Der Ulmer Verein – Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V. bietet seit Februar 2021 ein eigenes digitales Forum für Diskussion und Austausch an. Einmal im Monat werden aktuelle Themen der kritischen Kunstgeschichte vorgestellt und diskutiert. Die Lunchtalks sollen zur Vernetzung von Studierenden und der in Hochschule, Museum oder als Selbstständige tätigen Kunsthistoriker:innen und Kulturwissenschaftler:innen beitragen, ihren – und unseren – Fragen Raum bieten und zur Debatte anregen. 60 Minuten für einen engagierten und offenen Austausch, der die Community an einen gemeinsamen virtuellen Tisch bringt.
Überblick Lunchtalks:
16. November 2026: 25 Jahre ArtHist.net: Von der Mailinglist zum internationalen Fachforum
14.Dezember 2026: Routes/Roots. Migration und Architektur
18. Januar 2027: Neue AG: Die Gruppe Kunst und DDR stellt sich vor
Montag, 16. November 2026, 13.–14.00 Uhr
25 Jahre ArtHist.net: Von der Mailinglist zum internationalen Fachforum
Andreas Huth im Gespräch mit Amelie Ochs, Livia Cárdenas und Rainer Donandt
ArtHist.net, das heute weltweit größte internationale Fachforum für Kunstgeschichte, feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. ArtHist.net entstand als Grassroots-Projekt mit dem Anspruch, kunsthistorische Fachinformationen aus den Händen weniger Eingeweihter zu lösen, frei zugänglich zu machen und weltweit zu vernetzen. Bis heute arbeitet die unabhängige Redaktion ehrenamtlich und ohne institutionelle Förderung. Das Jubiläum bietet Anlass, auf die Anfänge und die Entwicklung der Redaktionsarbeit zurückzublicken sowie über die Aktualität und heutige Funktion von ArtHist.net zwischen Social Media und den Möglichkeiten einer vernetzten Forschungslandschaft zu sprechen – ebenso wie über die Herausforderungen ehrenamtlicher Arbeit und weniger sichtbare Aufgaben, etwa die ein Gedächtnismedium des Faches zu sein.
Zoom-Meeting beitreten: https://us06web.zoom.us/j/81431354064?pwd=gn4aKUAQoX7KgdYbMX4k6hfzuzGaVt.1
Meeting-ID: 814 3135 4064 // Kenncode: 752102
Montag, 14. Dezember 2026, 13.–14.00 Uhr
Routes/Roots. Migration und Architektur
Gespräch zwischen Regine Heß, Gabriella Cianciolo Cosentino und Sharon Nathan moderiert von Katharina Mader
Der Anthropologe James Clifford hat 1997 die Wortpaare Routes/Roots und Travel/Dwelling gekreuzt, um statisch aufgefasste Identitätsentwürfe auf die Probe zu stellen: „Dwelling was understood as to be the local ground of collective life, travel a supplement; roots always precedes routes.” (Clifford 1997, 3). Der Anteil jener Personen und Gemeinschaften wächst, die sich weniger „verwurzeln“, als dass ihre Raumnutzung von Mobilität geprägt ist. Das sind Migrant:innen, Tourist:innen, Flüchtende, Mitarbeiter:innen internationaler Firmen, Wanderarbeiter:innen, Armeeangehörige oder auch akademische Pendler:innen. Die wachsende Mobilisierung wirft auch Fragen an die Architekturgeschichte auf. Ordnet diese ihre Objekte nicht mehr den Roots und weniger den Routes zu? Resultiert daraus nicht die Hinwendung zum Permanenten, Bodenständigen, gar zu einem territorial (auf „den Westen“) begrenzten Werk- und Kulturbegriff? Bildet die Architekturgeschichte baulich-räumliche und erinnerungswürdige Wirkungen von Mobilität und Migration ausreichend ab?
Im Lunchtalk diskutieren Regine Heß, Gabriella Cianciolo Cosentino und Sharon Nathan über die architektonische Konsequenz von „routes/roots“ (James Clifford) als Beitrag zu einer postmigrantischen Kunst- und Kulturgeschichte.
Zoom-Meeting beitreten: https://us06web.zoom.us/j/82858825238?pwd=zmf8gANQozAYiTD24eyBynS77izirm.1
Meeting-ID: 828 5882 5238 // Kenncode: 166381
Montag, 18. Januar 2027, 13.–14.00 Uhr
Neue AG: Die Gruppe Kunst und DDR stellt sich vor
Seit Mai 2026 ist die Gruppe Kunst und DDR eine AG des Ulmer Vereins. Die Gruppe tagt einmal im Monat, um sich mittels Lektüresitzungen, Projektvorstellungen, Archivbesuchen, Tagungsbesprechungen und Exkursionen über aktuelle Forschungs- und Ausstellungsvorhaben zur Kunst der DDR und Ostdeutschlands auszutauschen und zu vernetzen. Die AG möchte das Gespräch über methodische Zugänge und aktuelle gesellschaftliche Debatten zur Kunst der DDR und Ostdeutschlands anregen. Sie strebt eine kritische Erneuerung der Kunstgeschichtsschreibung über die Kunst der DDR und Ostdeutschlands an, etwa in der Verflechtung mit Ansätzen der Genderwissenschaften, transkultureller und globaler Studien, der feministischen Kunstgeschichte oder in der Verknüpfung von Kunst und Ökologie. Außerdem thematisiert sie Fragen nach den kulturpolitischen und -wissenschaftlichen Bedingungen der Entstehung, Präsentation, Rezeption und Erforschung von Kunst in und aus der DDR.
In dem Lunchtalk berichten einige Mitglieder der AG über die vergangenen Treffen sowie über ihre bisherige und geplante Arbeit.
Zoom-Meeting beitreten: https://us06web.zoom.us/j/88336248453?pwd=U0sVfWc3ZnoUN3npiKreRWDdmhnQGh.1
Meeting-ID: 883 3624 8453 // Kenncode: 749901
Reference:
ANN: Redebedarf. Lunchtalks des Ulmer Vereins (online, 16 Nov 26 – 18 Jan 27). In: ArtHist.net, Nov 1, 2026 (accessed Nov 2, 2026), <https://arthist.net/archive/54799>.