“ und was für Folgen hat dies?
Kann der Begriff der Atmosphäre, zugleich meteorologisch und ästhetisch gedacht, dazu dienen, das Natürliche nicht als Gegenüberstehendes, sondern als das uns Umgebende und uns Durchdringende neu zu fassen? Sind Phänomene wie Solastalgia ein Symptom wiederaufkommender Sehnsucht nach verlorener Ganzheit, oder zeichnet sich hier eine empfundene Hilflosigkeit gegenüber Klimawandel, Artensterben, Luftverschmutzung ab, die die Notwendigkeit neuer Wissens- und Handlungsweisen aufzeigt?

Wir wünschen Beiträge zu folgenden Themen:
a) subjektiv-humane Spürtechniken einer Natur (Gefühl, Stimmung, Atmosphäre, Solastalgia)
b) medial-apparative Spürtechniken einer ‚empfindsamen, sensiblen’ Natur (sensingTechnologien)

Einreichungen eines Abstracts im Umfang von maximal 500 Wörtern können bis zum 9.2.2018 an medienoekologieuni-potsdam.de geschickt werden. Die Tagung findet im Anschluss an das erste Netzwerktreffen der AG Eco Media – Medien der Natur statt.

Quellennachweis:
CFP: Spürtechniken (Potsdam, 24-25 May 18). In: ArtHist.net, 12.01.2018. Letzter Zugriff 17.01.2018. <https://arthist.net/archive/17062>.

Beiträger: Desiree Foerster

Beitrag veröffentlicht am: 12.01.2018

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