Kunsthistorische Abendvorträge an der Universität Bamberg im Wintersemester 2026/2027.
Donnerstag, 12. November 2026 | 18 Uhr ct | Hörsaal 02.01, Am Kranen 12
Vera-Simone Schulz (Lüneburg/Florenz)
Transkulturelle Perspektiven: Machtkritik und Gegennarrative epistemischer Gewalt in der Italienforschung
Der Vortrag verbindet Perspektiven der transkulturellen Kunstgeschichte, kritischen Museologie, kritischen Archivstudien und Environmental Humanities für eine machtkritische Analyse mit Blick auf die kunsthistorische Italienforschung. Im Zentrum stehen historische und fiktionale Protagonist:innen sowie Gegen-Erzählungen epistemischer Gewalt mit Fallstudien von der Frühen Neuzeit bis heute. Dabei werden nicht zuletzt transnationale Dynamiken zwischen Italien und Deutschland diskutiert – wie auch die damit zusammenhängenden Verflechtungen italienischer und deutscher Kolonialgeschichte.
Der Vortrag findet zugleich im Rahmen des 4. Treffens des Netzwerks Italienforschung "Machtfragen. Machtkritik als Methode, Aufgabe und Herausforderung der Italienforschung" (12.–14. November 2026) statt.
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Stephan Albrecht (Bamberg)
Die Westportale von Notre-Dame in Paris. Eine mittelalterliche Baustelle
Der Vortrag stellt Ergebnisse der Forschungen vor, die 2019–2024 während des Wiederaufbaus von Notre-Dame in Paris von den Gerüsten aus durchgeführt werden konnten. Zu den drei sehr unterschiedlichen Portalen gibt es keinerlei zeitgenössische Schriftquellen. Im Mittelpunkt steht deshalb eine methodische Frage: Welche Erkenntnisse zur Entstehung der Westportale sind allein durch die Analyse des Baubefundes – Architektur, Skulptur, Mauerverband, Stil – zu gewinnen? Wie können klassische kunsthistorische Methoden und Bauforschung zusammenwirken?
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Jana Graul (Hamburg)
Anziehungskräfte: Der Mythos von Europa und die Kunst
Der Mythos von Europa, der von Zeus nach Kreta entführten und zur Stammesmutter mächtiger hellenistischer Herrschaftsdynastien bestimmten phönizischen Prinzessin, ist in der griechischen Welt in Wort und Bild bereits verbreitet, als er im 5. vorchristlichen Jahrhundert als Gründungserzählung des gleichnamigen Erdteils greifbar wird. Mythologische Figur und Kontinent stehen seither miteinander in Beziehung und tun dies letztlich bis heute. Der Vortrag befasst sich mit einem der Fäden, der Mythos und Erdteil in der Frühen Neuzeit zusammenführt: die Verbindung von Europa zu den Künsten. Er untersucht den Zusammenhang von Europadiskurs und Kunstschaffen und fragt nach dem Anteil der Kunst am Imaginarium Europa, das in dieser Zeit an Kontur gewinnt.
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Reference:
ANN: Kunsthistorische Abendvorträge Bamberg (Bamberg, 12 Nov 26-28 Jan 27). In: ArtHist.net, Nov 8, 2026 (accessed Nov 8, 2026), <https://arthist.net/archive/57087>.